„Ärzte dachten, es wäre besser zu sterben“ – Querschnittsgelähmter Souliman braucht Hilfe

Christophorus-Krankenhaus

In Marokko haben ihn die Ärzte aufgegeben, doch in Werne hat Souliman (16) neue Hoffnung geschenkt bekommen. Er ist querschnittsgelähmt und nun auf Spenden angewiesen.

Werne

, 12.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Ärzte dachten, es wäre besser zu sterben“ – Querschnittsgelähmter Souliman braucht Hilfe

Souliman Arbaoui wird seit Januar im Werner Christophorus-Krankenhaus behandelt. Jetzt ist er auf Spenden angewiesen. © Mario Bartlewski

Unbeschwert steht er am Strand, alles, was er möchte, ist ein paar tolle Stunden am Strand zu verbringen. Alles um ihn herum zu vergessen und einfach Jugendlicher zu sein. Mit Anlauf springt Souliman ins Wasser und will eintauchen. Doch das nächste, woran sich der 16-Jährige erinnern kann: Er liegt im Krankenwagen.

In seinen Gliedmaßen hat Souliman Arbaoui kein Gefühl mehr. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich das Leben des Marokkaners komplett. Aus einem Sommerspaß wird eine Katastrophe. Souliman ist mit dem Kopf auf den Boden aufgeschlagen und hat sich den fünften Halswirbel gebrochen.

Soulimans tragische Geschichte im Video:

„Die Ärzte hatten mich aufgegeben. Sicher dachten sie, es wäre besser zu sterben, als in diesem Zustand zu leben“, sagt Souliman über die Behandlung in seiner Heimat Marokko und in einem spanischen Krankenhaus. Doch er gab nicht auf – und fand zusammen mit der Tuisa-hilft-Stiftung Hoffnung im Werner Christophorus-Krankenhaus.

„In Deutschland versorgen wir solch eine starke Verletzung spätestens innerhalb von 48 Stunden“, sagt der behandelnde Arzt Prof. Dr. Nicolai El Hindy aus dem St. Christophorus. Bei Souliman ist der Tag, der sein Leben veränderte, bereits sechs Monate her. Alles andere als optimale Voraussetzungen also.

Hier können Sie helfen

  • Die Tuisa-hilft-Stiftung hat ein Spendenkonto eingerichtet:
Tuisa hilft Stiftung Sparkasse Gelsenkirchen IBAN: DE47 4205 0001 0164 0206 83 BIC: WELADED1GEK Verwendungszweck: Souliman Nothilfe
  • Spenden sind auch über Paypal möglich an: Stiftung@tuisa-hilft.de

Doch warum dauerte alles so lange? In seiner Heimat Marokko und in Spanien, wo Souliman zur Versorgung war, gaben die Ärzte Souliman keine Chance mehr. Verzweifelt wandte sich seine Familie an die Tuisa-hilft-Stiftung in Gelsenkirchen, die weltweit Menschen in Not hilft.

Stiftung organisierte den Flug

„Wir haben in Deutschland nach Wirbelsäulenchirurgen gesucht und uns Kostenvoranschläge eingeholt“, sagt Elbokrini Karima von der Tuisa-hilft-Stiftung. Auch die Ausstellung des Visums zog sich in die Länge. Doch im Januar war es dann endlich so weit. Die Stiftung organisierte den Flug nach Deutschland.

„Beim St. Christophorus hatten wir gleich ein gutes Gefühl und wurden bestätigt: Es ist familiär und hat eine großartige Nähe zu Patienten“, so Karima. In Werne wurde Souliman so schnell wie möglich operiert.

„Ärzte dachten, es wäre besser zu sterben“ – Querschnittsgelähmter Souliman braucht Hilfe

Prof. Dr. Nicolai El Hindy behandelt den querschnittsgelähmten Souliman Arbaoui im Werner Christophorus-Krankenhaus. © Mario Bartlewski

Er erhielt einen künstlichen Wirbelkörperersatz, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und Druck vom Rückenmark zu nehmen. Und das zeigte erste Erfolge. Mittlerweile kann der 16-Jährige seine Finger wieder ein bisschen bewegen. „Wie sich alles entwickelt, sehen wir in etwa einem Jahr“, sagt El Hindy.

Doch bis dahin benötigt Souliman noch eine spezielle Reha für die Wirbelsäule. Hier soll er ein spezielles Aufbautraining machen und lernen, mit der Situation umzugehen. Denn selbst bei einem guten Heilungsverlauf kann Souliman wohl nie mehr alleine laufen. Das große Problem: Das Geld für die Reha fehlt.

Geld fehlt für die Reha – Hoffen auf Spenden

Gut 100.000 Euro kostet die Reha. Eine Summe, die die Tuisa-hilft-Stiftung nicht alleine auftreiben kann. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, sagt Karima. Auf ihrer Internetseite sammelt die Stiftung deshalb Geld und hat auch ein Spendenkonto eingerichtet.

„Wir wissen nicht, auf was für eine Reise wir uns mit Souliman begeben, aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Karima. „Wenn man nur auf eine Schachtel Zigaretten verzichtet und stattdessen einen kleinen Betrag spendet, ist dem Jungen schon geholfen.“

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