Querschnittsgelähmter Souliman kann durch Spenden vorerst in die Reha – Zukunft ungewiss

Christophorus-Krankenhaus

Der querschnittsgelähmte Souliman (16) kann am Dienstag, 26. Februar, das Christophorus-Krankenhaus verlassen. Dank Spenden kommt er in die Reha – doch ob er sie beenden darf, ist ungewiss.

Werne

, 26.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Souliman Arbaoui wurde seit Januar im Werner Christophorus-Krankenhaus behandelt. Jetzt kann er endlich in die Reha.

Souliman Arbaoui wurde seit Januar im Werner Christophorus-Krankenhaus behandelt. Jetzt kann er endlich in die Reha. © Mario Bartlewski

Die Zeit des Wartens und der Ungewissheit hat ein Ende für Souliman Arbaoui. Seit Januar lag er im Christophorus-Krankenhaus, weil er sich bei einem Badeausflug in seiner Heimat Marokko so schwer an der Wirbelsäule verletzte, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist.

Nach einer Spendensammlung der Tuisa-hilft-Stiftung aus Gelsenkirchen kann der 16-jährige Souliman nun eine Reha besuchen, in der er lernen soll, mit seiner Querschnittslähmung umzugehen.

Gesammelte Spenden genügen noch nicht

Für Souliman geht es am Dienstagmorgen, 26. Februar, von Werne aus in die Reha nach Bonn. Doch ob er die Reha auch beenden darf, ist noch offen. Das Problem: Die gesammelten Spenden genügen noch nicht, um die Reha komplett zu bezahlen.

Gut 100.000 Euro kostet die Reha für Souliman in Bonn. Um dem querschnittsgelähmten Jugendlichen trotzdem den Start in die Reha zu ermöglichen, haben sich Stiftung und Klinik auf eine Anzahlung geeinigt.

Fehlende Summe soll in Raten abbezahlt werden

25.000 Euro, die die Tuisa-hilft-Stiftung gesammelt hat, sind für die Reha angezahlt worden, so Claudia Falk vom Christophorus-Krankenhaus. Die restliche Summe soll anschließend in kleinen, wöchentlichen Häppchen abbezahlt werden.

Fast zwei Monate hat Souliman damit in Werne verbracht. In seinem Heimatland Marokko hatten ihn die Ärzte schon so gut wie aufgegeben. „Wenn du Glück hast, stirbst du schnell“, sollen ihm die Ärzte dort gesagt haben, als sie ihn nach Hause schickten, so Elbokrini Karima von der Tuisa-hilft-Stiftung.

Doch die Familie gab den Kampf nicht auf und wandte sich an die Stiftung, die weltweit Menschen in Not hilft. In Werne wurde Souliman ein künstlicher Wirbelkörperersatz eingesetzt, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und Druck vom Rückenmark zu nehmen.

Die Erfolge, die der 16-Jährige im Anschluss verzeichnete, waren für den späten Zeitpunkt der OP größer als gedacht. In Deutschland wäre solch eine Verletzung spätestens innerhalb von 48 Stunden behandelt worden – bei Souliman dauerte es fünf Monate.

Mittlerweile kann Souliman seine Finger wieder leicht bewegen – weitere Fortschritte sollen nun in der Reha in Bonn erfolgen.

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