Rentner soll in die geschlossene Psychiatrie

Missbrauch im Seniorenzentrum

Er schlich sich nachts in das Zimmer seiner Mitbewohnerin im Seniorenzentrum und legte sich mit ins Bett: Am Dortmunder Landgericht hat der Missbrauchsprozess gegen einen 67-jährigen Werner begonnen. Der Angeklagte kann allerdings nur bedingt zur Verantwortung gezogen werden: Wegen seiner schweren Demenzerkrankung gilt er als schuldunfähig.

WERNE/DORTMUND

12.09.2014, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

Jetzt lesen

Weil er schwer an Demenz erkrankt ist, galt er aber schon vor Beginn der Verhandlung am Freitag vor dem Landgericht als absolut schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft möchte mit dem Verfahren nur ein Ziel erreichen: dass der Beschuldigte dauerhaft in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

Jetzt lesen

Der 67-Jährige selbst würde kaum einen Unterschied merken. Erstens, weil er schon seit Wochen in der Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn lebt. Und zweitens wegen seiner Krankheit. Auf Nachfrage des Staatsanwalts sagte er zwar am Freitag: "Ich kriege schon mit, worüber hier geredet wird." Doch alle Beteiligten hatten sichtlich einen anderen Eindruck.

Es war schon spät am Abend, als sich der 67-Jährige im Februar in einem Werner Seniorenzentrum aus seinem in das Zimmer einer Mitbewohnerin schlich. Eine Pflegerin erinnerte als Zeugin noch genau: "Ich ging über den Flur, um ihn zu suchen. Plötzlich hörte ich Hilferufe aus einem anderen Zimmer." Als sie die Tür öffnete, erblickte sie den Beschuldigten im Bett der Bewohnerin. Auch diese Frau ist geistig bereits erheblich eingeschränkt. Nach dem Vorfall hat der Rentner nie wieder im in Werne übernachtet. Stattdessen kam er im März in die Psychiatrie nach Aplerbeck. Doch dort gelang es ihm tatsächlich, ebenfalls eine Mitbewohnerin zu missbrauchen. Auch in diesem Fall schlich er sich in das Bett der alten Dame.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt