Neue Ausbildung: Viele Rettungsassistenten aus Werne bilden sich zum Notfallsanitäter aus

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Im Rettungsdienst fehlen vielerorts Fachkräfte. In Werne ist der Bedarf gedeckt. Doch auch hier müssen Rettungsassistenten sich ob der Gesetzesänderung zum Notfallsanitäter fortbilden.

Werne

, 30.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vielen Städten bleiben die Ausbildungsplätze im Rettungsdienst unbesetzt. In Werne ist der Bedarf aktuell gut gedeckt, wie Hartmut Kröger, Leiter der Rettungswache Werne, erklärt. Dennoch müssen die Kräfte bis zum Jahresende eine Fortbildung machen.

Frist bis Ende 2019

Hintergrund ist eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2014. Seitdem soll der neu geschaffene, dreijährige Ausbildungsberuf Notfallsanitäter den bisherigen Rettungsassistenten ablösen. Das bedeutet: Wer bereits Rettungsassistent ist, kann noch bis Ende 2019 die Ergänzungsprüfung absolvieren.

„Denn nur ein Jahr später, bis Ende 2020, ist noch eine Nachprüfung möglich“, erklärt Kröger. Wer die Ergänzungsprüfung bis dahin nicht absolviert, muss eine neue, dreijährige Vollzeit-Ausbildung zum Notfallsanitäter machen.

Für Werne hat die Gesetzesänderung keine weiteren Konsequenzen, wie Hartmut Kröger erklärt: „Alle Rettungsassistenten, die die Weiterbildung zum Notfallsanitäter machen wollen, haben diese bis Ende 2019 absolviert.“ Es sind 70 Prozent aller Rettungsassistenten. Weitere Fortbildungen seien indes nicht möglich gewesen.

Fragen der Finanzierung

Denn die Krankenversicherung trägt nur einen gewissen Teil der Kosten. Die Rettungswache Werne zählt laut Kröger aktuell 24 Rettungskräfte, davon 22 in Vollzeit-Stellen. Mit dieser Personalstärke sei der Bedarf für die zwei Einsatzfahrzeuge gut gedeckt, so Kröger weiter.

Bis Ende 2019 - wenn eine Nachprüfung nötig, bis Ende 2020 - haben sich die Werner Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter fortgebildet.

Mit Ablauf des Jahres 2026 wird die Funktion des Rettungsassistenten vollständig durch den neuen Beruf ersetzt. Notfallsanitäter haben eine höhere medizinische Qualifikation als Rettungsassistenten. So dürfen sie zum Beispiel Medikamente an Patienten verabreichen.

Notfallsanitäter können Medikamente verabreichen

Auch Andrea Beier vom Deutschen Roten Kreuz in Werne befürwortet die Fortbildung zum Notfallsanitäter. „Ich finde es gut, weil man nicht bei jedem Einsatz einen Notarzt dabei haben muss. Ein Notfallsanitäter kann auch Medikamente geben. Diese Änderung zu Gunsten des Patienten kann ich nur unterstützen.“

Die Kosten der Fortbildung zum Notfallsanitäter werden in Nordrhein-Westfalen von den Städten als Träger des Rettungsdienstes übernommen - und damit letztlich von den Krankenkassen.

Mit Material von dpa

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