Eine Baustellenampel an der Einmündung Südring/Kamener Straße sorgt seit Montag, 1. Dezember, für lange Rückstaus. © Jörg Heckenkamp
Wegen neuer Lippebrücke

Riesenstaus am Südring: „Verkehrsführung wird 7 bis 8 Monate bleiben“

Bis zu einer Stunde Stau: Diese Überraschung erwartet Berufspendler in Werne, die auf der Kamener Straße unterwegs sind. Grund ist eine Baustellenampel. Die Firmen erklären, was dahintersteckt.

Es ist eine Baustelle, die vor allem für viele Berufspendler einige Überraschungen mit sich bringt: Seit der Nacht des 30. November wird der Verkehr an der Ecke Südring/Kamener Straße, Ortsausgang Werne, durch eine Baustellenampel geregelt. Das hat mit der rund einen Kilometer entfernten Lippebrücke zu. Denn die wird ab Mittwoch (2. Dezember) abgerissen.

Vorgelagerte Ampel, um Lkw aus Verkehr zu ziehen

Deshalb ist die alte Brücke gesperrt, der Verkehr wird über die neue Brücke geführt. Doch nicht alle Autos dürfen das Bauwerk passieren, nur die bis 3,5 Tonnen. An dieser Stelle kommt die Baustellen-Ampel am Südring ins Spiel. Sie dient dazu, den Lkw-Verkehr rechtzeitig herauszufiltern, damit nicht doch ein schwerer Laster über die Brücke auf die Kamener Straße von Werne kommend ab dem Südring geradeaus Richtung Bergkamen fährt.

„Die Einrichtung der Lichtsignalanlage und der breitenbeschränkenden Barrieren wurde notwendig, um LKW-Verkehre über 3,5 t spätestens an dieser letzten Möglichkeit vor dem Bauwerk über die Lippe abzuleiten, sollten sie die bis dahin ausgewiesenen Umleitungsbeschilderungen übersehen haben“, heißt es seitens des Landesbetriebes Straßen NRW. Doch die Baustellenampel hat in den zurückliegenden Tagen für einigen Ärger gesorgt: Autofahrer berichteten uns, wie sie bis zu einer Stunde im Stau standen, bei dem Versuch, nach Hause zu fahren.

In dem Brief einer betroffenen Autofahrerin an unsere Redaktion heißt es: „Die neue Baustellenampelanlage an der Kreuzung zur Freilichtbühne verursacht ein totales Verkehrschaos. Der gesamte Verkehr staute sich, wenn man von Bergkamen-Rünthe nach Werne fahren wollte.“

Verkehrssicherer: „Es gibt keine andere Möglichkeit“

„Die Verkehrsführung wird, so wie sie jetzt ist, noch 7 bis 8 Monate bleiben“, erklärt Daniel Lueb von der beauftragten Firma Eiffage Infra-West. Grund für die großräumigen Ausschilderungen sei vor allem, den Schwerlastverkehr vor der Brücke aus dem Verkehr zu holen. Dieser wird ab der Werner Innenstadt mittels großer Verkehrstafeln in Richtung Stockum umgeleitet. Seitens der für die Verkehrssicherung beauftragte Firma SLT-Verkehrstechnik aus Recklinghausen heißt es: „Es gibt keine andere Möglichkeit, um das anders zu gestalten.“

Kurz darauf heißt es vom Landesbetrieb Straßen NRW, bei der Programmierung der Ampelphasen seien aktuelle Verkehrserfassungszahlen berücksichtigt worden, die die Stadt Werne geliefert habe. „Die Verkehrsströme und Stauereignisse werden im Auge behalten und ggfls. nach Möglichkeit Optimierungen an den Phasen umgesetzt. Dabei sollen auch Erfahrungen über den Einfluss einer Lichtsignalanlage zur Verbesserung des Abflusses der Verkehre aus dem Südring auf die B233 gemacht werden.“

Bis Mitte Januar, so der derzeitige Plan der Firma Eiffage Infra-West, soll die alte Lippebrücke zurückgebaut sein. Die Ersatzbrücke, über die die Autofahrer derzeit fahren, ist bereits die neue Lippebrücke. Diese 2,5 Tausend Tonnen schwere Brücke wird dann im Sommer/Herbst 2021 an die Stelle der dann abgerissenen Lippebrücke geschoben. Solange bleibt auch die aktuelle Verkehrsführung.

Ab Mitte Januar geht es dann darum, die Tragfähigkeit der neuen Brücke zu verstärken. Denn anders als bisher wird die neue Brücke keine Mittelpfeiler mehr in der Lippe haben. Die Last wird dann durch verstärkte Widerlager von je 2 Punkten der Brückenseiten getragen. Dann müsse der Straßenbau angeglichen werden und die alte Behelfsbrücke abgerissen werden, heißt es von der Firma. „Das nimmt alles immer Zeit in Anspruch.“

Viele Berufspendler ärgern sich über die Baustellenampel an der Einmündung Südring/Kamener Straße.
Viele Berufspendler ärgern sich über die Baustellenampel an der Einmündung Südring/Kamener Straße. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp
Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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