Route 66 schließt in Werne: Stress mit dem Verpächter und eine Räumungsklage sind die Gründe

Restaurant schließt

Eine Räumungsklage und zahlreiche Mängel am Restaurant zwingen den Betreiber von Route 66 an der Kamener Straße zur Schließung. Wann und wo es weiter gehen soll, ist ungewiss.

Werne

, 28.02.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Route 66 schließt Ende März - das teilte der Inhaber am 28. Februar auf Facebook mit.

Das Route 66 schließt Ende März - das teilte der Inhaber am 28. Februar auf Facebook mit. © Wilco Ruhland

Die Werner müssen sich vom beliebten Schnellimbiss Route 66 an der Kamener Straße verabschieden. Der Betreiber Markus Bickmann gab die Schließung am Freitag, 28. Februar, auf der Facebookseite des Diners bekannt. Ab dem 1. April werden die Türen am jetzigen Standort für immer geschlossen bleiben. In einem langen Post erklärte Bickmann die Gründe für die Schließung.

„Die Aussagen unseres Verpächters, wir würden unsere Pachtzahlungen nicht leisten, können widerlegt werden. Auch sind wir nicht pleite“, heißt es in dem Post. Durch eine Räumungsklage seitens des Verpächters sehen sich Bickmann und sein Team gezwungen, die Räume zu verlassen. Probleme gab es jedoch nicht nur mit dem Verpächter, sondern auch mit dem Pachtobjekt selber.

Wasserschäden, Kälte und Probleme an der Abluftanlage

Seit Übernahme des Diners 2016 gab es immer wieder Probleme in den Räumen. Alle aufzuzählen, sei „einfach zu viel und für einen Nachfolger geschäftsschädigend“,schreibt Bickmann. Die größten Probleme legt er jedoch im Folgenden dar:

  • „Aufgrund einer Stromheizung sowie einer heute nicht standardmäßigen Be- und Entlüftungsanlage und Zugluft durch undichte Isolierungen kann in den Wintermonaten leider eine angenehme Wärme nicht gewährleistet werden. Unsere Gäste und Mitarbeiter frieren. Mit Gasöfen haben wir hier versucht, Abhilfe zu schaffen, was aber keine Dauerlösung ist und auch nur bedingt hilft.“
  • „Im Sommer gibt es Probleme mit Fettaustritten an der Abluftanlage, die auch nur durch kostenintensive und nötige Änderungen einen reibungslosen Arbeitsablauf gewährleisten können. Leider ist unser Verpächter hierzu nicht bereit.“
  • „Bereits vor Eröffnung hatte das Objekt einen nicht unerheblichen Wasserschaden, der beseitigt werden musste. Für die Dauer der Renovierung durch den Verpächter verlangte dieser von uns jedoch schon die volle Pachtzahlung, welche wir nach Absprache mit unserem Rechtsanwalt nicht geleistet haben. Auch im laufenden Betrieb kam es zu einem erneuten Schaden durch Wassereintritt im Deckenbereich und auch Wasseraustritt u. a. aus Steckdosen und Beleuchtungen, der bis heute vom Verpächter nicht ordnungsgemäß oder gar nicht instandgesetzt wurde.“
  • „Durch weitere Mängel am Pachtobjekt ist es sehr schwierig die Vorschriften der Lebensmittelüberwachung einzuhalten. Das können wir jedoch nur mit erheblichen Aufwand, was wir auch tun.“

Da Bickmann sein Diner am Herzen liegt, hat er keine Kosten gescheut, um es am Laufen zu halten. „Viele Dinge, die keine Schönheitsreparaturen waren, haben wir auf eigene Kosten instandgesetzt. Dies wäre jedoch Aufgabe des Verpächters gewesen“, schreibt der Betreiber.

„Aus diesen und noch vielen weiteren Gründen haben wir in Absprache mit unserem Rechtsanwalt die Pachtzahlungen gemindert und unsere aufgewendeten Kosten an dem Objekt gegengerechnet“, fügt er hinzu.

„Uns fehlt die Kraft, weiter zu kämpfen“

In seinem Facebookpost bedankt sich Bickmann bei seinen Kunden und Unterstützern und betont noch einmal, dass ihm die Schließung nicht leicht fällt:

„Wir möchten nur nicht einfach den Diner abschließen und verschwinden. Durch unser tolles Team haben wir viel Spaß gehabt und den Diner gerne geführt. Nur fehlt uns einfach die Kraft, weiter zu kämpfen und jeden Tag zu hoffen, dass nicht irgendetwas kaputt geht, man im Wasser steht oder wieder bei der Arbeit friert.“

Kunden sind betrübt aufgrund der bevorstehenden Schließung

Die Nachricht über die Schließung verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken. In den Stunden nach der Mitteilung wurde die Nachricht bereits dutzendfach geteilt und kommentiert. „Echt schade! Habt den Diner mit viel Liebe optisch sehr aufgewertet. Auch der Biergarten wurde mit neuen Möbeln toll gestaltet“, schreibt ein Facebook-Nutzer.

„Euer Pizzabrot war einfach Weltklasse. Ich hoffe ihr findet ein neues Objekt und könnt so weitermachen, wie ihr aufgehört habt“, kommentiert ein anderer.

Sobald es etwas Neues gäbe, werde Bickmann dies auf den Online-Portalen des Diners publik machen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt