Unfreundlicher Empfang im Stadthaus Werne - das darf nicht sein, meint der Kommentator. © Anne Schiebener (A)
Meinung

Rüder Ton in Stadtverwaltung Werne: Notfalls die Mitarbeiterin ersetzen

Eine 81-Jährige, die irrtümlich das Stadthaus Werne betreten hat, wurde barsch abgefertigt. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Die Personalführung muss was unternehmen, meint unser Kommentator.

Die 81-jährige Lucia Schulz wusste nicht, dass sie das Stadthaus Werne nicht einfach so betreten durfte. Sie kam durch einen Zufall hinein und wollte ihr Anliegen, eine Grüne Tonne zu bestellen, vortragen. Doch von der Mitarbeiterin am Empfangsschalter ist sie nach eigenen Angaben äußerst unfreundlich und brüsk behandelt worden. „Die Frau hat mich angepampt, so etwas ist mir noch nie passiert‘“, sagt sie.

Sie steht damit nicht alleine. Erst vor einigen Wochen hatte ein Mann aus Rünthe, den dringende Notdurft ins Stadthaus trieb, ein ähnlich unerfreuliches Erlebnis. Auch er wurde nach seinen Angaben in rüdem Ton angemacht und durfte die Toilette nicht benutzen.

Vermutlich dieselbe unfreundliche Mitarbeiterin

In beiden uns bekannten Fällten (vermutlich ist die Dunkelziffer deutlich höher) scheint es sich um dieselbe Mitarbeiterin zu handeln. Sie sitzt am Empfang und ist erste Anlaufstelle für die Bürger. Vor allem für die, die nicht regelmäßig ins Stadthaus kommen und auf eine Erstinfo angewiesen sind. Diese Bürger haben ein Recht darauf, freundlich und zuvorkommend behandelt zu werden.

Selbst wenn der Bürger einen „Fehler“ gemacht hat und zur Unzeit ins Haus gekommen ist. Dann teilt man ihm das bitteschön freundlich mit und erklärt ihm, wann und wie er sein Anliegen klären kann.

Wenn es wirklich stimmt, und danach sieht es aus, dass immer dieselbe Mitarbeiterin die Menschen, die sie mittels ihrer Steuergelder bezahlen, rüde abfertigt, müssen die Vorgesetzten einschreiten. Der Staat, in diesem Falle die Stadtverwaltung Werne, muss für den Bürger da sein. Nicht umgekehrt.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es mag Gründe geben (Überlastung, gesundheitliche Einschränkung, private Probleme), warum jemandem offenbar die Fähigkeit zur Freundlichkeit im Umgang mit Menschen abgeht. Das wäre dann zu klären. Dann muss dieser Jemand aber nicht gerade an der Stelle arbeiten, wo der meiste Kundenkontakt entsteht.

Es ist Pflicht der Vorgesetzten, darauf zu reagieren. Zuerst muss man die besagte Person auf ihr Fehlverhalten ansprechen. Wenn Einsicht erkennbar ist, wären Maßnahmen zu Besserung ein nächster Schritt. Es gibt Trainings, Kommunikations-Schulungen, etc..

Sollte das erkennbar nicht fruchten, dann bleibt nur noch eines: Die Mitarbeiterin in eine andere Abteilung versetzen. Der Bürger darf sich beim Besuch von Behörden nicht wie ein lästiger Bittsteller vorkommen und hat ein Recht auf höfliche Ansprache.

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Jörg Heckenkamp

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