Sakristei St. Christophorus - Architekt wehrt sich gegen Abriss

mlzKirchen in Werne

Die Sakristei an der Christophorus-Kirche löst seit der Vorstellung der ersten Pläne vor drei Jahrzehnten Diskussionen aus. Nun scheint das Schicksal des umstrittenen Gebäudes besiegelt zu sein.

Werne

, 15.06.2020, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die moderne Sakristei neben der historischen Christophorus-Kirche in der Werner Innenstadt steht seit drei Jahrzehnten. Genauso lange gibt es die Diskussion darüber, ob das Bauwerk eine geniale Ergänzung der alten Kirche oder eine architektonische Sünde ersten Ranges ist. Nun scheint das Schicksal der Sakristei besiegelt zu sein. Dem Vernehmen nach ist der Beschluss zum Abriss gefallen.

Architekten lehnen einen Sakristei-Abriss ab

Diesen Schluss lässt jedenfalls ein Brief der Architekten zu, die die Sakristei gestaltet haben. Darin beziehen sie sich auf einen Abriss-Beschluss, mit dem sie nicht einverstanden sind. In dem Brief des Architektur-Büros Böhm heißt es unter anderem: „Die Sakristei nun soll nach dem Willen der Pfarrgemeinde abgerissen werden. Obwohl wir als die Architekten seit Jahren darauf hinweisen, dass das Gebäude renoviert und Schwachstellen beseitigt werden müssen, hat man nichts unternommen und die Sakristei bewusst verkommen lassen, um so einen Abriss zu erzwingen.“

Innenansicht der Sakristei der Kirchengemeinde St. Christophorus.

Innenansicht der Sakristei der Kirchengemeinde St. Christophorus. © Helga Felgenträger (A)

Die Sakristei steht seit der Vorstellung der ersten Pläne vor mehr als 30 Jahren in der Diskussion. Oft wurde sie als Raketen-Silo oder Pershing-2-Rakete verspottet. Andere Bürger halten wiederum die Symbiose aus denkmalgeschützter Kirche und der modernen, aus Metall und Glas bestehenden Sakristei für äußerst gelungen.

Auf Nachfrage der Redaktion war vonseiten der Kirchengemeinde keine offizielle Stellungnahme zu einem etwaigen Abrissbeschluss zu erfahren. Es hieß lediglich, dass sich der Kirchenvorstand wegen der anstehenden Reparaturen an der Sakristei mit dem Thema befasse.

Schon öfter ist der Zustand des Gebäudes Thema in Werne gewesen. Beispielsweise gibt es Dichtungs-Probleme an den Übergängen zwischen Glas und Metall. Schon damals kam die Diskussion auf, ob eine Renovierung – offenbar sehr teuer – sinnvoll sei. Oder ob man das Gebäude nicht einfach abreißen solle.

Laut Architekturbüro Böhm sei dieser Beschluss nun gefallen. In dem Schreiben heißt es: „Wie wir jetzt letzte Woche vom Generalvikariat Münster in Kenntnis gesetzt worden sind, ist es nun so weit: Kirchengemeinde, Bistum, Denkmalamt Münster und die Stadt Werne sind der Ansicht, der Bau wird demnächst abgerissen. Es ist klar, dass wir damit nicht einverstanden sein können.“

Jetzt lesen

In dem Schreiben aus Köln vermuten die Architekten, dass man diverse Probleme mit ihrem Gebäude anführe, die allerdings jeglicher Grundlage entbehrten, um einen Abriss des ungeliebten Gebäudes zu rechtfertigen.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Video mit Saxofonist Michael Gick
Kirche statt Stadion: „You‘ll never walk alone“ ertönt in St. Christophorus in Werne