Sandro Brehorst aus Werne hat seine Freundin Nataly geheiratet - und das mitten im Lockdown. Beide wollten Corona trotzen und unbedingt noch in diesem Jahr ihre Hochzeit feiern. © Sandro Brehorst
Hochzeit im Lockdown

Sandro Brehorst (21) heiratet im Lockdown: „Es musste unbedingt 2020 passieren“

Hochzeit mitten im Lockdown: Sandro Brehorst (21) aus Werne hat seine Nataly geheiratet. Aus einem Grund sollte es unbedingt noch in 2020 passieren - trotz vieler, vor allem bürokratischer Hürden.

Einen riesigen Stapel an Unterlagen, wahrscheinlich insgesamt 20 Zentimeter dick, mussten Sandro Brehorst (21) und seine Verlobte Nataly zusammentragen, damit sich die beiden ihren größten Wunsch erfüllen konnten: heiraten. Bevor sich Sandro Brehorst, der 2017 an der TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ teilnahm, seiner Verlobten am Donnerstag (17. Dezember) das Ja-Wort geben konnte, erlebte er eine Odyssee.

Sie begann Ende Februar, als er nach Moskau reiste, um die wichtigsten Unterlagen für die Hochzeit mit seiner Freundin Nataly (22) aus Russland zu besorgen. Aufgrund der Corona-Krise konnte er lange nicht nach Deutschland zurückreisen. Nachdem er Ende April wieder in Werne war, durfte Nataly nicht nach Deutschland nachkommen.

Erst Ende November erlaubten die zunächst gelockerten Corona-Maßnahmen einen Flug zu ihrem Liebsten. Einen Monat später konnten die beiden heiraten. Mitten im Lockdown gaben sich Nataly und Sandro Brehorst im Stadthaus in Werne das Ja-Wort.

Heiraten – Corona zum Trotz

„Wir wollten unbedingt noch in diesem Jahr heiraten, um uns das als Trophäe auf den Schrank zu stellen. Wir wollten Corona trotzen. Der Rest gegen uns – aber wir heiraten trotzdem“, erklärt Sandro Brehorst. Auch ein Stück Erleichterung fiel von den beiden ab, als sie endlich verheiratet waren. Zu viele bürokratische Hürden mussten sie zuvor nehmen, weil Nataly mit Russland aus einem Nicht-EU-Land kommt. Dazu die Ungewissheiten, die die Corona-Krise in diesem Jahr bereit hält.

„Jeden Tag musste man damit rechnen, das was Neues kommt“, erzählt Sandro Brehorst. An ihrem Hochzeitstag befindet sich ganz Deutschland den zweiten Tag im strengen Lockdown. Für ihre Trauung bedeutete das auch eine maximale Zahl an Gästen. Nur acht Gäste waren erlaubt, inklusive der beiden Trauzeugen.

Sandro Brehorst muss Freunden absagen

„Ich musste leider drei Freunden vorher absagen“, erzählt der 21-jährige Werner. „Das tat mir im Herzen weh. Aber wir wollten auch, dass sich jeder wohl fühlt und nicht auf der Pelle sitzt.“ Das gilt auch für die kleine Feier, die im engsten Familienkreis bei Sandros Mutter anschließend in Werne stattfand. Sandros Ehefrau Nataly musste sogar auf ihre gesamte Familie an diesem besonderen Tag verzichten. „Sie hat Tribut gezahlt bis zum geht nicht mehr“, so Sandro Brehorst.

Er kündigt aber auch gleich an, dass es eine große Feier mit der Familie und Freunden geben wird, vielleicht auch in Russland, „sobald Corona vorbei ist“. Nun aber wollen die beiden den Moment genießen, dass sie der Krise trotzen konnten und doch noch in 2020 geheiratet haben.

Nur eine begrenzte Anzahl an Gästen durfte mit ins Standesamt in Werne. Einigen Freunden musste Sandro Brehorst schweren Herzens absagen.
Nur eine begrenzte Anzahl an Gästen durfte mit ins Standesamt in Werne. Einigen Freunden musste Sandro Brehorst schweren Herzens absagen. © Sandro Brehorst © Sandro Brehorst

Fast auf den Tag genau hatte Sandro Brehorst, der nun in Osnabrück wohnt und „Populäre Musik mit Popgesang“ studiert, seiner Nataly einen Heiratsantrag gemacht. Ganz traditionell habe er als Mann das getan und die Frage aller Fragen „richtig inszeniert“ – auch im sozialen Netzwerk für seine mehr als 7000 Follower auf Instagram.

Im Restaurant „Im grünen Winkel“ in Werne hat er erst den Song „Marry Me“ von Jason Derulo gesungen, um danach auf die Knie zu gehen und ihr den Antrag zu machen. Die Musik hat bereits im November 2018 bei ihrem Kennenlernen eine große Rolle gespielt.

Über App kennengelernt

Über die App „Chatroulette“, bei der man mit anderen Menschen aus der ganzen Welt per Zufallsprinzip in Kontakt treten kann, haben sich Sandro und Nataly das erste Mal virtuell getroffen. Er habe Musik gemacht, sie einen Wein getrunken, erzählt Sandro Brehorst. Nachdem sie dann acht Monate lang täglich regelmäßig und stundenlang telefonierten, besuchte Sandro Brehorst sie erstmals in Russland.

„Ich habe das Abenteuer mitgemacht. Erst war es nur freundschaftlich, aber als ich sie das erste Mal gesehen habe, war es um mich geschehen“, erzählt Sandro Brehorst den Beginn ihrer Liebesgeschichte, die nun mit ihrer Hochzeit ihren Höhepunkt findet – und das Corona zum Trotz.

Im kleinsten Familienkreis haben Sandro und Nataly ihre Hochzeit in Werne privat gefeiert.
Im kleinsten Familienkreis haben Sandro und Nataly ihre Hochzeit in Werne privat gefeiert. © Sandro Brehorst © Sandro Brehorst
Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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