Sanierung der maroden Bahnstrecke: Techniker arbeiten auch sonntags

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Seit gut drei Monaten laufen die Sanierungsarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen. Am 12. August sollen die Bahnen wieder fahren. Kann das trotz Corona funktionieren?

Werne

, 15.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom 6. Januar 2020 bis voraussichtlich 11. August 2020 bleibt die Bahnstrecke Münster-Dortmund auf dem Teilstück zwischen Davensberg und Lünen gesperrt. Dort verkehren statt Zügen der Eurobahn derzeit Busse im sogenannten Schienenersatzverkehr.

Grund für die Sperrung sind Risse im Bahndamm, die offenbar durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre verursacht wurden. Im Sommer 2018 wurden die Mängel festgestellt. Zwei Abschnitte sind so stark betroffen, dass die Bahn sie aufwendig sanieren muss. Dabei handelt es sich um einen Streckenabschnitt zwischen Davensberg und Ascheberg sowie einen vom Bahnhof Werne bis Lenklar.

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Sanierung an der Bahnstrecke in Werne

Trotz der Corona-Krise laufen die Sanierungsarbeiten auf der Bahnstrecke Münster-Dortmund nach Plan. Am 12. August 2020 sollen die Züge wieder fahren.
14.04.2020
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Die Bauarbeiten in Höhe der Brücke Penningrode.© Jörg Heckenkamp
Material für die Sanierungsarbeiten lagert neben der Baustelle am Bahndammm an der Straße Auf der Woort.© Jörg Heckenkamp
Bauarbeiten an der Bahnstrecke Münster-Dortmund hier in Höhe des Bahndammes an der Straße Auf der Woort.© Jörg Heckenkamp
Hier ragen die oberen Ende der in den Boden gerammten Stahlwände heraus.© Jörg Heckenkamp
Bauarbeiten an der Bahnstrecke Münster-Dortmund hier in Höhe des Bahndammes an der Straße Auf der Woort.© Jörg Heckenkamp
Eine Behelfstreppe für die Bauarbeiter führt von der Straße Penningrode hoch zum Bahndamm.© Jörg Heckenkamp
Vom Bahnhof Werne verkehren noch bis 11. August Busse in Richtung Lünen und in Richtung Davensberg.© Claudia Lange
Der Bahnhof Werne ist derzeit wegen der Bauarbeiten verwaist, Busse ersetzen die Eurobahn.© Foto Helga Felgenträger
Die lange Trockenheit im Sommer sorgte für Risse neben den Gleisen.© DB Netz AG

Und welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Arbeiten? Keine, ist aus der Pressestelle der Bahn in Düsseldorf zu vernehmen. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage dieser Redaktion: „Die Reparaturmaßnahmen am Eisenbahndamm zwischen Münster und Lünen liegen im Zeitplan und können nach derzeitigem Stand zum Ende der NRW-Sommerferien im August dieses Jahres abgeschlossen werden.“

Arbeiten an der Bahnstrecke liegen im Zeitplan

Trotz der an vielen Stellen spürbaren Einschränkungen durch die Corona-Pandemie „liegen die Arbeiten im Zeitplan, es gibt keine Verzögerungen.“ Darüber hinaus, so die Sprecherin, gebe es aktuell bundesweit keine Pläne bei der Deutschen Bahn, die Baustellen zu verschieben.

In beiden Bereichen, Werne und Ascheberg, werden auf einer Strecke von insgesamt fünf Kilometern Spundwände eingesetzt. Die Arbeiten laufen parallel, es sind also bereits in beiden Bereichen Spundwände eingebaut worden. Insgesamt sind es fünf Kilometer, zwei in Ascheberg, drei in Werne.

8500 Stahlwände auf 5 Gleiskilometern

Da auf beiden Seiten des Gleises Spundwände eingebracht werden, sind es dann insgesamt 10 Kilometer. Insgesamt müssen hier auf rund fünf Kilometern mehr als 8500 Stahlwände von je 1,2 Metern Breite und rund 1500 Ankerstangen verbaut werde. In beiden Bereichen, Werne und Ascheberg, wird parallel gearbeitet.

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In Werne sind die Arbeiten eher zu hören, denn zu sehen. Das Einrammen der Spundwände ist noch in großem Umkreis um die Baustelle zu vernehmen. Auffallend sind zudem Bautreppen, die vom Straßenniveau hoch zu den Arbeitspunkten auf dem Bahndamm führen, etwa von der Penningrode oder der Selmer Straße.

Dass die Bauarbeiten trotz allem im Zeitplan liegen, hat offenbar auch mit den ausgeweiteten Arbeitszeiten der Techniker zu tun. Denn an manchem Wochenende arbeiten sie nicht nur an Samstagen, sondern sogar an Sonntagen.

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