Schienenersatzverkehr der Eurobahn RB50: Viele Pendler sind auf Änderung kaum vorbereitet

mlzBauarbeiten auf Bahnstrecke

Auf der Strecke der Eurobahn RB50 zwischen Münster und Dortmund fährt ab dem 6. Januar teils ein Schienenersatzverkehr. Viele Pendler sind noch gar nicht darauf vorbereitet, wie sich in Werne zeigt.

Werne

, 05.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob an der Anzeigetafel, am Eingang oder innerhalb des Bahnhofstunnels: An vielen Stellen am Werner Bahnhof hängen Schilder, um auf die umfangreichen Baumaßnahmen an den Bahngleisen zwischen Davensberg und Lünen hinzuweisen.

Auch die Information, dass ab Montag, 6. Januar, ein Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen den beiden Haltestellen in beide Richtungen eingerichtet wird, ist dort zu lesen.

Viele Pendler haben sich noch nicht informiert

Doch offenbar haben viele Pendler, die täglich auf der Strecke zwischen Münster und Dortmund unterwegs sind, sich noch gar nicht auf die Einschränkungen im Öffentlichen Nahverkehr vorbereitet. Das zumindest zeigt sich in den Gesprächen mit Pendlern am Freitag, 3. Januar, am Werner Bahnhof.

„Von dem Schienenersatzverkehr bin ich natürlich nicht begeistert. Ich habe noch nicht viel Ahnung, wie das genau laufen soll. Ich lasse mich überraschen“, sagt Romina Krzysko (21), die jeden Tag von Werne zur Berufsschule nach Münster pendelt.

Eine Stunde früher auf den Weg machen

Sie werde sich aber vorsichtshalber wohl eine Stunde früher auf den Schulweg machen, um pünktlich anzukommen. Einen Fußweg vom Bahnhof in Münster zur Schule muss sie schließlich auch mit einplanen.

Insgesamt rechnet sie damit, dass sie während der Bauarbeiten auf der Bahnstrecke auch einen längeren Tag haben wird. Eine Alternative zur Bahn habe sie allerdings nicht. „Ich muss wohl alles auf mich zukommen lassen. Mir bleibt ja auch nichts anderes übrig“, sagt die 21-Jährige.

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Auf die Bahn angewiesen

Ähnlich geht es auch Angelika Schulz (59) aus Werne. Sie ist immer dann auf die Zugverbindung der Eurobahn angewiesen, wenn ihr Mann sie nicht von Werne mit nach Münster nehmen kann. Denn selbst hat die 59-Jährige keinen Führerschein.

Schon in der Vergangenheit hat sie sich über die Eurobahn der Linie RB50 geärgert. Als ein Zug einmal ausfiel, musste sie am Werner Bahnhof eine Stunde warten. „Ich bin dann eine Stunde später zur Arbeit gekommen und musste die Stunde abends dranhängen“, erzählt Angelika Schulz, die in einer Wäscherei in Münster arbeitet.

Schienenersatzverkehr der Eurobahn RB50: Viele Pendler sind auf Änderung kaum vorbereitet

Angelika Schulz (59) pendelt regelmäßig mit dem Zug von Werne nach Münster. Sie wird sich wohl künftig eher auf den Arbeitsweg machen. © Andrea Wellerdiek

Anschlussbus in Münster noch erreichen

Auch die Busverbindung in Münster - sie muss noch nach Mecklenbeck - muss sie pünktlich bekommen. Hier habe sie in der Vergangenheit auch schon mal 20 Minuten verloren, weil sie einen Bus verpasst hat.

Auf die Einschränkungen und den Schienenersatzverkehr auf der Strecke von Werne nach Münster habe sie sich noch nicht vorbereitet, erzählt Schulz. Aber auch sie nimmt sich zunächst vor, sich eine Stunde früher auf den Arbeitsweg zu machen.

Größeren Zeitpuffer mit einplanen

Einen größeren Zeitpuffer rechnet auch Marc Rühmann (27) für seine Fahrten nach Dortmund künftig ein. Der Soldat, der am Wochenende immer sonntags zurück an seinen Arbeitsort Delmenhorst pendelt, sieht die Einschränkungen auf der Bahnlinie RB50 gelassen.

„Meistens fahre ich um 12 Uhr los und bin abends in der Kaserne. Der Sonntag ist sowieso ein toter Tag für mich. Und die Fahrt mit dem Schienersatzverkehr macht jetzt für mich keinen großen Unterschied“, sagt der Werner. Er werde sich nun bald informieren, wie die Busse fahren, um den Anschluss - ICE nach Bremen - am Dortmunder Hauptbahnhof noch rechtzeitig zu erreichen.

Schienenersatzverkehr der Eurobahn RB50: Viele Pendler sind auf Änderung kaum vorbereitet

Marc Rühmann (27) sieht dem Schienenersatzverkehr gelassen entgegen. Wenn der Werner sonntags in Richtung Dortmund und von dort aus nach Delmenhorst fährt, plant er sowieso viel Zeit für seine Reise ein. © Andrea Wellerdiek

Straße statt Schiene

Ganz auf die Zugverbindung verzichten wird Sabine Schlichting (52) während der Baumaßnahmen, die bis August 2020 andauern. Die Wernerin, die gerade ihre Kinder vom Werner Bahnhof abholt, wird nur noch mit dem Auto nach Dortmund oder Münster fahren.

Sie wohnt und arbeitet in Werne und ist „zum Glück nicht betroffen von den Bauarbeiten“. Und wenn sie mal in die größeren Nachbarstädte möchte, dann wird sie von der Schiene auf die Straße wechseln.

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