Friederich Schneider von der Adler-Apotheke am Markt zeigt einen Sack voll leerer Schachtel für FFP2-Masken. Bis Dienstagmittag hatte er schon 800 Exemplare herausgegeben. © Jörg Heckenkamp
FFP2-Masken verteilt

Schlangen vor Apotheken: Tausende von Schutzmasken in Werne ausgegeben

Seit Dienstagmorgen (15. Dezember) sind die kostenlosen Corona-Schutzmasken für Mitglieder der Risikogruppen zu bekommen. Direkt zur Öffnung der Apotheken in Werne bildeten sich lange Schlangen.

Werner Bürger, die älter als 60 sind oder zur Corona-Risikogruppe zählen, können sich seit Dienstagmorgen kostenlos je drei Schutzmasken nach dem FFP2-Standard holen. Ausgabestellen sind Apotheken. Die waren seit ihrer Öffnung am Dienstagmorgen stark gefragt.

Apotheker in Werne: „Es ist der Wahnsinn“

„Es ist der Wahnsinn“, sagt Friederich Schneider von der Adler-Apotheke am Markt in Werne. „Wir haben um 8 Uhr geöffnet, da standen die Leute schon Schlange.“ Da Dienstag Markttag ist und zudem der letzte Öffnungstag für viele Geschäfte vor dem Lockdown am Mittwoch, 16. Dezember, war die Stadt besonders voll. Und viele nutzten die Gelegenheit, sich die kostenlosen Masken abzuholen, die deutlich besser vor einer Übertragung schützen als konventionelle Mund-Nase-Bedeckungen.

Vor Werner Apotheken, hier die Amt Steinhaus, bildeten sich am ersten Tag der FFP2-Masken-Ausgabe zum Teil lange Schlangen.
Vor Werner Apotheken, hier die Amt Steinhaus, bildeten sich am ersten Tag der FFP2-Masken-Ausgabe zum Teil lange Schlangen. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Im Laufe des Vormittages bildeten sie bei ihm wie auch vor anderen Apotheken Schlangen von sechs, acht, zehn Kunden, die die Masken wollten. Schneider: „Die meisten waren aus der Kategorie der Über-60-Jährigen.“ Chronisch Kranke oder andere Risikogruppen seien deutlich in der Minderzahl gewesen. Bis um 12.30 Uhr hatte er schon 800 seiner 1000 vorhanden Masken ausgegeben. Jetzt wolle er Nachschub besorgen.

Ob er erkennen könne, dass Kunden von Apotheke zu Apotheke wanderten, um sich so ein größeres Maskenkontingent zu erschleichen? „Woran wollen Sie das erkennen?“, fragt er zurück. Er hoffe auf den Anstand der Leute, dass es eben nicht zu mehrfachen Abholungen komme. „Denn wer das macht, nimmt anderen, die sie brauchen, die Masken weg.“

Wartende Menschen vor der Adler-Apotheke am Markt.
Wartende Menschen vor der Adler-Apotheke am Markt. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Nicht jede Apotheke habe es geschafft, sich einen Vorrat an FFP2-Masken zuzulegen, sagt Juli Matlachowsky von der Apotheke am Steinhaus. „Erst hieß es, die Bundesregierung lasse die Masken verteilen. Letzten Mittwoch hieß es dann, wir müssten sie selbst besorgen.“ Ihr sei das über einen Händler in Unna gelungen, anderen wohl nicht.

Auch an der Apotheke am Steintor bildeten sich schon am Morgen lange Schlangen. Bis zu zehn Menschen warteten auf Einlass. „Wir haben uns einen Vorrat angelegt, um 4000 Leute versorgen zu können“, sagt die Apothekerin. Also 12.000 Exemplare. Von denen waren am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr bereits knapp 3000 ausgegeben. Matlachowsky: „Darunter waren auch Pflegedienste, die ganze Bündel für ihre Patienten mitgenommen haben. Aber hauptsächlich waren es Einzelkunden.“

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Jörg Heckenkamp

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