Biontec drin, Pflaster drauf, Daumen hoch. Phillip Mettbach hat sich am Dienstagmorgen die erste Impfung gegen das Coronavirus geben lassen. © Jörg Heckenkamp
Impfaktion in Werne

Schüler-Impfung am Berufskolleg Werne: „Bisher keine Notwendigkeit gesehen“

Ein Impfteam des Kreises Unna war Dienstag im Berufskolleg Werne zu Gast. Zahlreiche junge Leute wollten sich den Erst-Piks geben lassen. Wir haben einen von ihnen begleitet.

Es ist 9 Uhr am Dienstag, 31. August 2021. Die Impfaktion läuft seit einer Stunde. Auf dem Flur des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs hat sich eine lange Schlange von jungen Männern und wenigen Frauen gebildet. „Das sind erstaunliche viele Schülerinnen und Schüler“, sagt Alexandra Grengel-Doennges vom Impfzentrum Unna. Mal sehen, wie die Zahlen ausfallen, wenn die Impfaktion am Werner Berufskolleg mittags zu Ende ist.

In die Schlange hat sich Phillip Mettbach eingereiht. Der 25-Jährige, der schon eine andere Ausbildung und Jobs hinter sich hat, lernt nun Maler- und Lackierer. „Erstes Lehrjahr“, sagt er. Mettbach zählt zu den jungen Menschen, die die Impfung zwar nicht generell ablehnen, „aber bisher habe ich keine Notwendigkeit gesehen. Ich bin jung und fit“, sagt er.

Das Aufklärungsgespräch war schnell erledigt.
Das Aufklärungsgespräch war schnell erledigt. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Was hat den Gesinnungswandel eingeleitet? Unter anderem die Tatsache, „dass die Schnelltests bald was kosten sollen“. Er fühle sich dadurch schon ein bisschen gedrängt, sich das Vakzin verabreichen zu lassen. „Aber irgendwie ist es ja auch besser, wenn man sich impfen lässt.“

Die Schlange rückt weiter. Die jeweils drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Impfzentrums Unna und der Kassenärztlichen Vereinigung haben das Geschehen gut im Griff. Schubweise kommen die Impf-Bewerber, die in der Aula warten, in die hinteren Räume. Bögen ausfüllen, Aufklärungsgespräch, Spritze, Warteraum – alle vier Bereiche sind gut besucht um diese Uhrzeit.

Alexandra Grengel-Doennges vom Impfzentrum Unna verteilt an die wartenden Schüler des Berufskollegs die auszufüllenden Bögen.
Alexandra Grengel-Doennges vom Impfzentrum Unna verteilt an die wartenden Schüler des Berufskollegs die auszufüllenden Bögen. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Phillip Mettbach rückt langsam vor, wird in den Raum zum Aufklärungsgespräch gerufen. „Alles in Ordnung?“, fragt Felix Berndt den jungen Mann. „Klar, alles gut.“ Phillip ist entspannt. „Nein, Schiss habe ich vor der Impfung nicht. Der Zahnarzt ist schlimmer.“ Schon ist diese Station erledigt.

Helmut Gravert, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs Werne, freut sich über das Impfangebot an seiner Schule. „Ich begrüße das sehr, die Impfung ist eine Erleichterung und Hilfe für die Schülerinnen und Schüler.“ Er sei dankbar, dass ein mobiles Team gekommen ist, „das haben wir unterstützt wie es nur eben geht“, sagt Gravert. Etwa durch wiederholte Aufrufe, dass man sich heute impfen lassen könne.

Phillip Mettbach schaut beim Spritzen durch Christiane Badtke lieber nicht so genau hin.
Phillip Mettbach schaut beim Spritzen durch Christiane Badtke lieber nicht so genau hin. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Er weist darauf hin, dass die Impfung freiwillig sei. „Niemandem entsteht ein Nachteil, wenn er sich nicht impfen lassen will.“ Allerdings gibt‘s Erleichterungen für die, die durchgeimpft sind. Gravert: „Sie müssen sich nicht mehr zwei Mal die Woche testen lassen.“ Er freue sich über die Aktion, denn je mehr geimpft seien, „umso leichter haben wir es, den regulären Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.“

Die Schüler rücken vor, Philipp Mettbach ist reif für den Piks. Christiane Badtke erwartet ihn schon. Kurzer Papierkram, dann greift sie zur Spritze mit Biontec. „Bitte in den linken Arm“, sagt der 25-Jährige. Desinfizieren, Spritze rein, Tupfer, Pflaster, fertig. Philipp rollt den Ärmel seines dunkelgrauen T-Shirts runter. Und? „Alles gut“, sagt er, „ich hab kaum was gespürt“.

Ob er erleichtert sei? „Ach, eigentlich nicht“, sagt Mettbach. Er habe nicht so einen großen Druck verspürt, sich impfen zu lassen. Aber es sei schon ok. „Meine ganze Familie ist schon geimpft“, sagt der Bergkamener. Er jetzt auch.

Der Andrang zum Start der Impfaktion hat sich nicht bis mittags fortgesetzt. „Die letzten eineinhalb Stunden waren etwas mau“, sagt Alexandra Grengel-Doennges auf Anfrage der Redaktion. Immerhin: 73 Schüler haben sich die Impfung abgeholt. „Damit sind wir zufrieden.“ In vier Wochen folgt Piks Nummer zwei.

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Jörg Heckenkamp

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