Die Feuerwehr in Werne hatte während des Unwetters alle Hände voll zu tun. Das führte zu langen Wartezeiten. Doch viele Bürger packten auch selbst mit an. © Freiwillige Feuerwehr Werne
Unwetter in Werne

Sekttrinken im Regen: Viele Werner helfen sich selbst, statt zu meckern

Während des Unwetters in Werne war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Das sorgte dafür, dass es teils zu langen Wartezeiten kam. Statt wie früher zu meckern, so der Feuerwehr-Chef, haben sich die Bürger nun selbst geholfen.

Unzählige Keller waren in Werne nach dem Unwetter voll gelaufen. Als das Unwetter am Mittwochabend (14. Juli) den Höhepunkt erreichte, wurde die Freiwillige Feuerwehr im Sekundentakt zu Einsätzen alarmiert. Die Meldungen wurden der Reihe nach abgearbeitet. Es sei denn, man habe sie priorisieren müssen, wenn es etwa um eine Tierrettung wie in Langern ging, erzählt Wehrführer Thomas Temmann.

Das führte dazu, dass einige Bürgerinnen und Bürger wohl stundenlang auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten mussten. „Das ist leider nun mal so, weil wir nur eine begrenzte Anzahl an Fahrzeugen und Einsatzkräften haben“, sagt Temmann, der sich noch einmal erleichtert zeigte, dass auch das Technische Hilfswerk Werne Unterstützung leistete.

Bürger in Werne helfen sich selbst und gegenseitig

Als die Einsatzkräfte bei einigen Bürgern erst spät nach der Alarmierung vor Ort ankamen, hatten sie sich in der Zwischenzeit bereits selbst geholfen. „Einige sagten dann: ‚Bei uns hat es sich erledigt‘“, berichtet Temmann. „Wenn der Keller mit Wasser voll läuft, ist das etwas, was nicht auch der Bürger selbst schafft. Wenn man zum Beispiel eine Tauchpumpe hat, kann man viel damit schaffen. Oder man nimmt eben Eimer zur Hand.“ Das gilt natürlich für überschaubare Mengen an Wasser, nicht wenn der Keller meterhoch voll gelaufen ist.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Werne waren pausenlos im Einsatz im Kampf gegen die Folgen des Unwetters.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Werne waren pausenlos im Einsatz im Kampf gegen die Folgen des Unwetters. © Feuerwehr Werne © Feuerwehr Werne

„Früher haben einige vielleicht gemeckert, dass wir nicht zu ihnen gekommen sind, weil sie zwei bis drei Zentimeter Wasser im Keller hatten. Das gab es jetzt auch in Einzelfällen. Aber wir waren auch sehr dankbar, dass sich viele Bürger selbst und gegenseitig geholfen haben, wenn sie 10 bis 30 Zentimeter Wasser im Keller hatten“, berichtet der Wehrführer.

Auf Alarmierung der Feuerwehr verzichtet

Viele Bürger hätten auch ganz bewusst darauf verzichtet, die Feuerwehr zu alarmieren, weiß Temmann aus Gesprächen mit Bürgern und Kameraden. „Viele haben gar nicht erst angerufen und haben gesagt: ‚Ihr hattet doch sowieso schon genug zu tun‘. So wünscht man sich das“, erklärt Temmann, der in der Nacht zu Freitag keine Unwetter-Einsätze mehr verzeichnete.

Die Kameraden im Dauereinsatz erlebten vielerorts zudem eine große Dankbarkeit für ihren Einsatz. „Manche haben Getränke bereitgestellt und ein Bürger hat zum Beispiel seine Garage frei geräumt, damit die Kameraden sich dort vor dem Regen unterstellen konnten“, berichtet Temmann. Zu dem Fazit des Wehrführers gehört auch, dass sich viele Bürger gegenseitig unterstützt haben – etwa bei dem Auspumpen von Kellern. Nach getaner Arbeit hätten sich an einer Stelle sogar Nachbarn an Stehtischen getroffen und eine Sektflasche gemeinsam geöffnet.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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