Zu wenig Anmeldungen: Werner Sekundarschule hat an sinkenden Schülerzahlen zu knabbern

Marga-Spiegel-Sekundarschule

Hat die Marga-Spiegel-Sekundarschule an Attraktivität verloren? Die vergleichsweise geringen Anmeldezahlen stimmen die Schulleitung nachdenklich. Doch der Erklärungsansatz ist ein anderer.

Werne

, 13.02.2020, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu wenig Anmeldungen: Werner Sekundarschule hat an sinkenden Schülerzahlen zu knabbern

Die Marga-Spiegel-Sekundarschule befindet sich seit 2012 im Schulzentrum an der Bahnhofstraße. © Felix Püschner

Diese Zahlen stoßen bei der Marga-Spiegel-Sekundarschule (MSS) nicht gerade auf Begeisterung: Nur 100 Kinder haben sich bislang für das kommende Schuljahr neu angemeldet. Das könnte bedeuten, dass die Werner Schule 2020/21 erstmals in ihrer Geschichte nur noch vier Klassenzüge bildet. „Um weiter fünfzügig zu bleiben, bräuchten wir etwa 120 Neuanmeldungen. Die hatten wir in den vergangenen Jahren auch immer“, erklärte MSS-Leiter Hubertus Steiner auf Anfrage unserer Redaktion.

Doch auch wenn erfahrungsgemäß stets noch ein paar „Nachzügler“ hinzukämen, sehe es aktuell nicht danach aus, dass die Schule diese Marke erreicht. Aber woran liegt das?

Fehlende Oberstufe nagt an Attraktivität der Schule

Steiner nennt die fehlende Oberstufe als möglichen Grund: „Den Wunsch nach einer Oberstufe hören wir schon seit Langem von den Eltern. Aber das geht leider nicht so einfach.“ Genau genommen ginge es nur, wenn die Schulform geändert wird. Etwa, indem die Sekundarschule zur Gesamtschule umfunktioniert wird: „Das wäre möglich. Zumal derzeit alle Gesamtschulen im Umland regelrecht boomen. Und wir sind konzeptuell genauso aufgestellt wie die Gesamtschulen“, so Steiner.

Längeres gemeinsames Lernen, das Offenhalten aller Bildungsabschlüsse - darauf sei schließlich auch die 2012 eröffnete MSS ausgerichtet. Von den Schülern, die nach ihrem Abschluss an der Werner Sekundarschule in die Oberstufe einer anderen Schule wechseln, wählt laut Steiner gut die Hälfte das Gymnasium. Aber viele gingen eben auch den Weg zur Gesamtschule - und die ist dann nicht in Werne sondern Nordkirchen, Lünen oder Hamm.

Ein Umstand, der nicht ganz im Sinne des Erfinders ist, wie Steiner betont: „Die Sekundarschule wurde 2012 auch mit der Intention eröffnet, die Werner Schüler in Werne zu halten.“

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Wehren würde er sich gegen die Umformung in eine Gesamtschule nicht, sagt der MSS-Leiter: „Wenn wir mit der Sekundarschule nur vierzügig fahren, ist das zwar nicht dramatisch - aber der Wunsch nach einer Oberstufe ist nun mal vorhanden.“

Der Wunsch vielleicht schon, aber nicht der Bedarf - so sieht man es zumindest auf Seiten der Stadt. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Schuldezernent Alexander Ruhe, man sehe aktuell „keinen Handlungsbedarf“. Vielmehr sei es so, dass man im Hinblick auf die Zahl der Schüler, die zum kommenden Schuljahr auf eine weiterführende Schule wechselt, gerade eine „Durststrecke“ durchmache. „Wir werden da ein bis drei Jahre durchhalten müssen. Es ist aber absehbar, dass dann wieder mehr Schüler nachkommen“, so Ruhe.

Man müsse bei der Planung stets das Gesamtbild im Auge behalten. Zum Beispiel, ob ein Bedarf auch langfristig besteht - und ob der vorhandene Gebäudebestand überhaupt Platz für eine weitere Oberstufe bietet.

„Zu unseren Aufgaben gehört es auch, kanibalisierende Effekte zu vermeiden.“
Zu wenig Anmeldungen: Werner Sekundarschule hat an sinkenden Schülerzahlen zu knabbern

© Felix Püschner

Schuldezernent Alexander Ruhe

Laut Ruhe ist beides nicht der Fall. Und angesichts der schulrechtlichen Vorgaben sei eine Umformung in eine andere Schulform auch nicht so einfach. „Wir achten schon darauf, dass keine unserer Schulen in ihrer Existenz bedroht ist. Aber dazu gehört es auch, kanibalisierende Effekte zu vermeiden“, so Ruhe.

Heißt im Klartext: Bevor sich Wernes weiterführende Schulen gegenseitig die Schüler klauen, belässt man es lieber bei den derzeit bereits bestehenden Oberstufen am Anne-Frank-Gymnasium, dem Gymnasium St.-Christophorus und des Berufskollegskollegs.

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