„Die sind wie Rohrbomben“ - Selbst gebaute Böller sorgen für Schrecken und Gefahr

mlzPolizei in Werne

Ein lautes Knallen sorgt alle paar Tage für Schrecken. Die Nachbarn an der Horster Straße sind verzweifelt, denn die selbst gebauten Böller stellen eine große Gefahr dar.

Werne

, 24.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer Plastiktüte eingepackt liegt er in der Redaktion: ein selbst gebauter Böller, den Anwohner der Horster Straße gefunden haben. So groß wie ein Fußball sind die Überreste des Böllers, der für Schrecken gesorgt hat - und das nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.

„Die sind total gefährlich“, sagt einer der Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, und die Überreste des Böllers aufgesammelt hat. „Da sind Polen-Böller nichts gegen“, sagt der Mann. „Das sind teilweise richtige Rohrbomben.“

Anwohner: „Es ist eine Frage der Zeit, bis etwas passiert“

Schon mehrfach haben Unbekannte die gefährlichen Böller an der Horster Straße gezündet - zuletzt in der Nacht auf den 22. Oktober sowie in der Nacht auf den 9. Oktober. Jedes Mal sammelt der Anwohner die Überreste auf und übergibt sie als Beweis der Polizei.

„Wir rechnen alle fest damit, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis etwas passiert“, sagt der Anwohner. Besonders jetzt in den Herbstferien, in denen die Kinder auch etwas länger draußen spielen dürften - denn wer hinter den gefährlichen Aktionen steckt, ist noch nicht klar.

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Auch die Polizei war bereits vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen. So auch am 13. August, wie Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage dieser Redaktion bestätigt. Dort habe die Polizei eine Getränkeflasche aus Plastik gefunden, die mit Böller-Resten gefüllt war. Eine Beschreibung, die auf die vom Anwohner angesprochene „Rohrbombe“ passt. Eine Anzeige gegen Unbekannt liegt dort allerdings nicht vor.

Eine Zeugin habe der Polizei bestätigt, dass in der Gegend Horster Straße und Ostkamp häufiger „Sachen gesprengt“ würden. Auch die Stadt Werne kennt die Situation, konnte aber bislang noch nichts dagegen tun.

Anwohner haben Stadt und Polizei alarmiert

„Der Bezirksdienst war draußen“, sagt Werner Kneip vom Ordnungsamt der Stadt Werne. Wann genau das war, konnte Kneip nicht mehr eingrenzen. Klar ist allerdings: Ein Zeuge habe die Stadt alarmiert und mitgeteilt, dass jemand Böller gezündet hat.

Doch der Bezirksdienst konnte keine Hinweise finden. Anwohner, die man an der Horster Straße antraf, hätten nichts davon mitbekommen. Seitdem ist das Böller-Problem für die Stadt abgehakt, denn Rückmeldungen gab es nicht mehr.

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Alles andere als abgehakt ist die die Böllerei bei den Anwohnern der Horster Straße. „So kann es nicht weitergehen“, sagt der Mann mit den Böller-Resten in seiner Tasche. Er ist es leid, die Überreste aufzusammeln - denn jedes Mal schwingt die Angst mit, dass er auch den ersten Verletzten finden könnte.

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