Anwohner nach Unfall mit Schwerverletztem: „War nur eine Frage der Zeit, bis es wieder knallt“

mlzSelmer Landstraße/Cappenberger Damm

Schwerverletzt musste die Feuerwehr eine Frau aus ihrem Auto am Cappenberger Damm befreien. Laut Christoph Westhues (42) ist die Kreuzung seit Jahrzehnten ein Unfallschwerpunkt – doch es tut sich nichts.

Werne, Selm

, 25.07.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein grausamer Anblick am Dienstag, 23. Juli: Eine Frau aus Bochum kollidierte im Kreuzungsbereich Selmer Landstraße/Cappenberger Damm mit einem Transporter. Der komplette Motorraum war eingedrückt, die Beifahrerin mit schweren Verletzungen eingeklemmt. Geht es nach Anwohner Christoph Westhues (42) war es nur eine Frage der Zeit, bis es an dieser Stelle wieder knallt.

„Das ist seit mehr als 30 Jahren so – doch es tut sich nichts. Anscheinend ist das allen egal“, sagt er. Seit 1977 wohnt Westhues an der Selmer Landstraße und sagt: „Unfälle an dieser Stelle sind gang und gäbe.“ So traurig es klingt, für Westhues und die Anwohner sei es Realität.

Die langgezogene Selmer Landstraße verleite die Autofahrer dazu, das Tempolimit zu überschreiten. „Zuletzt wollte ich vor meinem Haus pflastern – da hatte ich fast Todesangst. Das ist eine typische Raserstrecke.“

Das größte Problem: Die Kreuzung Selmer Landstraße/Cappenberger Damm sei zu unübersichtlich. Gerade für Autofahrer aus Richtung Südkirchen, die das Stoppschild beachten müssen. Selbst für ortskundige wie Westhues sei die Kreuzung unübersichtlich. Zum Teil warte er mit einem großen Fahrzeug dort bis zu zehn Minuten.

Anwohner nach Unfall mit Schwerverletztem: „War nur eine Frage der Zeit, bis es wieder knallt“

Einer der Unfallwagen an der Kreuzung Cappenberger Damm/Selmer Landstraße. Hier krachte es am 23. Juli. © Mario Bartlewski

Geht es nach Westhues, gibt es nur zwei Lösungen: Eine Ampel oder – noch besser – ein Kreisverkehr könnten das Problem aus Westhues Sicht beheben. Eine Veränderung, für die Anwohner schon seit Jahren plädieren. „Doch man fühlt sich allein gelassen, weil nichts passiert. Das ist kein Dauerzustand.“

Den lang ersehnten und ursprünglich für Frühjahr 2020 geplanten Bau eines Kreisverkehres hat Straßen NRW erst kürzlich verschoben. Genau wie den Start einer zweijährigen Großbaustelle mit mehrere Maßnahmen, die alle ein Ziel verfolgen: mehr Sicherheit für Cappenberg zwischen den Stadtgrenzen zu Lünen und Werne. Doch geworden ist daraus bislang nichts.

Anwohner haben mulmiges Gefühl bei ihren Kindern

Mitte September soll der Bau für das Großprojekt nun beginnen. Aus Sicht der Anwohner wird das auch endlich Zeit. Denn so, wie es jetzt um die Selmer Landstraße bestellt ist, könne es nicht bleiben.

„Es ist schon erschreckend. Hier hat es bestimmt zehnmal in den vergangenen zwei Jahren geknallt.“ Für seine Kinder habe er vor seinem Haus sogar extra einen Zaun gebaut. „Mein siebenjähriger Sohn soll hier möglichst nicht alleine raus. Und selbst bei meinem Elfjährigen habe ich schon ein mulmiges Gefühl“, sagt Westhues.

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Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Kreisverkehr-Pläne tatsächlich zeitnah umgesetzt werden – damit so schwere Unfälle wie am Dienstag vermieden werden.

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