Die Leute nutzen den Samstag (12. Dezember) vor dem möglichen Lockdown zum Einkaufen in Werne. © Charlotte Schuster
Corona-Krise in Werne

Shoppen vor dem Lockdown: Viele Werner machen letzte Einkäufe

Auf Bund und Länder kommt ab Mittwoch (16. Dezember) ein erweiterter Lockdown zu - davon betroffen ist auch der Einzelhandel. Deshalb waren am Samstag (12. Dezember) noch einmal viele Werner in der Stadt unterwegs.

Am Freitag (11. Dezember) machte sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für einen harten Corona-Lockdown stark. Am Sonntag dann die Gewissheit: Der erweiterte Lockdown kommt ab Mittwoch (16. Dezember). Weil schon vor dem Wochenende absehbar war, dass der Einzelhandel schließen würde, zog es am Samstag auch noch viele Werner in die Innenstadt.

Weihnachtseinkäufe zur Corona-Zeit erledigen

Im Laufe des Samstagvormittags kamen immer mehr Menschen in Werne zusammen. Auch das Ehepaar Flohmann war gemeinsam mit ihrem Enkelsohn Leon in Werne unterwegs. „Unser Enkelsohn muss noch Weihnachtsgeschenke einkaufen. Ansonsten wären wir heute nicht hier“, sagte Monika Flohmann am Samstag. Falls die Geschäfte bereits nächste Woche schließen müssten, sei ihr Enkel schonmal mit Geschenken versorgt.

Geplant habe Leon eigentlich, die Besorgungen erst eine Woche vor Weihnachten zu tätigen. Der Samstag noch unsichere Lockdown hätte das Vorhaben jedoch verhindern können. „Der Lockdown ist eine gute Entscheidung, die aber zu spät kommt“, so Flohmann.

„Corona macht einsam“

Zufällig getroffen hatten sich die drei Frauen Marie-Louise Holthausen, Ingeborg Küpper und Anne Kriesten in Werne. Sie seien aber nicht aufgrund des dämmernden Lockdowns in der Stadt.

Holthausen sei gerade noch beim Friseur gewesen. „Der Termin ist schon lange geplant gewesen und hat nichts mit dem Lockdown zutun“, sagte sie.

Ingeborg Küpper müsse noch Lebensmittel einkaufen – auch das habe nichts mit den verschärften Regelungen zutun. „Weihnachtsgeschenke brauchen wir dieses Jahr sowieso nicht. Es wird ja einen Lockdown geben“, sagte Küpper.

Eigentlich feiere sie Weihnachten jedes Jahr bei ihrer Familie. In diesem Jahr werde sie die Feiertage alleine verbringen. Die Frauen sind sich einig: „Corona macht einsam.“

Letzter Bummel vor Schließung des Einzelhandels

Auch Susann Zapf sei unabhängig von Corona in die Innenstadt gekommen. Sie war kurz zuvor im Lebensmittelgeschäft „Overmann“ einkaufen – wie jeden Samstag. Den am Samstag noch unklaren Lockdown fand sie angemessen. „Die Zahlen sprechen dafür, dass eine andere Konsequenz folgen muss. Ansonsten kann man den Virus nicht eindämmen“, sagte Zapf. Sie habe das Glück, dass der Lockdown sie nicht beruflich treffe, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen.

Paula Kuhl habe im Modehaus Kroes gestöbert. „Ich bummel noch ein wenig durch die Stadt, bevor die Geschäfte wieder schließen müssen“, sagte sie. Ein Geschenk für ihre Tochter zu Weihnachten habe sie auch schon gefunden. „Nächste Woche sind die Geschäfte bestimmt zu. Wann hätte ich denn sonst Weihnachtsgeschenke kaufen sollen?“, fragte sie. Online bestellen tue sie nur sehr ungerne und in Werne könne man genügend Abstand zu den Anderen einhalten.

Inhaberin von Oma´s Cafe in Ungewissheit

Seit Anfang November hat Oma’s Cafe ein Stand aufgebaut, an dem Kekse verkauft werden. „Fast jeder Gast spricht uns auf Corona und den Lockdown an“, sagte Nicole Kiwitt, Inhaberin von Oma‘s Cafe. Insbesondere der am Samstag noch nicht beschlossene Lockdown an Weihnachten, scheine die Menschen zum Nachdenken anzuregen.

Kiwitt habe die ganze Nacht von Freitag auf Samstag nicht schlafen können. „Was machen wir jetzt? Backen wir noch?“, fragte sie sich. Bis dahin habe sie nicht gewusst, ob sie weiterhin Kekse verkaufen dürfe. Viele Leute kaufen Plätzchen bei ihr und verschenken diese an Weihnachten an ihre Liebsten. Eine Frau habe sich einen großen Eimer mit Plätzchen füllen lassen – diese möchte sie an Weihnachten ihren Enkelkindern schenken.

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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