Nur wenige Besucherinnen und Besucher tragen auf Sim-Jü eine Maske - obwohl man in engen Kontakt mit anderen Menschen kommt. Das gilt auch für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei der Kontrolle der 3G-Regel. Sie sollten eine Maske tragen, findet unsere Autorin. © Jörg Heckenkamp
Meinung

Sim-Jü ohne Maske: Ordnungsamt-Mitarbeiter sollten mit gutem Beispiel vorangehen!

Sie kommen eng mit Menschen in Kontakt, um die 3G-Regel auf der Sim-Jü-Kirmes zu kontrollieren. Eine Maske müssen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht tragen. Sie sollten es aber - und als Vorbild fungieren. Ein Kommentar.

Es gibt in diesen Tagen Diskussionen über das Impfen von Fußballprofis. Sollten Sie nicht als Vorbild auftreten und für das Impfen werben? Während einige Profis wie etwa Emre Can von Borussia Dortmund genau das tun, sorgt Bayerns Joshua Kimmich derzeit für Diskussionen, weil er sich öffentlich als „nicht-geimpft“ geoutet hat.

Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, ob er sich impfen lassen möchte. Man sollte niemanden verurteilen, wenn er sich dagegen entscheidet. Vorausgesetzt, es gibt für den Einzelnen einen triftigen Grund gegen die Impfung. Die Rolle als Vorbild – sie wird derzeit auch in sozialen Netzwerken rund um die Sim-Jü-Kirmes in Werne diskutiert.

Maske ist keine Pflicht, wird aber empfohlen auf Sim-Jü

Jeder darf auch selbst entscheiden, ob er beim Gang über die Kirmes oder bei der Fahrt in einem Karussell eine Maske trägt oder nicht. Nachdem das Land NRW seine Coronaschutzverordnung zum 1. Oktober angepasst hat, ist die für die Sim-Jü zunächst vorgesehene Maskenpflicht auf dem gesamten Kirmesgelände entfallen. Die Stadt Werne hat kaum eine Handhabe, diese Regelung selbst wieder zu verschärfen. Also bleibt es bei einer Empfehlung der Stadt, dort eine Maske zu tragen, wo nicht genügend Abstand zu anderen Personen eingehalten werden kann.

Doch genau dieser Empfehlung sollten alle Bürgerinnen und Bürger zum Wohle von Nicht-Geimpften an beengten Stellen auf der Kirmes folgen. Dabei denke ich an die vielen Kinder, die die Kirmes gerne besuchen, aber noch nicht geimpft sind. Aber auch die Berichte über Neuinfektionen trotz einer Impfung machen mich oft nachdenklich. Sind wir nicht vielleicht schon wieder etwas zu nachlässig geworden in der Corona-Krise, die uns noch länger beschäftigen wird?

Deshalb finde ich, sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der gesamten Stadtverwaltung Werne als Vorbild auftreten. Vor allem dann, wenn sie in direkten und häufigen Kontakt mit Besuchern treten. Nämlich genau dann, wenn sie die Kontrollen über die 3G-Regel überprüfen.

Dort fiel am Wochenende schließlich auch auf, dass einige Besucher sich nicht daran gehalten haben und trotzdem versucht haben, auf die Kirmes zu gehen. Sie waren weder geimpft noch genesen oder getestet. Wenn man dann noch bedenkt, dass mehr als 600 Personen sich zwar in einer der vier Teststellen von Ingo Schnitger angemeldet, aber nicht zum Termin gekommen sind, könnten es deutlich mehr Menschen sein, die sich auf Sim-Jü tummeln, obwohl sie sich nicht einmal getestet haben.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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