So entstanden die zwei neuen Glocken für Werne

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„Heute muss die Glocke werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand.“ Was Schillers Verse bedeuten, haben rund 70 Werner am Freitag erfahren. Sie wurden Zeugen eines „Jahrhundertereignisses“, wie Pfarrer Jürgen Schäfer es nannte: dem Guss von zwei neuen Glocken für die Marien-Kapelle in der Bauerschaft Horst. Wir waren mit der Videokamera ganz nah dabei – Staub und große Hitze zum Trotz.

WERNE/GESCHER

, 08.04.2016, 20:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

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So entstanden die zwei neuen Glocken für Werne

„Heute muss die Glocke werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand.“ Was Schillers Verse bedeuten, haben rund 70 Werner am Freitag erfahren. Sie wurden Zeugen eines „Jahrhundertereignisses“, wie Pfarrer Jürgen Schäfer es nannte: dem Guss von zwei neuen Glocken für die Marien-Kapelle in der Bauerschaft Horst.
10.04.2016
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Die Hitze färbt den Raum.© Foto: Vom Hofe
© Foto: Vom Hofe
Ellen Hüeske (l.) Ingenieurin für Metallurgie und
Werkstoffkunde und Frau des Unternehmenserben
und Glockengießers Hans Göran Hüesker begrüßt die Werner Besuchergruppe.© Foto: Vom Hofe
Vorne auf dem Gelände empfängt ein eicherner Glockenstuhl mit Glocken die Besucher - und gibt ihnen einen Vorgeschmack darauf, was sie in wenigen Wochen wieder in Horst erwarten wird.© Foto: Vom Hofe
Schallläden, wie sie auf dem Werksgelände der Glockengießerei zu sehen sind, verbessern den Klang.© Foto: Vom Hofe
Das Betriebsgebäude der Glockengießerei benötigt keine modernen Hightech-Geräte. Glockenguss funktioniert im Prinzip heute nicht anders als vor über 300 Jahren, als das Unternehmen entstand.© Foto: Vom Hofe
Der Lehm, der für die Glockengussformen benutzt wird, stammt heute genauso wie 1790, als sich das Unternehmen in Gescher ansiedelte, vom Ufer des heimischen Flusses Berkel.© Foto: Vom Hofe
Glocken hört jeder - mehr oder weniger aufmerksam - regelmäßig.Zu Gesicht bekommen aber nur wenige sie.© Foto: Vom Hofe
Moderne Digitaltechnik mag es in der Manufaktur geben, sie ist aber gut versteckt - und wird für die Glockenherstellung nicht benötigt.© Foto: Vom Hofe
Als die Werner Gruppe in der Glockengießerei eintrifft, haben die für den Guss beauftragten Mitarbeiter bereits ihre moderne Schutzkleidung an.© Foto: Vom Hofe
Das Modell einer anderen Marienglocke, die noch auf ihren Guss wartet. Daranerkennen die Werner, wie die Glockenherstellung funktioniert. Feste darauf schlagen dürfte man nicht. Die sogenannte falsche Glocike ist zwar das genaue Gegenstück der späteren Glocke, sie besteht aber aus Ton.Die aufgetragene Glockenzier - Figuren und Schriften - sind aus Wachs aufgetragen.© Foto: Vom Hofe
Am Anfang der Glockenmaanufaktur steht die Herstellung des Kerns. Er dient als Stütze für die weitere Konstruktion. Auf dem Ziegelkern wird mit immer feineren Lehmschichten die Innenform der Glocke aufgebaut und mittels einer drehbaren Schablone geglättet.© Foto: Vom Hofe
In der Glockengrube: Hier befindet sich der 13 Tonnen fassende, rund 100 Jahre alte Schmelzofen des Unternehmens.Ein- bis zweimal im Jahr findet hier nach wie vor ein großer Glockenguss statt: mehr als zehn Glocken gleichzeitig.Für die beiden Horster Glocken lohnte es sich nicht, den Ofen anzuwerfen, darum gab es einen Tiegelguss.© Foto: Vom Hofe
Elle Hüesker erklärt die Produktionsschritte.© Foto: Vom Hofe
Die vier Mitarbeiter prüfen die Hitze im Ofen.© Foto: Vom Hofe
Während die Masse aus 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn noch weiter aufheizt, betreten dieGemeindemitglieder die Halle. Bei etwa 1100 °C hat die Bronzeschmelze die erforderliche Gusstemperatur.© Foto: Vom Hofe
In der Gussgrube: Von den Formen für die beiden Horster Glocken blicken nur die Köpfe aus der Erde.© Foto: Vom Hofe
Eingegraben sind die Formen für die Glocken. Oben schauen nur noch drei Löcher als Öffnungen. In der Mitte fließt das Metall hinein. Durch die beiden anderen können Gase entweichen.© Foto: Vom Hofe
Pfarrer Jürgen Schäfer singt mit der Gemeinde, bevor der Guss beginnt.© Foto: Vom Hofe
Gespanntes Warten, bis es losgeht.© Foto: Vom Hofe
Die beiden Formen - noch kalt - sind im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.© Foto: Vom Hofe
So etwas erlebt man - wenn überhauipt - höchstens ein- oder zweimal im Das wissen die Mitreisenden.© Foto: Vom Hofe
Letzte Vorbereitungen für Pfarrer, Glockengießer und Fotograf.© Foto: Vom Hofe
Heinrich Sicking, Andreas Grape, Michael Hörnemannund Siegfried Thiery schreiten zur Tat.© Foto: Vom Hofe
Ist die Temperatur von 1150 Grad erreicht?© Foto: Vom Hofe
Fürbitten für die Glocken und für alle, die durch sie zum Gebet gerufen werden.© Foto: Vom Hofe
Letzte Absprachen beim Ofen.© Foto: Vom Hofe
Die Männer bereiten den Guss vor.© Foto: Vom Hofe
Jetzt wird der Gusstiegel klargemacht.© Foto: Vom Hofe
Im Zeichen des Kreuzes scheint hier alles zu sein.© Foto: Vom Hofe
Der Gusstiegel mit flüssiger Bronze wird aus dem Ofen gehoben.© Foto: Vom Hofe
Fast ist er ganz oben.© Foto: Vom Hofe
Der Gusstiegel macht sich auf den Weg zu den beiden Formen.© Foto: Vom Hofe
Über eine Vorrichtung unter der Decke wird das lavaheiße Metall transportiert.© Foto: Vom Hofe
Für die Gießer Alltag, für die Werner ein einmaliges Ereignis.© Foto: Vom Hofe
Die Gesänge sind längst verstummt.© Foto: Vom Hofe
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Alles schweigt, damit die Glockegießer miteinander Anweisungen austauschen können.Das ist aber gar nicht nötig.© Foto: Vom Hofe
Große Konzentration.© Foto: Vom Hofe
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Jetzt neigt sich der Tiegel.© Foto: Vom Hofe
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Jetzt die zweite Form. Die Zuschauer halten den Atem an.© Foto: Vom Hofe
Genau zielen. Weil das nicht immer geht, wird stets etwas mehr Metall vorbereitet als später benötigt wird.© Foto: Vom Hofe
Eine ruhige Hand ist gefragt - trotz der riesigen Hitze.© Foto: Vom Hofe
Das flüssige Metall verliert schon an Farbe, es beginnt im Glockenkörper zu erkalten.© Foto: Vom Hofe
Die Holzkohle wurde nicht auf die Einfülllöcher gelegt, um Würstchen zu grillen. Die frisch gegossene Glocke soll es auch weiter warm haben.© Foto: Vom Hofe
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Ellen Hüesker freut sich über das Interesse der Gemeindemitglieder.© Foto: Vom Hofe
Kunstguss ist ein wivchtiges zweites Standbein.© Foto: Vom Hofe
Diese Glocke ist ein Exponat des Glockenmuseums, das ebenfalls in Gescher ist. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Gießerei fertigt eine Kopie an.© Foto: Vom Hofe
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Kunstguss hat eine wachsende Bedeutung bei der Petit-und-Gebüder-Edelbrock-Glocken- und Kunstguss-Manufaktur in Gescher.© Foto: Vom Hofe
Bronze hat verschiedene Farben.© Foto: Vom Hofe
Das sind die typischen Bronzefarben.© Foto: Vom Hofe
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„Heute muss die Glocke werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand.“ Was Schillers Verse bedeuten, haben rund 70 Werner am Freitag um 15 Uhr in der Glockenmanufaktur  „Petit und Gebrüder Edelbrock“ erfahren. Sie wurden Zeugen eines „Jahrhundertereignisses“, wie Pfarrer Jürgen Schäfer es nannte: dem Guss von zwei neuen Glocken für die Marien-Kapelle in der Bauerschaft Horst.  Wir waren mit der Videokamera ganz nah dabei – Staub und großer Hitze zum Trotz. 

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