Nach dem ersten Lockdown im Frühling waren im Mai wieder Besuche auf Abstand erlaubt, wie hier auf dem Archiv-Foto im Seniorenheim St. Katharina. Für die Weihnachtstage gibt es verschiedene Besuchs-Möglichkeiten. © Haus St. Katharina (A)
Weihnachten in Werne

So funktioniert liebevolles Beisammensein zu Weihnachten in Seniorenheimen

Trotz der hohen Infektionszahlen soll das Weihnachtsfest besinnlich verlaufen. Auch Besuche in Altersheimen dürfen in Werne stattfinden - wenn auch mit Einschränkungen.

Zahlreiche Menschen aus Werne besuchen ihre Verwandten und Freunde jedes Jahr an Weihnachten im Seniorenheim. Das wird auch in diesem Corona geprägten Jahr möglich sein. An bestimmte Regeln und Einschränkungen müssen die Werner sich aber halten, wenn sie ihre Liebsten besuchen.

Diese Maßnahmen gelten in Seniorenheimen

Das NRW-Gesundheitsministerium hat beschlossen, dass jeder Bewohner jeweils zwei Besucher pro Tag empfangen darf. Mindestens eine Stunde Besuchszeit werden den Besuchern gewährt.

Um das Infektionsrisiko einzuschränken, werde bei denjenigen zuerst Fieber gemessen und mögliche Erkältungssymptome werden kontrolliert. In einigen Einrichtungen werden auch Corona-Schnelltests angeboten.

Die Besucher seien dazu verpflichtet, eine FFP2-Maske zu tragen sowie einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu beachten. Wenn der Bewohner ebenso eine Maske aufzieht, seien auch Berührungen bewilligt. Dabei sei zu beachten, dass vorher und hinterher die Hände desinfiziert werden.

Anmeldungen, FFP2-Masken und Schutzkittel sind Pflicht

„Alle Besucher müssen sich bei uns anmelden“, sagt Doreen Biniasch, die Pflegedienstleitung des Malteser-Seniorenzentrum in der Panhoff-Stiftung. Um einen Termin zu erhalten, müssen die Besucher sich telefonisch bei der Einrichtung melden.

Vor dem Besuch würden alle Gäste getestet. Falls sie die Bewohner nur auf der Terrasse treffen möchten, sei auch ein regulärer Einlass ohne einen Test möglich. Die Senioren dürfen im Innenbereich zwei Personen pro Tag und im Außenbereich vier Personen pro Tag empfangen. Das Seniorenheim stelle den Besuchern sowohl FFP2-Masken als auch Schutzkittel zur Verfügung. Diese müssen über die gesamte Besuchszeit getragen werden.

„Wir müssen alles aus eigener Kraft stemmen“

„Wir bitten darum, lieber zu uns zukommen, als die Bewohner irgendwo mit hinzunehmen“, sagt Biniasch. Grundsätzlich dürfen die Bewohner über die Festtage aber zu ihren Familien. Die Bewohner, die die Einrichtung verlassen haben, werden am Tag und am dritten Tag der Rückkehr im Seniorenheim auf Corona getestet.

Zudem hofft Biniasch auf die Vernunft der Menschen, sich dieses Jahr einzuschränken. Sie rät davon ab, mehrmals die Woche zu Besuch zu kommen. „Die Anordnungen sind toll, aber wir müssen alles aus eigener Kraft stemmen“, sagt sie.

Mehrere Möglichkeiten, Weihnachten miteinander zu verbringen

Auch das Altenheim St. Katharina in Werne hat sich Einiges überlegt, um den Bewohnern ein schönes Weihnachten zu ermöglichen. Rudolf Voß, der Einrichtungsleiter, und Walter Daldrup, der Pflegedienstleiter, verdeutlichen, dass die Besucher mehrere Möglichkeiten hätten, mit den Bewohnern die Weihnachtstage zu verbringen.

Zum einen können die Besucher das Plauderstübchen nutzen, um Kontakt zu ihren Liebsten zu haben. Das Besondere an dem Raum sei, dass die Besucher und Bewohner sich zwar gegenseitig sehen und miteinander sprechen können, aber sie keinen körperlichen Kontakt zueinander haben.

Die große Weihnachtsfeier im Pro Talis-Heim am Solebad fällt natürlich aus. Dafür gibt‘s als Ersatz ein Konzert auf Abstand.
Die große Weihnachtsfeier im Pro Talis-Heim am Solebad fällt natürlich aus. Dafür gibt‘s als Ersatz ein Konzert auf Abstand. © Jörg Heckenkamp (A) © Jörg Heckenkamp (A)

Auch der normale Eintritt würde mit einem negativen Testergebnis gewährt. Dieser könne an allen Tagen bis auf Neujahr im Altenheim durchgeführt werden. Die Besucher können auch einen aktuellen Test von ihrem Hausarzt vorzeigen.

Für die Begegnungen bekomme jeder Besucher eine FFP2-Maske gestellt. Während das „Screening“ bei einem Besucher durchgeführt werde, werden dem Bewohner die Hände desinfiziert und ebenfalls eine Maske aufgesetzt. Die Besuche finden im Zimmer des Bewohners statt.


Festliche Gerichte und individuelle Geschenke für die Bewohner

Unter anderem bietet das Altenheim den Angehörigen auch Kontakt über Skype und Telefonie an. Weihnachtsgeschenke für die Bewohner können an die Angestellten des Altenheimes übergeben werden. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die Angehörigen die Bewohner zu sich holen. „Wenn jemand gehen will, kann er gehen. Davor haben wir Respekt, aber auch Bauchschmerzen“, sagt Voß.

Die jeweiligen Hausgemeinschaften bekommen an den Weihnachtstagen ein festliches Gericht, welches sie sich zuvor selbst aussuchen durften. In den Hausgemeinschaften werden Weihnachtslieder gesungen, das Weihnachtsevangelium wird vorgelesen. Zudem haben die Mitarbeiter für jeden Bewohner ein individuelles Geschenk vorbereitet.

Saxophonist gibt Konzert an Heiligabend

Die beiden Pro Talis-Häuser in Werne konnten uns zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht genau sagen, wie die Besuchsregeln in ihren Häusern aussehen. Die übliche, große Weihnachtsfeier kann jedenfalls coronabedingt nicht stattfinden. Dafür gäben die Mitarbeiter ihr Bestes, den Bewohnern das Weihnachtsfest so schön wie möglich zu gestalten:

Das Pro Talis-Seniorenheim am Solebad habe für Weihnachten eine besondere Aktion organisiert. „An Heiligabend wird der Saxofonist Michael Gick ein Konzert geben. Die Bewohner können auf den Terrassen oder am Fenster dem Konzert lauschen“, sagt Ingrid Bressem-Füssgen, Mitarbeiterin im Sozialdienst.

Zudem haben die Mitarbeiter das Seniorenzentrum und den gesamten Wohnbereich feierlich geschmückt. An Weihnachten werde es unter anderem Weihnachtsgeschenke und Plätzchen für die Bewohner geben. „Mit einem geschmückten Wagen werden die Geschenke an alle verteilt“, so Bressem-Füssgen.

Das Antonius-Heim an der Ottostraße konnte uns trotz mehrfacher Anfrage keine Auskunft geben.

Über die Autorin
Freier Mitarbeiter
Neben dem Journalistik-Studium unterstützt Charlotte Schuster die Redaktion in Werne. Im Sommer 2020 hat sie ein Praktikum bei den Ruhr Nachrichten absolviert, welches ihr die schönen Seiten des Lokaljournalismus gezeigt hat.
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