So kämpften Werner und Capeller 1812 und 1815

Die Geschichte zweier junger Männer

Ob sie sich wohl kannten? Nicht unwahrscheinlich. Gerhardus Heinrich Schulze Capelle wurde Ende 1793 in Capelle geboren, sein Namensvetter Gerhardus Henricus Reer im Frühjahr 1791 in Werne. Beide trennten nur zwei Jahre und zehn Kilometer - aber eine Front, die sich quer durch Europa zog.

WERNE/CAPELLE

, 22.01.2016, 17:22 Uhr / Lesedauer: 4 min
So sieht ein ausgefülltes Personalblatt für die Ahnentafel aus.

So sieht ein ausgefülltes Personalblatt für die Ahnentafel aus.

Gerd, der Held: Diesen Titel verliehen die damaligen Chronisten nur dem einen. Den anderen strichen sie aus dem öffentlichen Gedächtnis, wenn er da überhaupt je einen Platz hatte.

Robert Becker (76) findet das ungerecht. Der akribische Familien- und Heimatforscher hat die Lebensgeschichten der zwei Männer erforscht. Beide bedeuten ihm etwas: Reer als sein Ururgroßonkel, Schulze Capelle als Ururgroßvater seiner Ehefrau. Und beide als typische Vertreter einer Generation, die das Pech hatte in einer Epoche der Umbrüche heranzuwachsen.

Werne auf der Schwelle ins 19. Jahrhundert

Werne kurz nach der Wende zum 19. Jahrhundert: Unruhige Zeiten dämmern für die nicht einmal 3000 Bewohner - um die 1000 in der Stadt selbst, die anderen verteilt auf die elf Bauerschaften einschließlich Capelle.

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation liegt nach 800 Jahren in seinen letzten Zügen. Der letzte Fürstbischof von Münster ist schon 1801 gestorben. 1802 wird sein Fürstbistum ihm folgen. Das katholische Werne fällt an die protestantischen Preußen. Für viele ein Schock. 

Münsterländer freuen sich über Franzosen - aber nur kurz

Als die ungeliebten neuen Machthaber vier Jahre später bei Jena und Auerstedt eine verheerende Niederlage erleiden, ziehen Franzosen in Berlin ein - auch in Werne. Die Münsterländer jubeln. Schließlich gelten Franzosen als gute Katholiken, Schnell folgt aber die Ernüchterung.

Denn die Säkularisation, die Aufhebung der Klöster, geht auch unter Napoleon weiter. Und Werne wird 1808 ausgerechnet mit dem ungeliebten Nachbarn, der Grafschaft Mark, dem Ruhrdepartement mit Sitz in Dortmund eingegliedert - unter dem Dach des neuen Großherzogtums Berg.

Dem Kaiser aus Paris genügt es aber nicht, nur die Verwaltungsstrukturen auf den Kopf zu stellen, er krempelt auch gleich die ganze Gesellschaft um: befreit die abhängigen Bauern, emanzipiert die Juden, hebt die alte Zunftordnung auf  - und zieht immer wieder in den Krieg. Innerhalb von nur acht Jahren erleben die Werner mehr Veränderungen als ihnen lieb ist. Nicht nur die beiden Gerds wird das aus der Bahn werfen - den etwas älteren gezwungener Maßen, den jüngeren freiwillig.

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FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So sieht die Napoleon-Ausstellung in Cappenberg aus

Bis zum 21. September 2014 geht noch die Ausstellung "Wider Napoleon" auf Schloss Cappenberg in Selm. In unserer Fotostrecke geben wir einen Einblick, was die Besucher der Ausstellung erwartet.
20.06.2014
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Wider Napoleon. Das war auch das Motto des Freiherrn vom Stein. Nach seiner Entlassung aus dem preußischen Staatsdienst 1808 engagiert sich der Freiherr vom Stein mit großer Energie für den Kampf gegen Napoleon. Stein wurde als Feind Frankreichs steckbrieflich gesucht, konnte aber rechtzeitig fliehen.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Schlacht bei Waterloo 1815, wie Friedrich Kaiser sie gemalt hat. Das Gemälde hängt eigentlich im Dreiländermuseum in Lörrach. Für die Ausstellung "Wider Napoleon" wurde es aber nach Cappenberg ausgeliehen.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Am 2. Dezember 1804 hat die feierliche Krönung Napoleon Bonapartes und seiner Ehefrau Josephine in der Kathedrale Notre-Dame in Paris stattgefunden.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Napoleon hat versucht, aus den Völkern Europas eine gemeinsame Streitmacht zu schaffen. Die Herkunft ist an den unterschiedlichen Uniformen abzulesen.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Tausende von Soldaten zogen für Napoleon in den Krieg. Die Ausstellung versucht in der Masse einen Blick auf Einzelschicksale zu werfen. Wenn jemand überhaupt den verheerenden Russlandfeldzug überlebte, mag er so zurückgekehrt sein.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Während der sogenannten Befreiungskriege kam erstmals der Gedanke auf, für das Vaterland zu kämpfen und nicht nur für einen Herrscher. Davon zeugen die Tafeln zum Gedenken an die Gefallenen, die zu dieser Zeit aufkamen. Auch in der Werner Kirche St. Christophorus wurde 1816 - nachdem Napoleon das zweite Mal in die Verbannung geschickt worden war - eine Gedächtnistafel mit den Namen der Gefallenen aufgestellt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
In Waterloo kämpften die alliierten Truppen unter General Wellington und die mit ihnen verbündeten Preußen unter Gebhardt Leberecht von Blücher gegen die Franzosen und schlugen sie vernichtend. Sie beendeten Napoleons Herrschaft der "100 Tage" und damit das Erste Französische Kaiserreich. Napoleon wurde auf St. Helena im Atlantik verbannt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Als Napoleon nach seinem verheerenden Winterfeldzug 1812/13 erneut Rekruten ausheben wollte, tauchten nicht nur junge Männer unter, sondern es kam zu regelrechten Aufständen. Das Zentrum lag allerdings nicht im Ruhr-, sondern im Rheindepertement. Die Franzosen gingen mit Brutalität gegen die Afständischen vor. Davon zeugt auch diese Tuschezeichnung. Sie zeigt die Erschießung des Webers Mertens in Elberfeld.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Während seiner gesamten Herrschaftszeit von 1806 bis 1813 hat Napoleon das Ruhrdepertement, das ihm direkt unterstellt war, nur einmal besucht: am 3. November 1811. Diese Lithografie zeigt den Besuch in Düsseldorf.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Eine von Napoleons größten Errungenschaften wurde der Code Civil, ein Bürgerliches Gesetzbuch. Bis heute ist es die Grundlage der französischen Rechtsprechung. Am 21. März 1804 wurde der Code Civil eingeführt. 2281 Artikel kamen in ihm zusammen. Es wurde das fortschrittlichste Gesetzbuch seiner Zeit. Als Bürgerliches Gesetzbuch handelt der Code Civil vom Zivilrecht, also nicht vom Strafrecht, sondern vom Privatrecht. Als wichtige Grundsätze wurden im Code Civil die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, Freiheit für alle und der Schutz des privaten Eigentums festgeschrieben.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte dieStadt Werne mehrere Male ihren Landesherrn. 1802 wurde die zuvor dem Fürstbischof von Münster unterstellte Stadt preußisch. 1806 eroberte Napoleon das preußische Wetfalen, und Werne wurde eine Cantonstadt des Arondissements Dortmund im Ruhrdepartement im Großherzogtum Berg.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
An der Spitze des Departements stand der Präfekt Gisbert von Romberg (hier seine Unterschrift). Er handelt auf der einen Seite loyal gegenüber der französischen Herrschaft, schützt auf der anderen Seite Unterpräfekten und Bürgermeister, die aus ihrer propreußischen Haltung oft keinen Hehl machen und zumeist auch schon zu preußischer Zeit ihr Amt inne hatten.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Der Präfekt Gisbert von Romberg hat sich auch selbst mit Anweisungen an den Werner Magistrat gewandt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Büste des Freiherrn vom Stein steht in seinem Sterbezimmer im Obergeschoss des Schlosses Cappenberg. Nach dem Sieg über Napoleon war ihm sein privates Eigentum - Schloss und Liegenschaften in Nassau - zurückerstattet worden.Vom Stein wollte aber lieber in Westfalen leben. Er tauschte seinen Besitz in Posen, das Gut Birnbaum, gegen das ehemalige Prämonstratenserkloster Cappenberg, das in preußischem Saatsbesitz war. 1816 zog er in Cappenberg ein.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Anweisungen an die Beamten in Werne sind eindeutig: Steckbrief schreiben, verteilen, suchen, arrestieren, zurückbringen - und das umgehend. Napoleon braucht jeden Soldaten.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Nicht nur die Männer, die sich dem Kriegsdienst entziehen oder desertieren, haften, sondern auch jeder, der sie versteckt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die fanrösischen Herrscher weisen auf die "Unterthanenpflicht" der Bürger hin. Allerdings fühlen sich nur wenige wirklich als Unterthanen des französischen Kaisers, sie empfinden ihn eher als Besatzer.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Schrecken des Krieges im Zeichen Napoleons haben die Menschen im 19. Jahrhunderts überall in Europa erlebt. Francisco de Goya hat der in Zeichnungen festgehalten, welche Grausamkeiten Soldaten und Zivilisten erlebten. Damit werden die Besucher der Ausstellung in Cappenberg konfrontiert.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Knochensäge und anderes Amputationsbesteck erinnern an die Grausamkeiten, die die Soldaten auf dem Schlachtfeld erlebten.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Napoleos Herrschaft in Werne dauerte von 1806 bis 1813. Die Stadt war während dieser Zeit dem Ruhrdepertement eingegliedert.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Diese Unterschrift war in Europa bindend: Napoleon. Vor 1815 hatte der Korse aber schriftlich keine Leitlinien zu seiner Europa-Politik verfasst.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Den Schatten, den Napoleon auf die Geschichte des Rurdepertements wirft, können die Besucher der Cappenberger Ausstellung erleben. Sie sehen aber auch die lichten Seiten der französischen Herrschaft: die Bauernbefreiung und die Gewerbefreizeit zum Beispiel.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Napoleon Bonaparte im Kröningsornat als Kaiser. Ihm war das Ruhrdepertement direkt unterstellt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Wernes Museumsleiterin Heidelore Fertig-Möller in der Cappenberger Ausstellung. Auch wenn sie eher klein und unspektakulär wirken: Die Deserteur-Briefe aus dem Werner Museum spielen eine zentrale Rolle in der Ausstellung. Sie illustrieren die Not der einzelnen Familien.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Mit solchen Briefen haben die Werner Verwaltungsmitarbeiter Deserteure gesucht. Ihnen drohte nicht die Erschießung, sondern der Transport an die Front - und damit in den meisten Fällen ebenfalls der sichere Tod.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Der Code Civil galt nicht nur in Frankreich, sondern zwischen 1807 und dem Ende von Napoleons Herrschaft (1814) auch in den von Frankreich abhängigen Staaten. Dazu gehörten die Niederlande, Italien, das Königreich Westphalen oder die besetzten Gebiete links des Rheins - und damit auch das Ruhrdepertement im Großherzogtum, zu dem Werne zählte.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Vermutlich sind 4700 der 5000 bergischen Soldaten und Offiziere in den sechs Jahren der französischen Herrschaft um Leben gekommen, wie die die Forschungsgruppe um Eckhard Trox vermutet.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Diese Büste Napoleons zeigt den französischen Kaiser in der Pose eines römischen Kaisers der Antike.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Qaudriga hatte Napoleon nach Paris schaffen lassen. 1814 kehrte sie in einem Triumphzug zurück. Er führte auch durch Kamen und Hamm - und damit nahe an Werne vorbei.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die Ausstellung im nahen Cappenberg haben schon viele Werner besucht.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
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Jahrelange historische Recherche in einem Pappkarton

Robert Becker sitzt am Küchentisch und hat einen weißen Din-A-4-großen Pappkarton vor sich stehen. “Napoleon” steht mit Bleistift am Rand notiert. Er öffnet den Deckel. Darunter liegen hunderte, säuberlich geordnete Zettel: ausgefüllte Personalblätter für die Ahnentafel mit Quellenangaben, Abschriften aus Kirchenbüchern, Militärlisten, Kopien und mehr: das Ergebnis jahrelanger Recherche, mit dem sich beides skizzieren lässt: sowohl das Leben des Siegers Gerd als auch das des Verlierers Gerd. 

“Die Deserteursteckbriefe aus dem Werner Archiv sind ja bekannt”, fängt Becker an. Tatsächlich: Immer wieder - zuletzt in der großen Ausstellung “Wider Napoleon” 2014 auf  Schloss Cappenberg - werden sie gerne gezeigt: Dokumente des zivilen Ungehorsams gegen eine Politik, die junge Männer zum Kanonenfutter für einen Herrscher mit Größenwahn machen wollte.

Seit 1808 gab es im Großherzogtum eine Feldgendarmerie, die nur den Zweck hatte, untergetauchte Wehrunwillige aufzuspüren. Manche Offiziere drohten, Eltern und Geschwister zu inhaftieren, bis die Söhne und Brüder endlich in die Armee eintraten. Ob es bei Gerd Reer so weit kommen musste? 

Von 5000 Soldaten kehrten weniger als 300 zurück

“Wir wissen nur, das er zwangsrekrutiert wurde”, sagt sein Ururneffe. Der Zettel, von dem er liest, ist so kurz wie Reers Leben: kein Eintrag unter der Rubrik Heirat, keiner bei Beruf. “1812 bei Kursk in Russland zu Tode gekommen”, liest Becker nur vor. Der Werner starb 21-jährig als bergischer Mineur, also als ein Pioniersoldat, der die Aufgabe hatte, durch das Graben von Stollen den Zugang für einen möglichen Überraschjungsangriff zu schaffen: ein Himmelfahrtskommando. Die Revolutionskriege und Befreiungskriege forderten geschätzt fünf Millionen Opfer.

Allein die Katastrophe von Napoelons Winterfeldzug 1812/13 überlebte nur ein Bruchteil der Teilnehmer. Von den 5000 bergischen Soldaten und Offizieren kehrten nicht einmal 300 zurück - Reer gehörte nicht dazu. Wie viele andere Werner mit ihm auf  Seiten der Franzosen fielen, ist unbekannt. “Das hat noch niemand erforscht”, sagt Becker. Er wisse aber von mindestens vier anderen. “Und Zweien, die vor Moskau die Seiten gewechselt haben”

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Bewog ihn die Abenteuerlust, in den Krieg zu ziehen?

Der andere Gerd hatte mehr Glück - zumindest auf dem Schlachtfeld. Das Leben meinte es zunächst nicht so gut mit ihm. Robert Becker liest vor: “Geboren als achtes Kind des Schulze Capelle”. An Essen und Kleidung werde es dem Jungen auf  einem als wohlhabend geltenden Schulzenhof kaum gefehlt haben, “wohl aber an Perspektive”. Selbst einmal das große Anwesen zu verwalten, sei für einen Nachgeborenen nicht in Frage gekommen.

War es also Abenteuerlust, die Gerd Schulze Capelle bewog, sich für den Landsturm zu melden? Oder doch der Wunsch, die erwachende Nation von der Fremdbestimmung zu befreien. Oder hat er sich nur von der Begeisterung der 156 anderen Freiwilligen  aus Stadt und Bauerschaften, darunter auch sein Cousin, mitreißen lassen? Becker lächelt. “Das muss Spekulation bleiben.” Er hält sich lieber an die Fakten.

Napoleons politisches und militärisches Ende vollzog sich in zwei Akten. Am ersten Akt - der Besetzung von Paris im März 1814 und der Verbannung des Korsen auf die Insel Elba - hatten Schulze Capelle und die anderen noch keinen Anteil. Aber am zweiten Akt.

Die feierliche Rückkehr nach Werne

Am 16. Juni 1815 kämpft Gerd im vierten preußischen Infanterieregiment unter General Blücher im wallonischen Ligny. 150.000 Männer stehen sich im Feld gegenüber. 25.000 fallen. Gerd überlebt. Doch Napoleons Herrschaft der 100 Tage, die im März 1815 nach seiner Rückkehr aus der Verbannung begonnen hatte, ist noch nicht beendet. In Ligny sind die Preußen die Unterlegenen. Erst zwei Tage später gelingt es General Wellington bei Waterloo, die napoleonische Ära endgültig zu beenden -  dank der Unterstützung der zur Hilfe eilenden Preußen unter Blücher - und mit Gerd Schulze Capelle.

Ein Jahr später im Herzen Wernes: Gerd, der Überlebende, steht zusammen mit den anderen Rückkehrern aus Belle Alliance - so nennt man damals nach einem Lokal am Schlachtfeld noch Waterloo - in der Christophorus-Kirche. Draußen drängen sich auch noch Menschen. So groß ist die Anteilnahme. Es gilt die Helden der jungen Nation zu feiern und der gefallenen Vaterlandsverteidiger zu gedenken, wie die Vikare Overhage und Brüggemann 1843 in ihrer “Chronik der Stadt Werne” schreiben werden. Von Gerd, dem Zwangsrekrutierten, der vor Moskau starb, ist da nicht die Rede. 

Und auch nicht von dem Leben der Helden nach der Feierstunde. Robert Becker weiß mehr. “Außer Lob hat Schulze Capelle nichts bekommen.“ Der Sohn eines wohlhabenden Bauern musste als Tagelöhner arbeiten. 1820 heiratete er eine Kötterstochter in Nordkirchen und starb dort 1855. In Geschichten und Liedern lebte er aber weiter, anders als sein Namensvetter.

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