Wie hier an der Körnerstraße in Werne liefen zahlreiche Keller voll. Regen kam auch durch Dächer und Fenster. Handwerker-Hilfe ist stark nachgefragt. © Andrea Wellerdiek
Tief Bernd in Werne

Soforthilfe nach Unwetter: Erste Bürger bitten Stadt Werne um Hilfe

Seit Montag (26. Juli) können vom Unwetter betroffene Bürgerinnen und Bürger in Werne auf finanzielle Hilfe vom Land für ihre überfluteten Häuser hoffen. Erste Anträge sind schon eingegangen.

Fast 2 Wochen ist es mittlerweile her, dass das Tief Bernd Straßen bundesweit in reißende Flüsse verwandelt und stellenweise ganze Landabschnitte mit sich gerissen hat. Auch wenn die Schäden in Werne weniger dramatisch ausfielen als beispielsweise in der Eifel und im Rheinland: Einen Regenguss wie den vor knapp 2 Wochen hat auch die Stadt an der Lippe seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Das Regenwasser kam sogar über einige Fenster ins Innere, Autos versuchten, sich auf den Innenstadtstraßen durch die Wassermassen zu schieben, die sich in den Senken gebildet hatten, in einige Keller strömte das Wasser nur so die Treppenstufen herab.

Seit Montagmorgen (26. Juli) um 8 Uhr können Werner Bürgerinnen und Bürger, in deren Häusern das Hochwasser Schäden hinterlassen hat, sich für kurzfristige finanzielle Hilfe an die Stadt Werne wenden. Online oder im Foyer des Stadthauses können Betroffene einen Antrag ausfüllen, um die Schäden an ihrem Eigentum geltend zu machen. Für Unternehmer und landwirtschaftliche Forstbetriebe hat die Stadt eine separate Stelle bei der Wirtschaftsförderung eingerichtet (Herr Cramer, Tel. (02389) 71-612 bzw. Frau Gousetis, Tel. (02389) 71-316).

Erste Bürgerinnen und Bürger melden sich bei der Stadt Werne

Und dieses Angebot haben am Montag bereits einige Betroffene in Anspruch genommen, wie Jochen Höinghaus von der Stadt Werne auf Nachfrage mitteilte. „Der große Ansturm ist – Gott sei Dank – bislang ausgeblieben“, sagt er mit Blick darauf, dass das Tief Werne flächendeckend nicht allzu stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Im Moment sei die Lage „sehr sehr ruhig“ und man versuche, das Hilfsprogramm in vernünftige Bahnen zu lenken. Man sei in jedem Fall vorbereitet.

Bis zum Montagnachmittag habe es – neben einigen erläuternden Telefonaten – 7 Anträge von Bürgerinnen und Bürgern persönlich oder via E-Mail gegeben, insbesondere aus dem Werner Westen um die Körner Straße, den Baaken und die Gerhart-Hauptmann-Straße. „Aber auch Wohnungen und Keller in der Lütkeheide und am Burenkamp wurden offensichtlich bei dem Unwetter erheblich in Mitleidenschaft gezogen“, so Höinghaus. Ein Antrag eines Unternehmens sei außerdem eingegangen.

Trotz des verhaltenen Starts bleibt das Kontaktbüro (E 02) im Erdgeschoss vorerst als Anlaufstelle erhalten – unter Einhaltung der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung. Unter www.werne.de können Bürgerinnen und Bürger alle nötigen Formulare und Kontaktadressen finden. Für Rückfragen steht die Stadt unter Tel. (02389) 71-902 zur Verfügung. Die Unterlagen können dann entweder persönlich im Foyer des Stadthauses abgegeben oder per Mail an verwaltung@werne.de eingereicht werden. Die Stadt Werne war am späten Donnerstagabend (22. Juli) darüber informiert worden, dass Betroffene in der Stadt Hilfsgelder des Landes NRW in Anspruch nehmen können.

Das Land hat ein Soforthilfeprogramm zur ersten finanziellen Überbrückung in Höhe von 200 Millionen Euro landesweit aufgesetzt. Bürger, die nach Selbsteinschätzung einen Schaden von mindestens 5000 Euro an ihrem Hab und Gut festgestellt haben, können durch einen Antrag auf 1500 Euro pro Haushalt plus 500 Euro für jede weitere Person hoffen, maximal aber auf 3500 Euro. Die Frist zur Einreichung des Antrags bei der Stadt Werne ist der 31. August 2021. Die Abwicklung von der Entgegennahme der Anträge über die Prüfung bis hin zur Auszahlung der jeweiligen Beträge obliegt dabei der Stadtverwaltung.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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