Schwimmkurse und -unterricht fallen zurzeit im Solebad Werne aus. Weil die Hallenbäder generell derzeit nicht öffnen dürfen, befürchten Experten, dass immer weniger Kinder das Schwimmen lernen. © (A) Helga Felgenträger
Keine Schwimmkurse in Corona-Krise

Solebad in Werne lange geschlossen: Sorge vor immer mehr Nicht-Schwimmern

Das Solebad in Werne ist seit Herbst 2020 geschlossen. Seitdem fallen Schwimmkurse und -unterricht sowie Trainingszeiten für Vereine aus. Das sorgt für immer mehr Nicht-Schwimmer, warnen Experten.

Seit Ende Oktober 2020 ist das Solebad in Werne geschlossen. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Vereine und Schulen müssen auf Wasserzeiten verzichten. Auch Schwimmkurse und -unterricht fallen seit Monaten aus, weil die Schwimmbäder im Lockdown nicht öffnen dürfen. Deshalb befürchten Verantwortliche des Solebads und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dass die Zahl an Nichtschwimmern deutlich steigen wird. Und damit auch die Gefahr des Ertrinkens.

Ob mit Eltern oder ganz alleine – im Solebad Werne gibt es verschiedene Kurse für Nichtschwimmer ab 5 Jahren. Und die sind heiß begehrt im einzigen Schwimmbad in Werne. „Die Kurse sind immer ausgebucht“, sagt Badleiter Jürgen Thöne. Stetig gebe es Anfragen. Das sei auch in der Corona-Krise nicht anders.

Nur können die Verantwortlichen des Solebads zurzeit keine Schwimmkurse anbieten, was Thöne nicht nur bedauert, sondern auch mit Sorge betrachtet. Auch er weiß, wie wichtig es ist, dass die Kinder schwimmen lernen. Erst im August 2020 musste eine Schwimmmeisterin ins Becken springen, um zwei Kinder, die in eine brenzlige Situation gekommen waren, zu retten. Sie befanden sich zwar auf den Armen ihrer Mütter, doch auch sie seien unsichere Schwimmerinnen gewesen, erzählte der Badleiter seinerzeit.

Nicht nur Nichtschwimmer ein Problem

Unsichere Schwimmer – auch sie können schon länger nicht schwimmen gehen, weil die Hallenbäder geschlossen sind. So bilden sie eine weitere Gefahrengruppe, wie Thomas Jäger, Pressewart bei der DLRG-Ortsgruppe Werne, erklärt. „Die Befürchtung, dass es immer mehr Nichtschwimmer geben wird, hatten wir schon im letzten Sommer. Und das Bäder-Sterben macht das Ganze nicht besser.“

In Werne wurde mit der Eröffnung des neuen Solebads im April 2019 das Lehrschwimmbecken in Stockum geschlossen. Seitdem steigen alle Kurse und Trainingszeiten im Solebad. Der Belegungsplan ist dementsprechend gut gefüllt.

Zusätzliche Schwimmkurse im Solebad Werne möglich

Dennoch prüfen die Verantwortlichen, ob es zusätzliche Schwimmkurse geben kann, sobald das Solebad wieder öffnen darf. „Wir möchten, wo es möglich ist, zusätzliche Kapazitäten schaffen. In den Ferien zum Beispiel haben wir sonst keine Kurse angeboten. Das könnten wir aber vielleicht in den Sommerferien ändern“, sagt Thöne.

Dabei geht es nicht nur um neue Anmeldungen, sondern auch darum, den „Stau“, der entstanden ist, abzuarbeiten. Thöne meint damit nachzuholende Schwimmkurse. Die meisten Teilnehmer hätten sich für eine Fortsetzung des Kurses entschieden, anstatt sich die Kosten auszahlen zu lassen.

Wer künftig sein Kind für einen Schwimmkurs anmelden will, muss aber mit Wartezeiten rechnen. Und die werden nicht kürzer, je länger der Lockdown dauert. Im Gegenteil.

Auch die DLRG berichtet von langen Wartelisten für Schwimmkurse. Sobald es die Coronaschutzverordnung wieder zulässt, wolle man gemeinsam mit den Vereinen schauen, in welcher Form man Kurse anbieten kann, erklärt Badleiter Thöne. „Wir wollen so viel wie möglich anbieten. Wir stehen in der Verantwortung für den Nachwuchs. Es ist ein Hauptthema, das um am Herzen liegt. Denn wir möchten, dass Kinder in Werne schwimmen lernen“, sagt Thöne.

Bis dahin müsse man sich, um im Bilde zu bleiben, mit Alternativen über Wasser halten. Über die sozialen Netzwerke wollen die Verantwortlichen bald Tipps für die Wassergewöhnung zuhause und Trockenübungen geben. „Das ist als Vorbereitung für einen Kurs gedacht. Mehr können wir im Moment nicht machen“, so Thöne.

Bei der DLRG selbst muss man ebenso ausschließlich auf Theorie-Unterricht setzen. Schon seit Beginn der Corona-Pandemie mussten die Rettungsschwimmer auf ihre Training verzichten. Auch eine Schwimmausbildung – etwa für die Prüfung bei der Polizei oder für das Studium – kann nicht stattfinden.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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