Mit dieser Aktion will das Solebad Besucher vor sexueller Belästigung schützen

Solebad Werne

Einfach nur baden gehen, abkühlen und entspannen. Das wollen wohl die meisten Solebad-Besucher. Um sie vor sexueller Belästigung zu schützen, setzt das Solebad nun auf eine neue Aktion.

Werne

, 27.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit dieser Aktion will das Solebad Besucher vor sexueller Belästigung schützen

Das Solebad in Werne setzt ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung. © Mario Bartlewski

Es ist eine ganz simple Frage: „Ist Luisa hier?“ Drei Worte mit einer großen Wirkung - denn sie sind Teil einer Aktion, die auf die nun auch das Solebad in Werne setzt.

Fühlen sich Mädchen oder Frauen belästigt, gilt es für sie, aus der Situation zu entkommen und Hilfe zu erhalten. Helfen soll dabei die Frage nach Luisa. Sobald Solebad-Besucher einem Angestellten diese Frage stellen, wissen sie, dass etwas nicht stimmt und sie helfen müssen.

„Wir hoffen, dass wir nie auf dieses Konzept gegen sexuelle Belästigung zurückgreifen müssen. Aber wir sind gerüstet“, sagt Carsten Langstein, Kaufmännischer Leiter des Solebads.

Stellt eine Frau dem Personal die Frage „Ist Luisa hier?“, wird sie ohne nach der genauen Ursache zu fragen, in eine sichere Umgebung gebracht. Dann gilt es für das Personal zu erfragen, was der Frau oder dem Mädchen gut tut.

Frauen holen sich oft keine Hilfe bei sexueller Belästigung

„Wir wollen das Angebot niederschwellig halten, denn oft holen sich Frauen keine Hilfe, weil sie Angst haben“, sagt Ariane Raichle von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle im Kreis Unna, die sich um das Projekt im Kreis kümmert.

Aufmerksam machen auf die Aktion auch Plakate, die im Schwimmbad verteilt sind. Alles dafür, damit das Schwimmvergnügen tatsächlich im Vordergrund steht.

Luisa-Aktion ist bislang eher in der Party-Szene bekannt

„Wir wollen Luisa immer mehr etablieren“, sagt Raichle. Bisher sei die Luisa-Aktion eher in der Party-Szene etabliert. „Doch auch in Schwimmbädern können Besucher sexuell belästigt werden“, sagt Raichle.

Zwar ist im Solebad laut Langstein noch kein solcher Fall aufgetreten, trotzdem sind die Beteiligten froh über die prophylaktische Hilfe.

Das NRW-weite Projekt gibt es in Werne bereits an zwei anderen Standorten: in der Nachtschicht und im Stilvoll am Rathaus. Das Solebad ist nun der dritte Teilnehmer der Aktion in Werne.

„Luisa ist sehr einprägsam und es hilft uns allen hoffentlich, dass das Thema zu enttabuisieren und Gelegenheiten zu schaffen, darüber zu sprechen“, sagt Bürgermeister Lothar Christ.

Solebad hat das Personal extra geschult

Wie es weitergeht, nachdem das Mädchen oder die Frau am Rückzugsort angekommen ist, hängt von der Situation ab: Sollen Bekannte gerufen werden, um sie abzuholen? Soll Anzeige bei der Polizei erstattet werden?

Das Solebad-Personal ist nun auf den Fall der Fälle vorbereitet. „Aber auch schon vor der Luisa-Aktion haben wir unser Personal hierzu geschult. Jetzt wissen sie aber auch, wie sie handeln, wenn jemand nach Luisa fragt“, so Langstein.

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