Fast auf den Tag genau vier Jahre liegen zwischen dem letzten Schwimmtag im alten und der Eröffnung des neuen Solebads am 14. April 2019. Wir blicken in unserer Serie auf die Meilensteine.

Werne

, 30.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Verhältnismäßig unspektakulär ging der Spatenstich nach dem Abriss des alten Solebades vonstatten, bedenkt man gerade die lange Warte- und vor allem Leidenszeit zwischen dem Abschwimmen im April 2015 und dem Abschluss der Abrissarbeiten fast genau zwei Jahre später. Die Öffentlichkeit bekam von dem Spatenstich nicht viel zu sehen und musste auf eine offizielle Feier warten.

Dafür waren die Baufortschritte des neuen Solebades deutlich sichtbar. Nachdem das alte Solebad dem Erdboden gleich gemacht worden war, begannen Ende April 2017 bereits die ersten Arbeiten für das neue Bad: Erste Fundamente wurden gegossen und deuteten darauf hin, dass hier etwas Neues entstand. Bis zum Winter sollte der Rohbau geschlossen werden, um mit dem Innenausbau beginnen zu können.

Suche nach einem Interessenten für die Sauna ging weiter

Visuell nicht so präsent, aber dafür nicht weniger wichtig, waren die Entscheidungen und Planungen, die im Hintergrund liefen, während die Arbeiter auf der Baustelle das Ziel der Fertigstellung im Frühjahr 2019 forcierten.

Auf der einen Seite ging es darum, wie das neue Bad gestaltet werden sollte. Um an das ehemalige Solebad zu erinnern, sollten im Neubau historische Fotos an den Wänden die 100-jährige Solebad-Tradition vergegenwärtigen.

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Parallel dazu war das Thema der Sauna noch längst nicht vom Tisch. Der Bäderbetrieb suchte weiterhin Interessenten für die aufgegebene Saunalandschaft. Zum Verkauf standen unter anderem die Blockhaus-Sauna, das Edelstahlbecken sowie der überdachte Liegebereich.

Die geplante Textilsauna im neuen Solebad sollte, so der Plan der Badleitung, nur eine Ergänzung in der künftigen Solewelt darstellen. Die Investoren-Suche gestaltete sich jedoch nicht so einfach, wie es sich manch einer vielleicht gewünscht hätte.

Kostenfrage zu Beginn des Neubaus weiterhin ein heikles Thema

Auch die Frage nach den Gesamtkosten begleitete den Bäderbetrieb und die Stadt während der gesamten Abriss- und Bauphase. Eine unverhoffte Kostenexplosion, wie es sie im Sommer 2015 gegeben hatte, sollte unter allen Umständen vermieden werden. Gerade wegen der schlechten Erfahrungen behielten die Verantwortlichen die Kostenplanung deshalb genau im Auge.

Beim monatlichen Bauzaungeflüster konnten sich interessierte Bürger von den Fortschritten des Rohbaus selbst überzeugen.

Beim monatlichen Bauzaungeflüster konnten sich interessierte Bürger von den Fortschritten des Rohbaus selbst überzeugen. © Jörg Heckenkamp (A)

Dennoch mussten zwischendurch leichte Kostenanstiege vermerkt werden. So beispielsweise im Juni 2017, als die Badleitung verkündete, dass die reinen Baukosten von 12,8 Millionen Euro nicht zu halten waren und man bei knapp 13,32 Millionen Euro landen würde. „Die Baugewerke in der aktuellen Ausschreibung sind der Preistreiber“, erklärte damals Frank Gründken, Geschäftsführer der Natur-Solebad GmbH.

Um rund 100.000 Euro sollten die Kosten kurzfristig gesenkt werden, was sich auch ohne Qualitätsverlust einsparen lassen konnte. Bei weiteren Kostensteigerungen müsste hingegen bei der Planung abgespeckt werden.

Auf einer theoretischen Abschussliste standen das Freibadkiosk sowie Wasserspielgarten und Planschbecken im Außenbereich. Die Badleitung wies jedoch darauf hin, dass man immer noch im Rahmen bis maximal 17 Millionen Euro lag.

Grundsteinlegung stimmte die Verantwortlichen optimistisch

Drei Monate später hatte man die zusätzlichen Kosten jedoch wieder reingeholt. Die Badleitung hatte zusammen mit ausführenden Architekten und Firmen Einsparpotenziale aufgedeckt und dadurch die Kostensteigerung zurückgesetzt. Zudem bestand nur noch ein geringes finanzielles Restrisiko, da bereits 82 Prozent aller Leistungen vergeben und kalkuliert waren.

Die Verantwortlichen zeigten sich bei der Grundsteinlegung optimistisch, Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten.

Die Verantwortlichen zeigten sich bei der Grundsteinlegung optimistisch, Zeit- und Kostenrahmen einzuhalten. © Vanessa Trinkwald (A)

Die offizielle Grundsteinlegung fand dann schließlich am 13. September 2017 statt. In den vorherigen Monaten waren bereits Schalungen und Bewehrungen für die ersten Decken aufgebaut sowie zwei große Fundamente gegossen worden.

Insgesamt war ein Viertel des Bauraums bereits fertig. Damit lag der Neubau voll im Zeitplan - im Frühjahr 2019 sollte das Bad eröffnen. Ein halbes Jahr vorher sollten Vereine und Schulen auf das Lehrschwimmbecken ausweichen, da dann das Hallenbad abgerissen werden sollte.

Optimismus in allen Bereichen

Bürgermeister Lothar Christ zeigte sich bei der Grundsteinlegung optimistisch, dass der Zeitplan nun eingehalten werden könnte: „Wir sind im Zeitplan, wir sind im Kostenrahmen. Im Frühjahr 2019 steht das Ding.“ Die Badleitung stieß damals ins selbe Horn und gab den Bürgern der Stadt weitere Neuigkeiten an die Hand.

In Zukunft sollte der Name des Bades von Natur-Solebad auf Solebad Werne abgeändert werden. Zudem plante man ein neues Logo mit neuem Design: ein schnörkelloser Schriftzug mit dreifarbiger Welle (Blau für Sport, Grün für Familien, Orange für die Sole).

Streit mit pbr mündete in einem Vergleichsangebot

Auch der Streit mit dem ehemaligen Planungsbüro pbr konnte den Optimismus nicht trüben. Das Landgericht Dortmund legte im November 2017 ein Vergleichsangebot vor. Demnach musste der Bäderbetrieb 450.000 Euro an pbr Zahlen. Das Planungsbüro hatte das Angebot angenommen und verzichtete somit auf einen Teil seiner Forderungen - für die Stadt bedeutete es Mehrkosten von 50.000 Euro, als einkalkuliert. „Das wird das Baubudget nicht zusätzlich belasten“, gab Frank Gründken in dem Zusammenhang Entwarnung.

Das neue Bad sollte auch einen neuen Namen mitsamt Logo bekommen: aus Natur-Solebad wurde Solebad Werne.

Das neue Bad sollte auch einen neuen Namen mitsamt Logo bekommen: aus Natur-Solebad wurde Solebad Werne. © Solebad (A)

Kurz vor Jahresende 2017 waren dann alle Bauplanungen so gut wie abgeschlossen. Mit dem sogenannten Vergabepaket 3 war der letzte große Teil an Aufträgen ausgeschrieben worden. Das Gesamtbudget lag damit bei 16,6 Millionen Euro, also noch knapp im Rahmen.

Auch die Aufträge für Kinderplanschbecken und Kiosk im Freibad waren raus - an dem Punkt mussten die Bürger also keine Einsparungen mehr befürchten. Es fehlte lediglich das Vergabepaket 4 für Maler- und Tischlerarbeiten.

Insgesamt befand man sich um den Jahreswechsel zu 2018 im sowohl zeitlichen als auch finanziellen Rahmen. Die größten Hürden schienen zu dem Zeitpunkt überwunden zu sein. Mit der Einigung auf die Vergleichszahlungen mit pbr im Januar 2018 konnte dann auch hinter den Rechtsstreit mit dem ehemaligen Planungsbüro ein Haken gemacht werden.

Im sechsten Teil des Solebad-Rückblicks schauen wir auf die finale Bauphase im Jahr 2018 bis zur Bekanntgabe des Eröffnungstermins des neuen Solebades.

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