Die Jahnturnhalle in Werne ist inzwischen Geschichte. Den benachbarten Spielplatz gibt es allerdings noch. Anwohner fürchten, dass sich das bald ändern könnte. © Helga Felgenträger (Archiv)
Familienfreundliches Quartier

Spielplatz an der Jahnturnhalle in Werne: Anwohner fordern Erhalt

Anwohner des Spielplatzes an der inzwischen abgerissenen Jahnturnhalle setzen sich für den Erhalt ihres Spielplatzes ein. Damit das klappt, machen sie der Stadt sogar ein besonderes Angebot.

Ende März 2021 rollten an der Jahnturnhalle die Bagger an. Mehr als 90 Jahre hatte das Gebäude an der Jahnstraße gestanden und Sportlern ein Dach über dem Kopf geboten. Nun wurde es abgerissen, um Platz für neue Wohnhäuser zu schaffen. Ein Investor hatte das 1000 Quadratmeter große Grundstück zuvor erworben. Welche Auswirkungen das auf den angrenzenden Spielplatz haben würde, stand bis dato noch nicht wirklich fest.

Die Stadt hatte im April auf Anfrage unserer Redaktion lediglich auf das Spielplatzentwicklungskonzept verwiesen. Solange letzteres noch nicht fertiggestellt sei, stehe besagter Spielpatz „nicht zur Disposition“, hieß es.

Einige Anwohner fürchten das allerdings dennoch – und haben daher einen Bürgerantrag auf den Erhalt des Spielplatzes gestellt, der in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familien am Donnerstag (27. Mai) auf dem Tisch liegen wird. 49 Personen haben ihn unterschrieben. In dem Antrag heißt es unter anderem: „Wir können als direkte Anlieger feststellen, dass der Spielplatz häufig und besonders in dieser Corona-Zeit von unterschiedlichen Familien, Spielgruppen und sogar ganzen Kindergartengruppen genutzt wird.“

Viele Gründe sprächen für den Erhalt des Spielplatzes

Die Antragsteller listen eine ganze Reihe von Gründen auf, die für den Erhalt sprächen – zum Beispiel den Umstand, dass sich im Wohngebiet neue Familien ansiedeln würden. Alternativen wie der Spielplatz an der Berliner Straße würden eher von älteren Kindern genutzt.

Und die Spielplätze nördlich der Jahnstraße kämen für kleine Kinder nicht infrage, da diese sie nicht eigenständig erreichen könnten, weil sie die Straße überqueren müssten. Nicht zuletzt sei der Spielplatz ein zentraler Anlaufpunkt der Bewohner des Quartiers Jahnstadion – und darum zu erhalten.

Anwohner würden selbst mit anpacken

Wenn es um die Instandhaltung und die Neugestaltung der Spielfläche geht, würden die Antragsteller sogar selbst mit anpacken. Ganz „im Sinne des bürgerlichen Engagements“, wie sie schreiben. Ihre Befürchtungen, der Quartiersspielplatz könnte bald – genauso wie die Jahnturnhalle – Geschichte sein, untermauern die Anlieger mit Bezug auf ein Gespräch mit der Stadtverwaltung. Laut Angaben der Verwaltung sei die besagte Spielplatzfläche seinerzeit an den Investor mitverkauft worden „unter der bedingten Voraussetzung, dass dieser Spielpatz laut Novelle des Spielplatzentwicklungsplans nicht mehr benötigt wird“.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner
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