Sportler in Werne haben bald zwei Turnhallen weniger

Sportstättenzielplanung

Die „Sportstättenzielplanung“ der Stadt Werne ist fertig. Verwaltung und Sportverband haben sich auf ein Konzept zur Weiterentwicklung der Turnhallen geeinigt. Demnach wird wie bereits bekannt die Fürstenhof-Turnhalle aufgegeben, außerdem schließt eine weitere Halle.

Werne

19.12.2017, 19:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fürstenhof-Turnhalle an der Bahnhofstraße wird im Frühjahr 2018 aufgegeben.

Die Fürstenhof-Turnhalle an der Bahnhofstraße wird im Frühjahr 2018 aufgegeben. © Helga Felgenträger

Wann sollen die Hallen geschlossen werden?

Die Fürstenhofturnhalle wird mit Fertigstellung der neuen Zweifachhalle am Berufskolleg – voraussichtlich im März – aufgegeben. Im Frühjahr 2019 folgt die Jahnturnhalle. Und zwar dann, wenn die Wiehagenschule an ihren neuen Standort an der Stockumer Straße umzieht. Das Sportangebot der Jahnturnhalle kann dann in die Halle der alten Wiehagenschule sowie in einen Mehrzweckraum umziehen.

Wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 geschlossen: Die Jahnturnhalle an der Jahnstraße.

Wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 geschlossen: Die Jahnturnhalle an der Jahnstraße. © Helga Felgenträger

Wie viele Hallen bleiben dann noch übrig?

Der Vorschlag des Stadtsportverbandes lautet, dass Werne 15 Halleneinheiten und vier Mehrzweckräume erhält. Verwaltung und Politik können sich damit anfreunden.

Warum sollten ursprünglich nur 12 Halleneinheiten und dafür sechs Mehrzweckräume erhalten werden?

Das Gutachten von Dr. Günther Breuer hatte die Mitgliederzahlen der Sportvereine zugrunde gelegt und war dann von 80 Prozent aktiven Mitgliedern ausgegangen. Oder, wie Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, es formuliert: „Diese Vorgaben waren nicht praktikabel.“ Dem stimmt Dezernent Alexander Ruhe zu: „Man hätte das Konzept natürlich umsetzen können, doch das hätte negative Konsequenzen für das Sportangebot in Werne nach sich gezogen.“

Was hat sich geändert?

Während Breuer von 18 Leuten pro Halleneinheit und einer Taktung von 60 Minuten ausgegangen ist, hat der Stadtsportverband auf der Annahme von acht Leuten pro Halleneinheit bestanden. Zwischen 16 und 22 Uhr könnten außerdem vier bis maximal fünf Gruppen pro Halleneinheit berechnet werden, sodass der Bedarf unterm Strich gegenüber dem Breuer-Gutachten gestiegen ist. Auch deshalb, weil Leistungssport-Teams mehr Zeiten zugewiesen bekommen als Hobbygruppen. Laut Jürgen Zielonka gibt es in Werne derzeit 265 Gruppen, die die Sporthallen und Mehrzweckräume – zum Beispiel im Jugendzentrum Juwel – nutzen.

Wie ist der Kompromiss zustande gekommen?

In sieben Sitzungen des Arbeitskreises, die laut Ruhe zwar emotional und hitzig, aber vor allem konstruktiv verlaufen sind. „Unser Sportstättenkonzept verläuft zwischen zwei Leitplanken“, so Ruhe. „Zum einen wollen wir ein bedarfsgerechtes und attraktives Angebot vorhalten. Zum anderen muss es aber finanzierbar sein.“

Was bedeutet finanzierbar?

Darauf konnten die Verantwortlichen noch keine konkrete Antwort geben. Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne, erklärte allerdings, dass für Investitionen in den kommenden Jahren rund zwei Millionen Euro aus Fördertöpfen bereitstünden – zum Beispiel aus dem Programm „Gute Schule 2020“.

Wofür soll das Geld ausgegeben werden?

Alexander Ruhe betont, dass das Konzept auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. „Das bedeutet, dass wir ab 2020 weiter überlegen müssen, was zum Beispiel mit den Turnhallen, die alleine ohne Schule stehen, weiter passiert.“ Eine Arbeitsgruppe soll sich deshalb regelmäßig mit der Sanierung und der bedarfsgerechten Verbesserung der Sporthallen befassen. Wie bei allen anderen Entscheidungen zu diesem Thema auch werden Sportvereine und die Politik mit eingebunden.

Was folgt als nächstes?

Laut Alexander Ruhe will die Verwaltung 2018 ein ähnliches Konzept für die Außensportanlagen erstellen, um auch hier eine nachhaltige Handlungsempfehlung im Sinne der Vereine ausarbeiten zu können.

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