Keine „herausragenden Leistungen“: Stadt und Sportverband sagen Sportlerehrung ab

Sportlerwahl

Wer nicht spielt und nicht gewinnt, bekommt auch keinen Preis. Diese Gleichung klingt für die Verwaltung und den Stadtsportverband so plausibel, dass sie nun die Sportlerehrung in Werne abgesagt haben.

Werne

, 05.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Haben diesmal keinen Grund zum Feiern: Die Triathleten werden im Januar 2021 genauso ohne Sportplakette bleiben wie alle anderen Werner Sportler auch.

Haben diesmal keinen Grund zum Feiern: Die Triathleten werden im Januar 2021 genauso ohne Sportplakette bleiben wie alle anderen Werner Sportler auch. © Jura Weitzel (A)

Dass der Sportlerball in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fällt, konnte die CDU im Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaften am Donnerstag (3. September) noch akzeptieren. Die von der Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Stadtsportverband verkündete Absage der Sportlerehrung sorgte dann allerdings - gelinde gesagt - durchaus für Irritationen. CDU-Ratsmitglied Uta Leisentritt bezeichnete die Entscheidung als „nicht zielführend“.

Die Verwaltung hatte in ihrer Begründung einerseits auf die Regularien der Wahl und die angesichts der Pandemie begrenzten Besucherplätze im Kolpingsaal hingewiesen. Andererseits ging es um den rein sportlichen Aspekt. Demnach heißt es in den Richtlinien für die Förderung des Sports in der Stadt Werne, dass die Sportplaketten „für hervorragende Leistungen im Sport“ sowie „für hervorragende Verdienste um das Werner Sportleben“ vergeben werden. Sowohl die Stadt als auch der Stadtsportverband sind jedoch der Ansicht, dass es solche Leistungen im Jahr 2020 nicht gab - und voraussichtlich auch nicht mehr geben wird.

Zielonka: „Unter diesen Bedingungen ist eine Wahl nicht möglich“

„Unter diesen Bedingungen haben wir kein Potenzial, einen Sportler des Jahres zu wählen“, meinte Stadtsportverbands-Vorsitzender Jürgen Zielonka. Die Corona-Krise habe das sportliche Leben in Werne vorübergehend zum Stillstand gebracht: kein Training, kein Spielbetrieb, keine Wettkämpfe. Und teils sogar abgebrochene Meisterschaften. Zur Normalität sei man noch lange nicht zurückgekehrt. Wenn überhaupt, dann gebe es „nur sehr wenige ehrungswürdige sportliche Leistungen“.

Bis Ende September hätte zudem ein öffentlicher Aufruf an die Bürger und die Sportvereine erfolgen müssen, Vorschläge für die Verleihung der Sportplakette der Stadt Werne einzureichen. Die Vergabe hätte dann traditionsgemäß im folgenden Januar stattgefunden. Doch daraus wird nun nichts.

Kompromissvorschlag der Verwaltung stößt auf wenig Begeisterung

Ein aus Sicht der Ausschussmitglieder eher schwacher Trost ist der Kompromissvorschlag der Verwaltung. Der lautet: Sollte doch noch ein Sportler oder eine Mannschaft in diesem Jahr etwas Außergewöhnliches leisten, dann könne man ihn beziehungsweise sie bei der übernächsten Verleihung - also im Januar 2022 - berücksichtigen.

Viel zu spät, meinte Uta Leisentritt. Eine Auszeichnung als Anhängsel aus dem vorletzten Jahr, das erscheine nicht besonders würdevoll. Ihr Gegenvorschlag: Eine Ehrung zumindest in kleinerer Runde im Alten Rathaus - und das zeitnah. Versprechen konnte die Verwaltung das zwar noch nicht. Vom Organisationsaufwand her - und damit ist auch das Abstimmungsprozedere gemeint - sei das jedoch durchaus machbar, wie Alexander Ruhe erklärte. Wahrscheinlich sogar schon im März 2021.

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