Stadtbücherei Werne lockt mit Spielekonsolen

47.000 Euro für Umbau

Die Stadtbücherei Werne will Jugendliche anlocken - und hat sich das einiges kosten lassen: 47.000 Euro hat die Stadt in den Umbau des ersten Geschosses gesteckt. Das Ergebnis: Sessel, moderne Möbel, indirektes Licht und vorallem eins - Spielekonsolen.

WERNE

, 26.04.2016, 05:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die neue Ecke für Jugendliche in der Stadtbücherei ist mit Spielekonsolen ausgestattet.

Die neue Ecke für Jugendliche in der Stadtbücherei ist mit Spielekonsolen ausgestattet.

Ein bisschen wie aus einer anderen Welt wirkt sie ja schon, die nagelneue Ecke für Jugendliche der Stadtbücherei. Lässige bunte Sessel, weiße Möbel, beleuchtet von indirektem Licht, das Ganze garniert mit neusten Spielekonsolen und angesagter Jugendliteratur. „Wenn man das sieht“, sagt Bürgermeister Lothar Christ, „wird man selbst als Erwachsener ganz neidisch.“

47 000 Euro hat sich die Stadt die Frischzellenkur im ersten Geschoss der Bücherei kosten lassen, 60 Prozent davon wurden vom Land NRW gesponsort. Jetzt gibt es dort rund 1000 Medien, ob digital oder analog, zur Bespaßung.

"Chillfaktor" steht im Vordergrund

Büchereileiterin Gerlinde Schürkmann ist vom Umbau angetan, der „Chillfaktor“, sagt sie ganz neudeutsch, habe im Vordergrund gestanden. Heißt: Jugendliche können jetzt in der Stadtbücherei das tun, was Jugendliche in ihrer Freizeit so tun – Herumhängen, Videospiele spielen, in Magazinen blättern.

Dass es beim Zocken demnächst auch mal laut werden kann, soll erst mal nicht stören. „Damit muss man dann einfach klarkommen“, sagt die stellvertretende Büchereileiterin Marion Gloger.

Jugendliche dürfen Namen wählen

Wer Jugendliche in eine Bücherei locken will, der muss nun mal auch ein paar Opfer bringen. Bürgermeister Christ drückt es anders aus: „Wir müssen uns für die Jugendlichen umorganisieren“, immerhin seien bislang nur unter 17 Prozent der Besucher zwischen 13 und 20 Jahre alt.

Übrigens: Einen neuen Namen hat das weiße Ufo der Bücherei noch nicht. Den sollen – wen wundert‘s – die Jugendlichen per Stimmzettel vor Ort selbst vorschlagen. 

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