Stadtmuseum plant teilweise Umgestaltung der Dauerausstellung

Kulturausschuss

Die Leitung möchte in naher Zukunft das erste Obergeschoss der Dauerausstellung im Stadtmuseum umgestalten. Finanzielle Unterstützung erhofft man sich aus dem NRW-Fonds „Heimat-Zeugnis“.

Werne

, 18.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadtmuseum plant teilweise Umgestaltung der Dauerausstellung

Das Thema des Bergbaus in Werne soll sich als Roter Faden durch die neugestaltete Dauerausstellung ziehen. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Pläne zur Umgestaltung des ersten Obergeschosses der Dauerausstellung im Stadtmuseum, die Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer im Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaften vorstellte, nahmen die Ratsmitglieder erfreut auf. Eine teilweise Neuausrichtung sei wünschenswert, bestehe die jetzige Dauerausstellung doch bereits seit Ende der 1970er-Jahre.

Aktuell erwartet Besucher des Museums ein Rundgang von der Entwicklung der Landwirtschaft in Werne, über eine Schusterwerkstatt und zwei Stuben bis hin zum Solebad und zum Bergbau. „Zum einen müssten in der neuen Ausstellung Themen ergänzt werden“, so Döhrer in ihrem Vortrag beim Ausschuss. „Andererseits wollen wir den erzählerischen Knotenpunkt hin zum Bergbau abändern.“

Ergänzung von Themen aus dem 19. und 20. Jahrhundert

In Zukunft dürfen sich die Museumsbesucher also auf einige Neuheiten freuen. Ergänzt werden sollen unter anderem Themen wie die Preußische Neuordnung, die beiden Weltkriege, die Weimarer Republik, die NS-Zeit sowie die letzten Jahrzehnte. „Diese Themen dürfen einfach nicht in der Darstellung der Werner Geschichte fehlen“, erklärt Döhrer.

Gerade im Unterricht kommt vor allem das 20. Jahrhundert mit den beiden Weltkriegen vor, sodass Schulklassen in Zukunft häufiger auch ins Museum kommen können. Zudem möchte man einen näheren Bezug zu der Gegenwart herstellen. In dem Zusammenhang auch die Entscheidung, sich verstärkt mit den letzten Jahrzehnten auseinander zu setzen.

Als Roter Faden soll dann das Thema des Bergbaus in Werne dienen. „Natürlich war die Landwirtschaft auch ein prägender Faktor für die Stadt und die Region“, meint die Leiterin des Stadtmuseums. „Viele Entwicklungen in den letzten beiden Jahrhunderten sind jedoch vor allem auf den Bergbau zurückzuführen.“ Gerade die Sole, der Bahnhof oder auch die Zuwanderung von Arbeitern, die den Aufschwung der Stadt ermöglicht haben, seien ohne den Bergbau undenkbar.

Bezug zur Gegenwart und Schaffung einer Identifikation

Dennoch soll das Stadtmuseum kein reines Bergbaumuseum werden. Es seien lediglich die Anknüpfungspunkte vorhanden und es bestehe die Möglichkeit, einen Gegenwartsbezug herzustellen. So könne man beispielsweise die Zuwanderung der Bergleute mit aktuellen Migrationsthemen in Bezug setzen.

„Das Ziel ist es, eine Identifikation zu schaffen und eine deutlichere Relevanz hervorzuheben“, so Döhrer. Außerdem solle die Ausstellung moderner gestaltet werden. Dabei helfen könnten Ton- und Bildaufnahmen, die Besucher neben den Ausstellungsstücken bei einem Rundgang informieren sollen.

Wenn der Plan zur Änderung des ersten Obergeschosses steht, soll ein Antrag auf Förderung aus dem Fonds „Heimat-Zeugnis“ erfolgen. Das Heimatministerium des Landes NRW unterstützt dabei Projekte zur öffentlichen Präsentation lokaler und regionaler Geschichte ab einem Finanzvolumen von 100.000 Euro mit bis zu 90 Prozent.

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