Stadtsee-Gänse sind auf und davon

WERNE Da belagern sie wochenlang den Werner Stadtsee, vermehren sich munter drauflos und dann sind sie, noch bevor ihre Jungen richtig flügge sind und fliegen können, auf und davon.

von Von Helga Felgenträger

, 27.06.2008, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rund um den Stadtsee, am Spielplatz und an der Saline watschelten die Gänse mit ihrem Nachwuchs umher.

Rund um den Stadtsee, am Spielplatz und an der Saline watschelten die Gänse mit ihrem Nachwuchs umher.

Die Kanada-Gänse und Nil-Gänse haben sich aus dem Staub gemacht. Spurlos verschwunden. Wo sie geblieben sind, darüber rätselt auch Landschaftsökologe Burkhard Klinkhammer von der Stadt Werne.

Der hohe Besatz an Kanada-Gänsen war schon außergewöhnlich (RN berichteten). Hinzugesellt hatten sich zu den kanadischen Wildgänsen auch Nil-Gänse mit ihrem Nachwuchs und einige Bless-Hühner.

Küken konnten noch nicht fliegen

Schätzungsweise 60 bis 80 Tiere hatten sich hier niedergelassen, mehrere Gänsefamilien mit jungen und etwas älteren Küken. Die Brutzeit liegt acht Wochen zurück. "Die Küken konnten noch nicht fliegen", steht für Klinkhammer fest.

Könnte nun die Vermutung angestellt werden, dass der Aufruf der Stadt Werne, die Tiere auf keinen Fall zu füttern und ihnen damit Futternäpfe zu eröffnen, geholfen hat? Fehlen die täglichen Brotreste, die Spaziergänger vorbeibrachten?

Hat Fütterverbot gewirkt?

"Die Verbotsschilder, die die Stadt aufstellte, beziehen sich vorwiegend auf die Entenfütterung", bemerkt Klinkhammer. Die Enten, die auch weiterhin am Stadtsee leben, lassen sich gerne mal von Brotkrumen verwöhnen. Gänse ernähren sich von frischem grünen Gras. Davon gab es am Stadtsee reichlich. "Jetzt sieht alles kahl aus", sagt Klinkhammer. Vielleicht ist den Gänsen die Futterquelle ausgegangen.

Trotzdem: Sie können nicht einfach verschwunden sein. Für die Stadt Werne, die vor drei Wochen noch überlegte, die Tiere einzufangen und sie in ein anderes Revier zu bringen, hat sich das Gänseproblem damit vorerst gelöst.

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