Star-Koch Heiko Antoniewicz aus Werne testet gerade ganz neue Ideen

mlzInterview mit Star-Koch

Heiko Antoniewicz (54) ist in der Gastro-Szene ein bekannter Mann - Buchautor, Seminarleiter, Catering-Experte, Koch-Vorreiter. Er wohnt und arbeitet in Werne. Jetzt probiert er etwas Neues.

Werne

, 09.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der aus Dortmund stammende, gelernte Koch Heiko Antoniewicz hat in seinem Berufsleben bereits 14 Bücher rund ums Kochen verfasst. Er berät Firmen und entwickelt für sie kulinarische Ideen. Er leitet Weiterbildungs-Seminare und einen eigenen, gehobenen Catering-Service.

Heiko Antoniewicz kann der Corona-Krise auch etwas Gutes abgewinnen.

Heiko Antoniewicz kann der Corona-Krise auch etwas Gutes abgewinnen. © Jörg Heckenkamp

Die Corona-Krise geht an ihm und seiner Crew nicht ganz spurlos vorbei. Aber sie ist auch Ansporn für neue Ideen. Eine dieser Ideen ist fast marktreif. Wir haben mit dem 54-Jährigen in seinen Räumen in der alten Zeche Werne gesprochen.

Hallo Herr Antoniewicz. Corona hat auch bei Ihrer Firma Spuren hinterlassen. Welche?

Der Bereich Catering ist betroffen, aber auch der Sektor Seminare und Weiterbildung, wo wir die Teilnehmerzahlen reduzieren müssen. Aber die jetzige Situation ist auch eine kreative Chance und setzt Energien frei.

In welcher Form?

Wir sind an sich schon ein kreatives Team. Unsere Kunden, etwa in der Industrie, schätzen das an uns. Und so wollen wir auch sein. Die Energie, die wir gerade frei haben, lassen wir in ein neues Produkt fließen.

Welches wäre das?

Wir entwickeln gerade unter dem Titel „One Pot“ eine Art gehobenen Eintopf im Glas für den Endverbraucher.

Aber Eintöpfe gibt es doch schon genug.

Aber wohl nicht in dieser Qualität. Wir nehmen handverlesene Zutaten, verzichten auf Zusatzstoffe, verzichten auf Zucker und entwickeln besondere Rezepte.

Soll bald im Handel erhältlich sein - Produkte wie das Glas Rote Beete, raffiniert mit Kaffee abgeschmeckt. "Das balanciert den erdigen Geschmack der roten Beete", sagt Antoniewicz.

Soll bald im Handel erhältlich sein - Produkte wie das Glas Rote Beete, raffiniert mit Kaffee abgeschmeckt. „Das balanciert den erdigen Geschmack der roten Beete", sagt Antoniewicz. © Jörg Heckenkamp

Bitte ein Beispiel.

Es wird zum Beispiel Bolognese mit Walnuss geben und Kichererbsen mit Spinat und Einkorn. Alles im Glas, damit man es gut im Wasserbad beispielsweise warm machen kann.

Solche Qualität hat sicher ihren Preis, oder?

Wir wissen noch nicht genau, wo wir preislich landen. Wahrscheinlich muss der Endverbraucher zwischen 8 und 9 Euro pro 370-ml-Glas zahlen.

Stichwort Verbraucher - wo wird man die One Pots kaufen können? Auch in Werne?

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass wir sie über die lokalen Supermärkte vertreiben. Aber auch im Internet. Wir hoffen, dass wir in etwa 14 Tagen soweit sind.

Eigene Produkte für Endverbraucher sind die neueste Entwicklung. Was haben Sie sonst noch für Standbeine?

Zunächst einmal bin ich gelernter Koch, habe nach der Schule im Lennhof in Dortmund gelernt und dann später in Sterne-Küchen gearbeitet. 1992 habe ich mich dann in Dortmund selbstständig gemacht mit einem Tafelservice.

Das nennt man heute Catering...

Genau, den Begriff gab es damals aber noch nicht. Und Partyservice wollten wir uns nicht nennen.

Der bekannte Koch zeigt eine seiner vielen Auszeichnungen.

Der bekannte Koch zeigt eine seiner vielen Auszeichnungen. © Jörg Heckenkamp

Kurze Zwischenfrage; Sie sprechen immer von wir. Wer ist wir?

Das sind meine drei MitarbeiterInnen hier in Werne und ich. Ohne die würde wirklich nichts laufen. Daher spreche ich immer von wir.

Okay, wie ging‘s dann weiter?

Zusätzlich zum Catering kamen dann Bücher, Seminare, ich war im Fernsehen vertreten. Mittlerweile entwickeln wir auch Produkte für die Lebensmittel-Industrie, die Firma Milram ist beispielsweise einer unserer Kunden.

Wenn ich bei Ihnen etwas bestelle, wo fängt das preislich an?

Das kommt natürlich immer auf die Art der Speisen an, ob Sie Geschirr und Besteck dazu haben möchten, ob Sie Service-Leistungen buchen und so weiter.

Sagen wir mal nur das reine Essen.

Das fängt an bei rund 50 Euro für ein Drei-Gang-Menü für eine Person.

Sie haben auch zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen bekommen, wie man in Ihrem Büro sieht?

Ja, das ist richtig.

Wenn Sie einem Kindergarten-Kind Ihren Beruf beschreiben müssten. Was würden Sie sagen?

(denkt etwas nach, lächelt zwischendurch) Ich würde sagen, ich bin Koch. Aber ich mache auch ganz besondere Sachen. Zum Beispiel heißes Eis. (Denkt wieder kurz nach) Ein Seminarteilnehmer hat mal gesagt, ich hätte ein ganz neues Berufsbild erfunden. Da ist wohl was dran.

Empfinden Sie sich eigentlich eher als Koch oder als Künstler?

Das ist eine Frage der Emotionen. Wenn Sie sich ein schönes Bild anschauen, löst das bei Ihnen Emotionen aus. Dass kann ein schön angerichtetes Gericht auch. Hinzu kommen dann noch anderes Sinne wie Haptik, Geruch, Geschmack, die auch Emotionen auslösen. So gesehen, ist die Bezeichnung Künstler vielleicht nicht ganz falsch.

Herr Antoniewicz, Sie arbeiten und wohnen in Werne. Wo gehen Sie hier in der Stadt gerne essen?

Ich probiere nicht so viel aus. Wenn ich einmal was entdeckt habe, dann bleibe ich dabei. In Werne ist das die Pizzeria La Strada an der Bonenstraße.

Gibt es eigentlich etwas, was Sie gar nicht mögen?

Ja, Zwiebeln. Und Pfeffer - Pfeffer geht schon in Mischungen und Zwiebeln dann, wenn sie etwa auf indische Art zubereitet werden.

Woher kommt diese Abneigung?

(Er denkt kurz nach) Kann ich Ihnen nicht sagen, war schon immer so.

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