Eine Baustellenampel an der Einmündung Südring/Kamener Straße sorgt seit Montag, 1. Dezember, für lange Rückstaus. © Jörg Heckenkamp
Baustelle in Werne

Straßen NRW zu Südring-Chaos: „Ganz ohne Staus geht es nicht“

Weil die Lippebrücke in Richtung Bergkamen erneuert wird, wurde das Verkehrskonzept am Südring/Kamener Straße in Werne geändert. Und sorgt für Unverständnis bei den Autofahrern. Jetzt hat sich Straßen NRW geäußert.

Die Baustellensituation am Südring/Kamener Straße erhitzt seit Ende November die Gemüter vieler Werner Autofahrer. Von bis zu einer Stunde Stau im Berufsverkehr hatten uns Leser berichtet, die entweder auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg nach Hause dort stecken geblieben waren. „Bitte erklären Sie mal Ihren Lesern die derzeitige Verkehrsführung der Kamener Straße im Bereich des Südrings in Fahrtrichtung Bergkamen (Busspur, Stoppschild usw.). Es hält sich niemand daran, weil es offensichtlich niemand versteht“, erreichte unsere Redaktion diese Bitte per Mail.

Der dort zuständige Landesbetrieb Straßen NRW hat sich zu der Situation nun geäußert. Und auch schon eine Veränderung an der Baustelle im Berufsverkehr vorgenommen: „Die Kollegen haben am Mittwoch [2. Dezember, Anm. d. Red.] die Grünphase aus Bergkamen kommend verlängert“, so Pressesprecherin Nadia Leihs. Dadurch, so sei es die Rückmeldung der Kollegen gewesen, habe sich die der Rückstau aus Bergkamen kommend ein wenig verbessert. Dennoch seien die Staus zu den Hauptstoßzeiten sehr lang und gingen auch über die Lippebrücke hinaus. „Ganz ohne Staus wird es auch in Zukunft nicht gehen“, sagt Leihs am Telefon. „Zumindest nicht, bis wir die Brücke eingeschoben haben und mit der Baustelle fertig sind.“ Bis zur Fertigstellung der Brücke wird es noch circa 7 bis 8 Monate dauern.

Südring: Straßen NRW erklärt das Baustellen- und Verkehrskonzept

Zur Erklärung der Baustelle schickt Straßen NRW auf Anfrage das Verkehrsführungskonzept: Das sieht am Südring/Kamener Straße wie folgt aus: Die ursprüngliche Linksabbiegerspur vom Südring auf die Kamener Straße ist zur Links- und Rechtsabbiegerspur geworden. Die Rechtsabbiegerspur ist für den Busverkehr gesperrt worden. Allerdings, so bestätigten es Werner Autofahrer als auch Straßen NRW, werde die Busspur auch immer wieder von Autofahrern für eine „Abkürzung“ über die Kamener Straße in Richtung Bergkamen genutzt. Sogar das Stop-Schild in Richtung Bergkamen, das auf der Busspur angebracht wurde, sei schon von Autofahrern überfahren worden, berichteten Augenzeugen. Hier könne es im Begegnungsverkehr mit den Autofahrern gefährlich werden, so Nadia Leihs.

Auf der Kamener Straße aus Richtung Bergkamen kommend führt die Autofahrer eine Spur (ehemalige Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur), die die Autofahrer an der Kreuzung in alle drei Richtungen aufgabelt. Die Geradeaus- und Rechtsabbiegerspur auf der Kamener Straße in Richtung Bergkamen bis zum Südring wurde ebenfalls für den Busverkehr gesperrt und die verbleibende, ursprüngliche Linksabbiegerspur führt für die Autofahrer nun in alle Richtungen. „In jede Fahrtrichtung gibt es mindestens eine Spur“, so Leihs.

Der ein oder andere Lkw versucht, über Lippebrücke zu fahren

Für die aktuelle Verkehrsführung hatte sich Straßen NRW gemeinsam mit der Stadt Werne entschieden, um den Lkw-Verkehr, der die Umleitungsschilder im Werner Ortskern übersehen oder ignoriert hat, vor der Brücke abzufangen, da die derzeitige Ersatzbrücke für den Lkw-Verkehr nicht ausgelastet ist. „Es gibt wohl den ein oder anderen, der das tatsächlich nicht sieht, versteht oder ignoriert“, so Leihs. „Da hoffen wir auf den Gewöhnungseffekt, dass auch die sich besser adaptieren.“

Dasselbe hoffe Straßen NRW auch für die Autofahrer: „Unsere Erfahrung ist, dass sich die Verkehrsteilnehmer nach ein bis zwei Wochen daran gewöhnt haben. Aber der Südring ist auch eine sehr stark frequentierte Ecke. Da war vorher schon im Berufsverkehr Stau.“ Straßen NRW versuche gemeinsam mit der beauftragten Firma, die Baustelle noch weiter zu optimieren. Möglich wäre das entweder durch eine weitere Grünphasenverlängerung, eine geänderte Baustelle oder Verkehrsführung bis hin zu einer Schranke, die Lkw und Autofahrer vom Befahren der Busspur abhalten soll, so Leihs. „Was wir optimieren können, werden wir optimieren.“

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Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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