Wegen Lärmbelästigung: Straßenmusiker vom Marktplatz in Werne verbannt

mlzMusik in Werne

Ein Straßenmusiker-Duo wurde nun vom Werner Marktplatz verbannt. Denn es gab Beschwerden über Lärmbelästigung. Das sorgte wiederum für Unverständnis bei anderen Zuhörern.

Werne

, 23.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Straßenmusik ist es so wie mit Kunst-Ausstellungen: Entweder man mag und versteht das Dargebotene oder eben nicht. Zu Diskussionen haben offenbar auch die beiden Musiker geführt, die am Dienstagabend (15. September) auf dem Marktplatz in Werne ihr Können zeigten.

Weil sich offenbar mindestens ein Zuhörer von der Musik gestört fühlte, rief er die Polizei. Die war gegen 18.30 Uhr mit einigen Beamten vor Ort, wie Christian Stein, Pressesprecher der Polizei des Kreises Unna, bestätigt. Daraufhin musste das Duo den Marktplatz verlassen.

Keine „Spielregeln“ in Werne für Straßenmusiker

Das für solche Angelegenheiten zuständige Ordnungsamt der Stadt Werne erklärt auf Anfrage der Redaktion, welche Regeln zur Straßenmusik gelten. „Wir reagieren nur, wenn sich jemand beschwert“, erklärt Mitarbeiter Werner Kneip.

Anders als in Großstädten wie etwa Dortmund oder Münster gibt es bisher keine gesonderte Verordnung für Straßenmusiker in Werne. Eine Anmeldung für das Musizieren auf öffentlichen Plätzen in Werne ist laut Kneip nicht nötig.

Verstärker sind nicht erlaubt

Wer sich aber beim Ordnungsamt meldet, wird über das in Werne geltende Landes-Immissionsschutzgesetz des Landes NRW informiert. Demnach dürfen keine unbeteiligten Personen erheblich belästigt werden - etwa wegen der Beschallung durch Verstärker. Eine solche technische Unterstützung hatte offenbar das Musik-Duo am Dienstagabend verwendet.

Während es für den einen als störend empfunden wurde, war es bei anderen Zuhörern keine Zumutung. Im Gegenteil: Viele empfanden die Musik als angenehme Untermalung und zeigten Unverständnis, als das Duo vom Marktplatz gehen musste, wie zu beobachten war.

Selten Beschwerden wegen Lärmbelästigung durch Straßenmusik

Beschwerden wegen Lärmbelästigungen durch Straßenmusiker gab es in Werne in der Vergangenheit generell sehr selten, wie Werner Kneip weiter erklärt. Deshalb bedarf es auch keiner städtischen Verordnung für den Umgang mit Straßenmusikern. Auch Bußgelder habe es in diesem Zusammenhang noch nicht gegeben, wie Kneip sagt.

In Dortmund etwa hingegen gibt es strikte „Spielregeln“, weil es verstärkt Beschwerden über Straßenmusiker gab. Maximal eine halbe Stunde lang darf immer zur vollen Stunde musiziert werden. Danach muss eine genauso lange Pause eingehalten werden.

Nach dem Musizieren oder nach Aufforderung von Mitarbeitern des Ordnungsamtes oder der Polizei müssen die Standorte - mindestens 150 Meter entfernt - regelmäßig gewechselt werden. Mehr Freiheiten gibt es da bislang in Werne. „Wir sagen nichts, solange sich keiner gestört fühlt. Und wie es immer so ist: Der eine findet es schön, der andere nicht“, so Kneip.

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