Streamingdienste zeigen Champions League ab 2021: Werner Wirte müssen mehr Geld ausgeben

mlzFußball-Übertragung in Kneipen

Die Champions League läuft ab 2021 nicht mehr auf Sky, sondern bei den Streamingdiensten DAZN und Amazon Prime. Das bedeutet auch für die Werner Gastronomen, dass sie mehrere Abos abschließen müssen.

Werne

, 16.01.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neuen Übertragungsrechte ab der Saison 2021/22 sorgen dafür, dass sich auch die Werner Gastronomen umstellen müssen, wenn sie weiterhin die Champions League zeigen wollen.

„Ich gehe ganz entspannt damit um“, sagt Darko Vukovic, Inhaber der Kneipe Hahnenbalken. Er werde auf jeden Fall künftig alle Fußballspiele zeigen. Schließlich sei er auch selbst ein großer Fußballfan, so Vukovic. Das heißt, dass er auch Amazon Prime abonnieren wird.

Eine Frage der Qualität

Bislang hat er ein Sky-Abo, inklusive DAZN. Knapp 400 Euro zahlt er monatlich für Sky. In seinem Tarif ist die Übertragung von DAZN inklusive. „Das macht vielleicht 70 bis 80 Euro aus“, erklärt der 51-Jährige.

Bei den Internet-Streamingdiensten wie DAZN oder Amazon Prime, die verstärkt auch auf den Markt bei Fußball-Übertragungsrechten drängen, sei es am wichtigsten, dass die Qualität stimmt. Zuletzt habe es auch mal Übertragungsprobleme in anderen Kneipen gegeben aufgrund der Internetverbindung.

Streamingdienste zeigen Champions League ab 2021: Werner Wirte müssen mehr Geld ausgeben

Im Hahnenbalken sollen auch künftig alle Bundesliga- und Champions-League-Spiele live übertragen werden. © Vanessa Trinkwald (A)

Weil DAZN im Hahnenbalken über den Sky-Receiver läuft, habe er noch keine Probleme gehabt, so Vukovic. Er glaubt, dass sich die Streamingdienste künftig durchsetzen werden. „In drei bis vier Jahren spricht keiner mehr über Sky“, glaubt der Wirt.

Alle Spiele live - in Mau’s Krone

Auch in der BVB-Fußballkneipe Mau‘s Krone werden künftig alle Spiele von Borussia Dortmund und anderen deutschen Klubs in der Champions League auf der Leinwand zu sehen sein. „Daran wird sich nichts ändern. Wir werden weiter alle Spiele zeigen“, sagt Inhaberin Bärbel Hoferichter.

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Das könnte auch bald im Stilvoll im Rathaus der Fall sein. Inhaber Andreas Nozar überlegt, wieder eine Fußball-Übertragung anzubieten. „Wenn die Übertragung mit Streamingdiensten einfacher und realistischer wird, dann ist das etwas, was wir ins Auge fassen werden“, erklärt Nozar.

Vor sechs Jahren hat er das Sky-Abonnement gekündigt. Seitdem wurde er schon häufiger auf Live-Fußball in seiner Kneipe angesprochen. „Es wurde gut angenommen. Allerdings wurde das Abo irgendwann zu teuer“, so Nozar.

Sky-Abo gekündigt

Demnach habe er nach einer Preiserhöhung 6500 Euro jährlich bezahlen müssen. Zu viel, wenn die Kneipe bei Heimspielen des BVB weniger gut besucht war. Er rechnet vor: Während der Fußball-Übertragung kann man mit durchschnittlich einem Verzehr von etwa zehn Euro pro Gast kalkulieren.

„Wenn die Gäste zum Essen kommen, kann man mehr umsetzen“, sagt der Gastronom. Und für diese Gäste würden bei Live-Fußball womöglich weniger Plätze zur Verfügung stehen.

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Wenn die Streamingdienste in die Übertragung der Champions League einsteigen, rechnet Andreas Nozar also noch einmal durch, ob es sich rentiert. „Und Bild und Ton müssen natürlich stimmen. Da muss man dann vielleicht auch noch in eine bessere Internetverbindung investieren“, erklärt Nozar.

Weiter kein Live-Fußball bei Fränzers

Das Fränzers bleibt - Stand jetzt - hingegen „eine fußballfreie Zone“, wie Inhaber Marcus Kocha es formuliert. Das gilt auch für das Konrads Bistro. Bis 2018 hat Inhaberin Daniela Herte ein Sky-Abo abgeschlossen. Doch weil sich die Übertragung der Fußball-Bundesliga irgendwann nicht mehr gelohnt hat, habe sie das Abonnement gekündigt. „Entweder sind wir eine Kneipe oder ein gemütliches Bistro“, erklärt Herte.

Beschwerden über die Fußball-Übertragung im Konrads

Nachmittags hätten sich einige ältere Kunden über die Lautstärke beschwert, sodass Fußball nur noch ohne Ton gezeigt wurde. Dementsprechend zeigt sie auch künftig nur noch Spiele, die im Free-TV verfügbar sind.

Auch die Umstellung auf Streamingdienste werde sie nicht mitmachen. „Für mich ist das generell schwachsinnig, wenn man dann mehrere Anbieter abonnieren muss. Das machen wir auf keinen Fall mit“, sagt Herte.

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Bärbel Hoferichter wird in der Kneipe Mau‘s Krone auch künftig alle Champions-League-Partien zeigen. © Mario Bartlewski (A)

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