Sturmtief Sabine lässt in Werne Bäume auf Straßen und in Telefonleitungen krachen

Sturm-Folgen

Nachdem Sturmtief Sabine vor allem rund um Mitternacht die Feuerwehr Werne gefordert hatte, konnten sich die Retter dennoch nicht ausruhen. Montag ging‘s zügig mit Sturmeinsätzen weiter.

Werne

, 10.02.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur mit Muskelkraft konnte die Feuerwehr die kleineren Äste in einer Linde auf der Waldstraße aus der Baumkrone entfernen.

Nur mit Muskelkraft konnte die Feuerwehr die kleineren Äste in einer Linde auf der Waldstraße aus der Baumkrone entfernen. © Feuerwehr Werne

Der Höhepunkt des Sturmes war in Werne mitten in der Nacht von Sonntag auf Montag, 9. auf 10. Februar 2020, zu spüren. Doch forderten die restliche Nacht und auch der Montag die Einsatzkräfte mit Folgeeinsätzen.

So kam es zur nächsten Alarmierung um 3.13 Uhr durch die Polizei. Auf der Capeller Straße hielt in Höhe des Entsorgungsunternehmens RCS eine Kiefer dem Winddruck nicht stand. Der Baum lag beim Eintreffen der Einsatzkräfte quer über der Fahrbahn der Capeller Straße und wurde per Motorkettensäge und Muskelkraft von dort entfernt. Einsatzende war gegen 3.35 Uhr.

Bereits eine Stunde später wurde der Löschzug Mitte um 4.36 Uhr erneut alarmiert. Kleinere Äste ragten auf die Fahrbahn des Südrings. Ebenfalls per Motorkettensäge wurden die Äste von der Fahrbahn beseitigt. Der Einsatz für die zwei Fahrzeuge und 10 Einsatzkräfte war um 4.50 Uhr bereits abgearbeitet, nachdem die Kamener Straße und der Südring noch auf weitere mögliche Einsatzstellen kontrolliert worden waren.

Der umgewehte Baum wurde per Muskelkraft und Kettensäge von der Capeller Straße entfernt.

Der umgewehte Baum wurde per Muskelkraft und Kettensäge von der Capeller Straße entfernt. © Feuerwehr Werne

Um 6.35 Uhr ging es für die Löschgruppe 2 Langern und den Löschzug 1 Stadtmitte erneut raus. Am Gerlingsbach lag ein Baum quer zur Fahrbahn.

Lose Äste in der Linde drohten, zur Gefahr zu werden

Der nächste Sturm-Alarm ließ bis 9.26 Uhr auf sich warten. Passanten hatten in der Waldstraße kleinere, lose Äste in einer Linde bemerkt, die potenziell zur Gefahr für Passanten werden konnten. Diese Äste wurden per Zugsäge mit Muskelkraft aus dem Baum entfernt.

Bei der Rückkehr zur Wache Mitte fanden die Einsatzkräfte gegen 9.55 Uhr eine ausgedehnte Dieselspur im Bereich Heckhof und Heckgeist vor. Als möglicher Verursacher konnte schnell ein Müllfahrzeug festgestellt werden.

Nach Befragung des Fahrers wurden weitere Stadtbereiche befahren und auch im Bereich Arenbergstraße/ Herzogsstraße/ Wienbrede konnte die Dieselspur gefunden werden. Aufgrund der Länge von gut zwei Kilometern wurde seitens des Ordnungsamtes ein professionelles Reinigungsunternehmen beauftragt, die Fahrbahn zu reinigen.

Noch während dieser Einsatz lief, wurden die Löschgruppe 2 Langern und der Löschzug 1 Stadtmitte zum Martinsweg alarmiert. Hier war es eine Birke, die eine Telefonoberleitung zu beschädigen drohte. Die Einsatzkräfte entfernten die Gefahr über die Drehleiter mit einer Motorkettensäge.

Sturm bringt Fahrplan der Eurobahn durcheinander

Sturmtief Sabine brachte zudem den Fahrplan der Eurobahn durcheinander. Während die Züge der Linie RB50 ab Montagmittag wie gewohnt zwischen Münster und Davensberg pendelten, dauerten die Aufräumarbeiten zwischen Lünen und Dortmund den Tag über an.

Auch die Polizei meldete für den Kreis Unna etliche Sturm-Einsätze. Schwerpunkte waren in Unna, Kamen, Bergkamen, Werne und Schwerte. Personen wurden zum Glück nicht verletzt.

800 Sturmhelfer im Kreis Unna im Einsatz Das als extrem heftig angekündigte Sturmtief Sabine brachte auch im Kreis Unna Hunderte von zumeist ehrenamtlichen Helfern auf die Beine. Von Sonntag bis Montag 14 Uhr kreisweit im Einsatz waren mehr als 800 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk. Der Führungsstab der Kreiseinsatzleitung war bis weit nach Mitternacht im Einsatz. Unterm Strich wurden bis zum Mittag rund 240 Einsätze gezählt. Die Zahl wird laut Kreisbrandmeister Thomas Heckmann nach Einlaufen weiterer Rückmeldungen aus den Städten und Gemeinden aber wohl noch steigen. Schwerpunkte der Einsätze waren (Stand 8 Uhr) Unna (7), Schwerte (25), Kamen und Lünen (jeweils 24 Einsätze).
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