Ab Juli wieder günstige Lebensmittel - aber Tafel in Werne ändert Ausgaberegeln

Tafelausgabe Werne

Günstige Lebensmittel für Bedürftige - das hat die Corona-Pandemie in Werne seit Monaten verhindert. Doch nun steht der Wieder-Eröffnungstermin der Tafel-Ausgabe in Werne fest.

Werne

, 26.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei ehrenamtliche Helferinnen der Tafel Werne bereiten auf diesem Archivbild die Lebensmittel-Ausgabe vor.

Zwei ehrenamtliche Helferinnen der Tafel Werne bereiten auf diesem Archivbild die Lebensmittel-Ausgabe vor. © Felix Püschner (A)

Coronabedingt musste auch die Tafelausgabe in Werne ihre Arbeit einstellen. Seit Mitte März konnten Bedürftige sich nicht mehr günstig mit Lebensmitteln eindecken. Doch nun ist ein Ende des Tafel-Lockdowns in Sicht: „Wir wollen am Mittwoch, 8. Juli, wieder eröffnen“, sagt Hauptorganisator Dieter Schimmel (80) auf Anfrage der Redaktion.

Damit behält die Werner Ausgabestelle der Tafel Unna den Ausgabetag, Mittwoch, bei. Identisch ist auch die Uhrzeit, ab der die Kunden Lebensmittel im ehemaligen Möbelgeschäft Reuter an der Burgstraße abholen können. Nämlich ab 10 Uhr. Doch ansonsten hat sich durch die Corona-Schutzbedingungen vieles geändert.

Tafel-Kunden dürfen Räume nicht mehr betreten

Die wohl wichtigste Änderung: Die Kunden, am Schluss waren es pro Ausgabetag um die 65, dürfen die Räume der Ausgabestelle hinten im Hof des ehemaligen Möbelgeschäftes nicht mehr betreten. Bisher konnten sie, in per Zufall bestimmter Reihenfolge, den Raum betreten und sich Lebensmittel aussuchen. „Das geht jetzt nicht mehr“, sagt Dieter Schimmel.

Dieter Schimmel, Koordinator der Tafelausgabe Werne, freut sich, dass es wieder weitergeht.

Dieter Schimmel, Koordinator der Tafelausgabe Werne, freut sich, dass es wieder weitergeht. © Dominik Gumprich (A)

Stattdessen packen die Tafel-Mitarbeiter, in Werne sind das elf ehrenamtliche Helfer, große Papiertüten mit Lebensmittel. Sie stellen die volle Tüte in einen Einkaufswagen, fahren den zur Übergabetür und dort nimmt der Kunde die Tüte aus dem Wagen. Schimmel: „Dort ist dann ein durchsichtiger Spuckschutz angebracht.“

Abstand auf dem Hof, aber was ist auf dem Bürgersteig?

Auf dem Hof der Ausgabestelle sind Richtungspfeile für Ankommende und Weggehende aufgemalt, ebenso Abstandsbalken. Allerdings kann es auf dem Bürgersteig vor dem Gebäude zu einer Traube von Wartenden kommen. Schimmel weiß noch nicht genau, wie sich das verhindern lässt. „Wir wollen auf jeden Fall rechtzeitig Kontakt mit dem Ordnungsamt aufnehmen.“

Neu ist auch die Preisgestaltung. Bislang waren die Kosten von der Größe der Abnehmerfamilie abhängig. Ab 8. Juli gibt es nur noch einen Preis: 2 Euro pro Lebensmitteltüte. Die ehrenamtlichen Helfer müssen sich ebenfalls auf die neuen Bedingungen einstellen. Dieter Schimmel: „Wir müssen selbstverständlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen.“

Schließlich bedankt sich Schimmel nach bei der Nähgruppe der Organisation Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand). Die Mitglieder hätten für die Tafel nicht nur viele Stoffmasken genäht und zur Verfügung gestellt. Schimmel: „Die Nähgruppe hat uns auch haltbare Lebensmittel im Wert von rund 500 Euro gespendet.“

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