Traum von Simjü: So ermöglicht Anika Hilsmann (38) alleinerziehenden Müttern Kirmes-Besuch

mlzSimjü 2019

Bei Simjü steht die Welt in Werne Kopf. Doch nicht alle können daran teilhaben, weil ihnen das Geld fehlt. Zwei dieser Menschen hat Anika Hilsmann nun den Simjü-Besuch ermöglicht.

Werne

, 30.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Simjü hat Werne vier Tage lang in einen Ausnahmezustand versetzt. Karussells, Essensstände und Spielbuden haben für viele lächelnde Gesichter gesorgt. Doch richtig günstig ist der Besuch nicht: 5 Euro hier, 5 Euro da und noch einmal 10 Euro hier. Es läppert sich und das kann sich lange nicht jeder leisten. Doch für zwei alleinerziehende Mütter hat Anika Hilsmann (38) das geändert.

„Alles hat mit einem Zufall angefangen“, sagt Hilsmann, die selbst ein Simjü-Kind ist. Hilsmanns Ehemann Ludger Bergmann ist selbstständig als „Lutz der Gärtner“. Von einem Kunden gab es statt eines Trinkgeldes Simjü-Freikarten. Doch als Hilsmann am Samstag mit einer Freundin auf Simjü war, wurde ihr klar: „Die Freikarten können wir gar nicht alle einlösen.“ Das war der Beginn einer selbstlosen Aktion.

„Ich habe mich mit meinem Mann abgesprochen und wir wollten die Freikarten alleinerziehenden Müttern oder Vätern zukommen lassen, die sich den Simjü-Besuch ansonsten nicht hätten leisten können“, sagt Hilsmann. Über Facebook und Instagram machte sie einen Aufruf - und erhielt schnell die Rückmeldung von zwei alleinerziehenden Müttern.

Hilsmanns Wunsch: den beiden Müttern einen sorgenfreien Simjü-Besuch mit ihren Kindern ermöglichen. Wilde Maus? Kein Problem! Kinderkarussell? Auch nicht. Für nahezu jedes Fahrgeschäft erhielten die Mütter gleich mehrere Freikarten.

Freikarten retten den Simjü-Besuch

„Die Mütter waren total überwältigt“, sagt Hilsmann. Ohne Freikarten hätten sie Simjü 2019 gar nicht erst besucht. Doch für Hilsmann ist Simjü mehr als nur eine Ansammlung von Karussells. Es ist ein Lebensgefühl. „Bei den Eltern auf den Schultern sitzen, Karussell fahren und schlemmen. Das ist wie eine fünfte Jahreszeit.“ Und an der durften in diesem Jahr zwei Werner teilhaben, die gar nicht damit gerechnet haben.

„Wenn ich mir ein Kind vorstelle, das lächelnd auf einem Karussell sitzt, schießen mir die Tränen vor Freude in die Augen“, sagt Hilsmann, während sie auf dem Parkplatz am Hagen steht und auf das Riesenrad blickt.

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„Ich will mich gar nicht damit profilieren“, sagt Hilsmann über ihren Einsatz. Trotzdem sei sie auf Simjü bereits mehrfach auf die Aktion angesprochen worden. „Ich hätte mich natürlich auch einfach an ein Karussell stellen und die Freikarten verteilen können“, so Hilsmann. Doch wer dort anstehe, der könne sich das Karussell sowieso leisten.

Für Hilsmann war 2019 damit eine ganz besondere Simjü - genau wie für die beiden glücklichen Mütter und ihre Kinder mit den hoffentlich leuchtenden Augen.

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