Trickbetrug mit Coronavirus - Polizei warnt Senioren vor dreister neuer Masche am Telefon

Enkeltrick

Trickbetrüger nutzen nun offenbar die Angst durch das Coronavirus, um an die Wertsachen von Senioren zu kommen. Die Polizei warnt eindringlich vor den Enkelbetrügern und gibt Tipps.

Werne

, 18.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Polizei warnt vor Betrügern, die Senioren am Telefon um ihr Hab und Gut bringen wollen.

Die Polizei warnt vor Betrügern, die Senioren am Telefon um ihr Hab und Gut bringen wollen. © picture alliance/dpa

Trickbetrüger haben offenbar das Coronavirus für sich entdeckt. Die Landes- und die Bundespolizei warnen jetzt vor einer neuen Masche, bei der sich Anrufer als angebliche am Virus erkrankte Angehörige ausgeben.

„Wie beim klassischen Enkeltrick spielen die Kriminellen mit der Angst ihrer Opfer um Angehörige. Sie geben vor, in einem Krankenhaus zu liegen, weil sie sich mit dem Corona-Virus (Covid-19) infiziert hätten“, heißt es von der polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern. Sie behaupteten, sie benötigten teure Medikamente, die für die Behandlung des Virus nötig seien. Dann werde der Angerufene um Geld oder Wertsachen gebeten, die ein Bote, ein angeblicher Freund, abholen soll.

Einem Bericht der Berliner Tageszeitung zufolge hätte sich in der Bundeshauptstadt seit vergangener Woche die Zahl dieser Fälle gehäuft. Der WAZ zufolge habe es auch Fälle in Oberhausen gegeben, in denen sich Betrüger an der Haustür als Mitarbeiter der Ämter ausgegeben haben, um einen „Ratgeber für Notfallvorsorge“ zu verteilen und so das Vertrauen der Senioren zu erlangen.

Im Kreis Unna und in Werne sind der Polizei noch keine Fälle bekannt

In Werne und im Kreis Unna ist der Polizei noch kein derartiger Fall bekannt geworden. Doch auch sie bittet Senioren, keine Geheimzahlen herauszugeben. Außerdem weist sie nochmals darauf hin, dass die Polizei nie mit der 110 anrufe. „Das Gespräch sollte nicht zu lange dauern“, sagt Bernd Pentrop von der Pressestelle der Polizei in Unna.

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Darüber hinaus rät die polizeiliche Kriminalprävention von Bund und Ländern:

  • Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des Enkels, der Nichte usw. selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten.
  • Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen / Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

„Die Gruppen wenden immer unterschiedliche Maschen an. Es gibt auch Kombinationen: Wenn ein Senior nicht auf den Enkeltrick hereinfällt, dann ruft kurz darauf der falsche Polizeibeamte an, der sagt, dass der Senior ja gerade fast Opfer eines Enkeltricks geworden sei“, sagt Pentrop.

Wer misstrauisch sei, sollte lieber einmal zuviel die Polizei in Werne anrufen unter der Tel. (02389) 921 34 20. Jeder dieser Fälle solle zur Anzeige gebracht werden, so Pentrop. Wer persönlich auf der Wache erscheinen möchte, den bittet Pentrop mit Blick auf das Coronavirus jedoch vorab um eine telefonische Anmeldung.

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