Ein Teil von Werne könnte in die Liste zum Weltkulturerbe aufgenommen werden. Für die Bewerbung waren allerdings nicht alle Politiker. © Oskar Neubauer (A)
Kulturlandschaft Ruhrgebiet

Trotz Kritik und Absagen: Werne will Kulturerbe werden

Ein Teil von Werne könnte künftig zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt werden. Die Stadt hat sich nun für einen Antrag im zuständigen Ministerium ausgesprochen, obwohl es Kritik aus der Politik gab.

Werne als Weltkulturerbe? Was positiv klingt, sorgte für Diskussionen in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung. Die Stadtverwaltung sollte sich nach einer Anfrage des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW zu dem Projekt „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ als Unesco-Welterbe positionieren.

Für Werne geht es dabei um einen kleinen Teil der Lippe, der als historisch wichtiger Transportweg nördlich des Ruhrgebiets mit in das Projekt aufgenommen werden könnte. Baudezernent Ralf Bülte erklärte im Vorfeld bereits, dass es einen Image-Gewinn für die Stadt bedeuten würde, wenn man mit auf die deutsche Vorschlagsliste zum Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen werden würde.

„Auch Orientierung ins Ruhrgebiet“

In dem Antrag, der unter anderem von der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur gestellt wird, geht es darum, das Ruhrgebiet mit seiner industriellen Historie und Kulturlandschaft auf die Liste der Unesco-Welterbe zu heben. „Wir sind in Werne natürlich münsterländisch geprägt. Mit unserer Zeche gab es aber auch gleichzeitig immer eine Orientierung ins Ruhrgebiet“, erklärte Ralf Bülte gegenüber dieser Redaktion. Und genau das ist für die CDU in Werne der Knackpunkt für die Bewerbung.

„Bochum hat sich dagegen ausgesprochen und wohl drei weitere Städte aus dem Ruhrgebiet. Warum das eher münsterländisch geprägte Werne stattdessen mitmachen sollte, entzieht sich meiner Kenntnis“, kritisierte Wilhelm Jasperneite (CDU). Daraufhin richtete Siegfried Scholz (SPD) den Blick zunächst auf die Lippestadt: „Mir ist erst einmal Werne wichtig. Ich finde, wir sollten nichts unversucht lassen. Auch wenn es nicht klappen sollte, dann haben wir es wenigstens versucht.“ Das hörte Ralf Bülte gern.

Knappe Mehrheit für Weltkulturerbe-Antrag aus Werne

Der Baudezernent der Stadt zeigt sich nach der Anfrage des zuständigen Ministeriums für das Projekt verantwortlich. Er hatte immer wieder betont, dass im Zuge der Bewerbung für das Welterbe-Projekt keine Einschränkungen in der Stadtentwicklung Werne zu befürchten seien. Mit 10 Ja-Stimmen zu 6-Nein-Stimmen sprachen sich mehr Mitglieder des Ausschusses schließlich für den Antrag zum Weltkulturerbe-Projekt aus.

Zunächst einmal werde die Teilnahme am Antrag selbst nicht mit Kosten verbunden sein, erklärte Ralf Bülte. Ob die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ mit einem Teil der Lippe in Werne in die Liste zum Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen wird, wird sich spätestens im kommenden Jahr entscheiden.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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