Winter-Gefahren

Trügerische Eisflächen – Feuerwehr Werne warnt dringend vor dem Betreten

Der strenge Frost der vergangenen Tage hat auch die Wasserflächen in Werne zufrieren lassen. Ein Betreten kann aber lebensgefährlich sein, warnt die Feuerwehr. Sie gibt Notfall-Tipps.
Für den Fall des Falles: die Eisrettungsstation im Stadtpark. © Feuerwehr Werne

In den Wintermonaten kommt es immer wieder vor, dass Personen sowie auch Tiere sich auf zugefrorene Seen und Flüsse begeben. Aus gegebenem Anlass des lang anhaltenden Frostes warnt die Freiwillige Feuerwehr Werne vor den akuten Gefahren von eingefrorenen Wasserflächen.

Wagemutige haben die Eisfläche des Stadtsees in Werne betreten. Die Feuerwehr warnt eindringlich davor.
Wagemutige haben die Eisfläche des Stadtsees in Werne betreten. Die Feuerwehr warnt eindringlich davor. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Gerade im Bereich des Stadtsees oder des Krankenhaussees ist der Schein oft trügerisch. Der Frost der vergangenen Tage garantiert nicht, dass die Eisdecke auf Seen oder Flüssen tragfähig ist. Das Wasser unter der Eisschicht ist immer in Bewegung und trotz der aktuellen Minusgrade sind viele Eisflächen oft zu dünn.

Eis-Tragfähigkeit nur schwer einschätzbar

Zum einen kann die vermeintliche Tragfähigkeit des Eises nur schwer eingeschätzt werden und zum anderen können in das Eis eingebrochene Personen unter die Eisdecke tauchen. Dieses birgt nicht unerhebliche Gefahren. Innerhalb weniger Minuten in rund vier Grad kaltem Wasser erschlaffen die Muskeln und der Körper erlahmt. Sollte keine schnelle Hilfe kommen, kann die eingebrochene und kraftlose Person untergehen.

Besonders Kinder reizen die Eisflächen und verleiten zu unvorsichtigem Handeln. Tipp der Feuerwehr Werne: Weisen Sie bitte auch Ihre Kinder auf diese Gefahren auf Eisflächen hin. Halten Sie Ihre Hunde, wenn Eisflächen in der Nähe sind, stets angeleint.

Wehr rät: Eisflächen nicht betreten

Die Wehr kann nur dringend davon abraten, Eisflächen auf den Seen der Stadt Werne zu betreten: „Sollte es doch zu einem Unglücksfall gekommen sein, rufen Sie umgehend Hilfe über die internationale Notrufnummer 112 und achten Sie als Helfer unbedingt auf den Eigenschutz“, heißt es seitens der Feuerwehr.

Hier einige Tipps der Freiwilligen Feuerwehr Werne, sollte es doch zu einem Unglücksfall gekommen sein:

  • Nehmen Sie örtliche Warnhinweise sehr ernst. Kindern müssen die Gefahren verständlich erklärt werden.
  • Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt: Auf gar keinen Fall betreten.
  • Wenn Sie bereits auf dem Eis sind: Flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen. Versuchen Sie zum Ufer zu robben (möglichst wenig ruckartige Bewegungen).
  • Rufen Sie im Unglücksfall sofort über den Notruf 112 Hilfe oder organisieren Sie, dass jemand einen Notruf absetzt. Vor allem bei unübersichtlichem Gelände kann ein Einweiser die Anfahrt der Rettungskräfte erleichtern.
  • Wer einbricht, sollte versuchen, sich vorsichtig am Eis festzuhalten oder darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
  • Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: Eigensicherung geht stets vor. Benutzen Sie die Eisrettungsstationen, wie zum Beispiel die am Stadtsee.
  • Wer sich zum Helfen auf die Eisfläche begibt, sollte, um das Gewicht besser zu verteilen, eine Unterlage (Leiter, Bretter o.ä.) verwenden. Die Hilfsmittel kann man der eingebrochenen Person zuschieben. Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage oder ggf. Äste machen die Rettung Verunfallter leichter. Hilfreich können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein (Eisrettungsstation)
  • Gerettete Personen in warme Decken (Rettungsdecke) oder Jacken hüllen, und vorsichtig erwärmen.
  • Unterkühlten Personen in keinem Fall alkoholische Getränke geben, stattdessen möglichst warmen Tee reichen.

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