Umweltfreundliches Autofahren mit Ethanol vom Hof Glitz-Ehringhausen

BioMotionTour

WERNE Eine ungewöhnliche Fahrzeugkarawane aus LKW, Trecker und einem halben Dutzend PKW legte am Donnerstag einen Stopp auf dem Hof Glitz-Ehringhausen ein. Das alte Gehöft war eine Station auf der "BioMotionTour" durch sieben europäische Länder.

von Von Rudolf Zicke

, 22.10.2009, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bio-Motion auf dem Hof Glitz-Ehringhausen.

Bio-Motion auf dem Hof Glitz-Ehringhausen.

Der Startschuss ist am 13. Oktober in Paris gefallen; bis zum 12. November wird der Tross Tausende Kilometer durch Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Ungarn, Rumänien und Polen zurückgelegt haben.

Dass er ausgerechnet in der Lippestadt einen Boxenstopp eingelegt hat, hat einen guten Grund: Bei der Tour handelt es sich um einen Mosaikstein des EU-Projektes "BioMotion - Biofuels in Motion", um einen Werbefeldzug für Bio-Kraftstoffe - und einen davon produziert ausgesprochen effizient der Hof Glitz-Ehringhausen.Biogas aus Abfallprodukten Konkret, das erläuterten Manfred Glitz-Ehringhausen und Heiner Glitz den internationalen Gästen, produzieren sie Ethanol, das als der Bio-Sprit E85-Regionol vertrieben wird. Wie das ganze funktioniert, erklärten die Hof-Eigner: "Zuerst wird aus landwirtschaftlichen Produkten und Abfällen aus der Lebensmittelproduktion Biogas hergestellt", so Glitz-Ehringhausen.   Daraus wiederum werden über einen Dampferzeuger Strom und Wärme gewonnen, um den Hof, sieben Nachbarn, 320 Sauen sowie die Schnapsbrennerei und auch die Destille für die Kraftstoffproduktion zu versorgen. Die am Ende übrig bleibenden Stoffe können als hochwertiger Dünger genutzt werden. "Damit schließt sich der Kreislauf", lobte Dr. Karsten Block von der Landwirtschaftskammer.Fünf Millionen Kilowatt Strom im Jahr

Ohne Einsatz fossiler Energieträger entstehen so jährlich rund fünf Millionen Kilowatt Strom, die Anlage hat einen Wirkungsgrad von 80 Prozent (Kohlekraftwerke: 40 Prozent), schon jetzt werden die von der EU geforderten Werte zur Kohlendioxid-Reduktion weit übertroffen. Das Ethanol, das bei Glitz hergestellt wird, ist aber nur eine Möglichkeit, Motorfahrzeuge umweltfreundlich zu betreiben, erklärte der holländische Ingenieur Dirk de Boer.

Ein Blick auf den Parkplatz bei Glitz zeigte die eindeutig: Der "dicke Brummi" konnte mit Bio-Diesel oder Bio-Gas gefahren werden und hatte bessere Abgaswerte als von der EU-5-Norm gefordert; der mächtige Trecker schluckt ebenso Pflanzenöl wie das präsentierte Motorrad. Die verschiedenen PKW "schlucken" die ganze Palette an Biokraftstoffen von Pflanzenöl über Bio-Diesel und Bio-Gas bis zum Bio-Ethanol. Mit ihrer Tour wollen die Veranstalter die Möglichkeiten, den Sinn und die Notwendigkeit zur Nutzung von Biokraftstoffen belegen.

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