Umweltsünder entsorgten Müllsäcke im Naturschutzgebiet

Cappenberger Wald

Obwohl die Stadt Werne im Innenbereich gerade Grünschnitt ohne Zusatzkosten abholen lässt, haben Unbekannte lieber Laub in Plastik-Müllsäcke verpackt und im Naturschutzgebiet entsorgt - kein Einzelfall.

WERNE

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 14.11.2012, 07:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Laub fällt an der Langerner Straße Am Sunderbach nicht nur von den Bäumen, sondern auch aus den Autos - verpackt in blauen Müllsäcken.

Das Laub fällt an der Langerner Straße Am Sunderbach nicht nur von den Bäumen, sondern auch aus den Autos - verpackt in blauen Müllsäcken.

"Gegen Dummheit ist nun einmal kein Kraut gewachsen", schimpft Christian Stephan. Er organisiert für den Kommunalbetrieb Werne die große Strauch- und Astwerkaktion, die noch eineinhalb Wochen laufen wird.

Es wäre ja schlimm genug, wenn sich jemand ins Auto setzte, um ausgerechnet im besonders geschützten Naherholungsgebiet seine Gartenabfälle zu entsorgen, sagt Burkhard Klinkhammer vom Umweltamt. Sie aber dann auch noch in nahezu unverrottbare Tüten zu packen, empfindet er als geradezu "unverzeihlich". Den Tätern drohen zwar Geldbußen, aber die stünden "eigentlich in keinem Verhältnis zum Schaden für die Natur". Außerdem gelinge es so gut wie nie, den Verursacher zu überführen.Allgemeinheit muss für Umweltsünder zahlen

Die Abfuhr der wilden Müllkippen übernimmt das Team des Baubetriebshofes. "Zahlen muss dafür die Allgemeinheit", macht Bauhofleiter Detlef Bruns klar - über die Müllgebühr.Saisonaler Müll

Saison haben Umweltfrevler das ganze Jahr. "Nur die Zusammensetzung des Mülls verändert sich", so Bruns: von Hausmüll und Kleidung über Sofas bis zu Gefrierschränken, "und im Frühjahr und Herbst verstärkt Gartenabfälle". Wanderparkplätze wie der am Schieferkamp in Langern seien als Ablagestellen sehr beliebt, weiß Bruns. "Da fahren wir schon immer auf Verdacht hin." Auch am Saum des Cappenberger Waldes, wo jetzt die Tüten liegen, fände sich regelmäßig Unrat. Manchmal läge er auch so tief im Wald, dass sein Team mit den Fahrzeugen kaum hinkäme - "ein riesiges Ärgernis".

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