Fahrlässig und illegal Feuer entfacht – Kommt jetzt die dicke Rechnung der Feuerwehr?

mlzFeuerwehr Werne

Ein Gartenfeuer hätte sich beinahe zu einem Flächenbrand ausgeweitet. Die Feuerwehr war zum Glück rechtzeitig da. Muss der Verursacher den Einsatz von 18 Wehrleuten bezahlen?

Werne

, 07.08.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feuerwehr rückte am Dienstag (6. August) zu einem Brand im Außenbereich der Stadt aus. Auf einem Grundstück an der Lange Hege/Selmer Landstraße drohte ein Gartenfeuer außer Kontrolle zu geraten. Die Umstände des Brandes könnten dazu führen, dass sich die Stadt Werne die Kosten für den Einsatz vom Verursacher zurückholt.

Nutzfeuer aus alten Brettern angezündet

Was war passiert? Auf dem besagten Privat-Grundstück hatte jemand ein sogenanntes Nutzfeuer angezündet. Offenbar sollte eine größere Anzahl ausrangierter Bretter und ähnliches Material in Flammen aufgehen. Trotz der Trockenheit und zahlreicher Warnungen zur leicht entzündlichen Vegetation zündeten die Personen das Feuer auf einer Wiese an.

Fahrlässig und illegal Feuer entfacht – Kommt jetzt die dicke Rechnung der Feuerwehr?

Ein Anrufer meldete der Rettungsleitstelle in Unna eine Rauchentwicklung ohne genaue Ortsangabe. Das ersteintreffende Hilfeleistungslöschfahrzeug konnte eine Rauchentwicklung an der Straße Lange Hege/Selmer Landstraße wahrnehmen. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Das an sich ist schon unter den gegebenen Umständen dumm. Fahrlässig beziehungsweise grob fahrlässig war es dann wohl, „das Feuer unbeaufsichtigt zu lassen, trotz der Trockenheit und eines böigen Windes“, sagt Feuerwehrsprecher Tobias Tenk am Tag nach dem Einsatz auf Anfrage.

Ob das Verhalten der Feuer-Macher tatsächlich grob fahrlässig war und damit sanktioniert werden könnte, das könne er nicht beurteilen. Er ärgere sich nur über die Konsequenzen für die Retter der freiwilligen Feuerwehr Werne: „Etwa 18 Leute wurden wegen des Einsatzes am Dienstagmittag von ihren Arbeitsplätzen weggerufen. Wir waren mit drei Löschfahrzeugen länger als eine Stunde im Einsatz.“

Stadt muss Frage des Schadensersatzes klären

Die Art der Fahrlässigkeit muss nun die Stadt Werne beurteilen. Es gibt feste Richtlinien und feste Sätze, erklärt Andrea Freundschuh vorm Ordnungsamt der Stadt. „Wenn wir in diesem Fall alles zusammenzählen, also die Zahl der Wehrleute, Atemschutz-Einsatz, Anzahl der Fahrzeuge und Dauer des Einsatzes, kommen wir auf einen Betrag von 567,50 Euro“, sagt Freundschuh.

Ob man diesen Betrag dem Verursacher tatsächlich in Rechnung stellen kann, müsse nun anhand der Kriterien geprüft werden, die einer groben Fahrlässigkeit zugrundeliegen. „Das untersuchen wir jetzt“, sagt Freundschuh. Ein wichtiges Kriterium könnte die Tatsache sein, dass der Zündler dem Feuer den Rücken gekehrt hat – trotz Trockenheit, trotz der Windböen.

Nutzfeuer sind in Werne generell verboten

Sogenannte Nutzfeuer, bei denen gerade im Außenbereich gerne mal Abfall oder Gartenabfälle in Rauch aufgehen, sind grundsätzlich verboten. „Einzige Ausnahme sind die Osterfeuer“, sagt Adrian Kersting vom Tiefbauamt der Stadt. Müll und Abfälle dürften auf keinen Fall in Flammen aufgehen, „besonders nicht bei dieser Witterung“.

Somit könnte auf den Verursacher auch aus dieser Warte Ärger drohen. Er zündete offenbar illegal ein Feuer an, um Abfälle zu verbrennen.

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