Statistik für Werne: Es gibt wieder einen zweiten Unfall-Schwerpunkt

mlzUnfälle in Werne

In der neuen Unfallstatistik des Kreises Unna tauchen zwei Stellen in Werne auf. Dort häufen sich Unfälle. Ein Bereich war lange Jahre unauffällig, nun mehren sich dort wieder die Unfälle.

Werne

, 29.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Unna hat neue Zahlen zum Unfallgeschehen in den Kreisstädten in seiner neuen Unfallstatistik veröffentlicht. Demnach hat es im vergangenen Jahr 2019 insgesamt vier Unfälle an der Kreuzung Selmer Landstraße / Werner Straße / Cappenberger Damm in Werne gegeben. Bei drei Unfällen an der Kreuzung wurden Unfallbeteiligte schwer verletzt, bei einem gab es leicht verletzte Personen.

Die Kreuzung Selmer Landstraße / Werner Straße / Cappenberger Damm ist in Sachen Unfallgeschehen keine unbekannte: Anfang der 2000er Jahre hatte die Verkehrsunfallkommission der Kreisstädte entschieden, dort einen Starenkasten zu installieren, da es an der Kreuzung immer wieder zu Unfällen gekommen war. Das habe Wirkung gezeigt, sagt der Vorsitzende der Kommission, Michael Arnold. Unfalltechnisch sei die Stelle, mit einer Ausnahme, durch den Bau des Starenkastens von der Bildfläche verschwunden.

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Bis Straßen.NRW erste Baumaßnahmen an der Stelle für einen Kreisverkehr durchführte und den Kreis deshalb darum bat, den Starenkasten wieder abzubauen. Seither geht es an der Baustelle aber nicht weiter voran. Zeitgleich geschehen hier wieder schwere Unfälle. „Es ist ein Beleg, dass der Starenkasten die absolut richtige Maßnahme war“, so Arnold. Denn der Grund für die vielen Unfälle hier sei erhöhte Geschwindigkeit.

Auch am Stadthaus in Werne gibt es immer wieder Unfälle

Den Starenkasten aber nun einfach wieder aufzustellen, das gehe nicht, so der Vorsitzende. Schließlich seien die nötigen Leitungen dafür gar nicht mehr vor Ort. Deshalb will der Kreis nun an der Unfallstelle vermehrt selbst mobil blitzen. „Wir wollen den Leuten zeigen: Wir sind noch da“, so Arnold.

Hinzu kommen für Werne insgesamt fünf Unfälle auf dem Fußgängerüberweg am Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz in Werne von 2017 bis 2019. Hier hatte die Stadt entschieden, dem Fahrradverkehr zwischen Rewe und Stadtverwaltung Vorrang vor dem Autoverkehr zu geben. Diese Lösung sei so nicht ganz üblich, sagt Arnold. Auch, dass sich hier das Vorrangsrecht geändert habe, sei offenbar für die Menschen nicht verständlich. Durch Schwellen, die an dem Übergang angebracht wurden, hoffe man, die Geschwindigkeit der Autofahrer zu drosseln. „Wir hoffen, dass wir das nicht ganz zurücknehmen müssen“, so Arnold.

Schon 2018 war es hier zu Unfällen gekommen. Damals sagte Adrian Kersting von der Stadt Werne zu der Stelle sowie der Kreuzung Münsterstraße/Bahnhofstraße/Konrad-Adenauer-Platz: „Das sind noch keine Unfallschwerpunkte, aber wir sind kurz davor.“ Das Problem sei, dass viele Radfahrer hier ungebremst über die Straße führen und gar nicht auf Autos achteten. Wie und ob die Stadt nach dem wiederholten Auftreten des Unfallschwerpunktes am Stadthaus weitere Schritte unternimmt, dazu hat sich die Stadt auf unsere Anfrage noch nicht geäußert.

77 Unfälle im Jahr 2019 im gesamten Kreis Unna

Insgesamt meldet die Unfallkommission für 2019 im Kreis Unna 15 Unfallhäufungsstellen (2018: 25). An diesen kam es zu 77 Unfällen, darunter auch 68 Unfälle mit verletzten Personen. Ziel der Unfallkommission ist es, gefährliche Punkte möglichst früh zu erkennen und so zu ihrer Entschärfung beizutragen.

Bei 17 von 25 Unfallhäufungsstellen aus dem Jahr 2018 zeigt sich laut der Kommission, dass die beschlossenen Maßnahmen Wirkung zeigten und die Problemstelle habe entschärft werden können. „Das macht umgerechnet eine Erfolgsquote von 68 Prozent. Ziel aber bleibt es, unter anderem durch Umbaumaßnahmen alle Unfallhäufungsstellen zu beseitigen.“

Der Blick der Unfallkommission richtet sich auf Straßen, die die Kreispolizei als Unfallhäufungsstellen ausgemacht hat. Vier Mal im Jahr berät sie, wie diese Stellen entschärft werden können. Dabei konnte sie im Jahr 2020 das erste Quartal überspringen: Es gab nirgendwo so viele Unfälle, als dass die Straße in den Fokus der Experten gerückt wäre.

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