Unglaublich: Zwölf Kubikmeter Müll illegal entsorgt

WERNE Jürgen Hetberg Bauhofleiter ist so Einiges gewohnt, aber da verschlug es selbst ihm die Sprache: Unbekannte haben am vergangenen Freitag am Katharinenweg in Wessel illegal Müll entsorgt - mit einer solchen Dreistigkeit, wie sie Hetberg bislang nicht untergekommen ist.

von Von Rudolf Zicke

, 28.01.2008, 15:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diese Müllsäcke mit Dämmstoffen wurden achtlos in der Natur entsorgt und lagern nun am Bauhof. Ein Grund für die unzulässige Entsorgung dürfte darin liegen, dass die Entsorgung von Dämmmaterialien in dieser Menge rund 60 Euro kostet.

Diese Müllsäcke mit Dämmstoffen wurden achtlos in der Natur entsorgt und lagern nun am Bauhof. Ein Grund für die unzulässige Entsorgung dürfte darin liegen, dass die Entsorgung von Dämmmaterialien in dieser Menge rund 60 Euro kostet.

Etwa 60 bis 70 blaue Säcke haben die Umweltfrevler auf einer Strecke von mindestens 500 bis 600 Meter entlang landwirtschaftlichen Weges verteilt, vermutlich von einem fahrenden LKW geworfen.

Dämmstoffe? Zwölf Kubikmeter, zwei Lastwagen voll

Nachdem der Chef der städtischen Liegenschaften und Hobby-Läufer Rainer Kröber die "Sauerei" entdeckt und seinem Kollegen Jürgen Hetberg gemeldet hatte, ließ der die Säcke noch am späten Freitag Nachmittag zum Bauhof transportieren - zwölf Kubikmeter, zwei Lastwagen voll.

Dort hat Hetberg die Säcke zwischengelagert, bevor sie entsorgt werden. Wo, das ist allerdings bis jetzt nicht ganz klar. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", so Hetberg. Bei den Abfällen scheine sich um Dämmstoffe zu handeln; um welche Art von Material konkret, könne er jedoch nicht sagen. Deshalb soll der "Müll" untersucht werden, um dann zu entscheiden, ob er als Bau-Mischabfall oder als Sondermüll eingestuft werden muss. Davon hängen am Ende auch die Kosten ab, die der Stadt entstehen.

Wanderparkplätze werden zu Müllplätzen

Auch wenn dieser Fall der illegalen Müllentsorgung besonders gravierend ist, von einem generellen Anstieg des unerlaubten "Kippens" in den vergangenen Jahren mag Jürgen Hetberg nicht sprechen. "Eigentlich sind die Mengen gleich geblieben." Demnach sammelt der Bauhof Woche für Woche etwa einen Kubikmeter Abfall in der Landschaft ein. Nur die "Ablageorte" wechseln immer wieder. Früher war der Schacht 7 in Langern sehr beliebt als Müllabladeplatz, jetzt sind´s die Wanderparkplätze Im Hoerm und in der Düsbecke. "Beliebt" ist auch der Bereich rund um die Erdgasverdichterstation in Ehringhausen.

Befürchtungen anderer, dass mit der Einführung einer Sperrmüllgebühr auch die Zahl der wilden Müllkippen steigt, hegt Jürgen Hetberg - vielleicht aus Zweckoptimismus - dabei nicht: "Ich glaube, dass die Werner Bürger vernünftig sind."

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