Dreamy und seine Besitzerin Lisa B. gehen gerne mal gemeinsam spazieren. Vor zwei Wochen kam es allerdings zu einem Unfall. © Carina Strauss
Unfall mit Pferd

Verbrennungen und Kapselrisse: Wernerin wird bei Unfall mit Pferd verletzt

Am 18. Mai kam es an der Straße Hagenrain in Werne zu einer gefährlichen Situation. Eigentlich wollte Lisa B. ihr junges Pferd nur grasen lassen. Doch das erschreckte sich vor einem Auto.

Er kommt eigentlich wie bestellt, um das Problem an der Straße Hagenrain in Werne zu demonstrieren: Ein großer SUV mit runtergelassenen Fenstern und lauter Musik gibt vor dem Stall, in dem das Pferd von Lisa Broß steht, Gas und lässt den Motor aufheulen.

Ähnlich war auch die Situation, die Lisa B. am 18. Mai erleben musste und die dafür gesorgt hat, dass die 21-Jährige noch bis Mitte Juni krankgeschrieben ist.

An dem Dienstag ging die junge Frau mit ihrem einjährigen Pony „Dreamy” an der Straße Hagenrain spazieren und ließ es dort auch grasen, erzählt sie. „Uns kam ein Auto mit Anhänger und hoher Geschwindigkeit entgegen. Als der Hänger auf unserer Höhe war, ist er kurz abgehoben und wieder aufgeprallt. Davor hat sich mein Pony erschreckt”, so B. Sie konnte den Jährlingshengst nicht mehr halten, der Strick riss ihr aus der Hand und der Hengst lief hinter dem Auto her.

Verbrennungen zweiten Grades und Kapselrisse

Hat der Autofahrer davon etwas mitbekommen? Lisa B. sagt ja. „Der Autofahrer hat noch zusätzlich beschleunigt. Er muss das im Rückspiegel gesehen haben.” Zum Glück sei Dreamy kurz darauf stehen geblieben und zu seiner Besitzerin zurückgelaufen. Doch die 21-Jährige musste ins Krankenhaus. „Ich habe Verbrennungen zweiten Grades und drei Kapselrisse an der Hand.”

Was sie besonders an der Situation ärgert: Bei der Straße Hagenrain handelt es sich um eine Anliegerstraße. Das heißt: Nicht jeder darf hier einfach reinfahren. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es hier allerdings nicht. „Viele nutzen die Straße, um in die Stadt zu kommen und nehmen dabei keine Rücksicht auf Fußgänger, Kinder oder eben Pferde.”

Werden Autofahrer rücksichtsvoller?

Auch an Dreamy ist der Vorfall nicht ganz spurlos vorbeigegangen. Äußere Verletzungen hat er zwar nicht, dafür merke man ihm an, dass er nervös wird, wenn ihm Autos entgegenkommen, so B. Und als sie mit ihm die Straße entlanggeht, ist dem Jährling tatsächlich die Nervosität anzumerken.

Lisa B. hat ihrem Ärger Luft gemacht. Bei Facebook hat sie einen Post verfasst, der die Umstände des Unfalls beschreibt und erklärt, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde.

Und dieser Post habe bereits eine gewisse Wirkung entfaltet, so B. „Das Ganze hat schnell die Runde gemacht. Man merkt, dass viele Autofahrer rücksichtsvoller sind und sogar grüßen.” Auch am Stall habe man sich mit diesem Vorfall auseinandergesetzt und man wünsche sich, dass hier etwas passiert. „Wir würden uns mehr Rücksicht von den Autofahrern wünschen. Nicht nur bei Reitern und Pferden, sondern auch bei Fußgängern, Radfahrern und Kindern.”

Fall ist der Polizei bekannt

Der Sachverhalt sei der Polizei bekannt, so Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna. Der Vorgang sei nun bei der Staatsanwaltschaft mit der Bitte um rechtliche Würdigung. Wenn die Staatsanwaltschaft Rückfragen habe und der Fall weitere Ermittlungen erfordere, würde der Fall zurück zur Polizei gehen.

Howanietz weißt aber darauf hin, dass die Straße Hagenrain außerhalb geschlossener Ortschaften liege. „Der Autofahrer darf dort 100, oder je nach Zulassung 80 mit dem Hänger fahren.” Auch wenn es sich um eine Anliegerstraße handelt. Es sei „kein strafbares Verhalten des Fahrzeugführers” erkennbar.

Die Staatsanwaltschaft in Dortmund konnte auf Anfrage dieser Redaktion noch keine Auskunft zu dem Fall geben.

Über die Autorin

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt