Hat der Streik von Verdi bei Amazon Werne Auswirkungen auf die Auslieferung von Weihnachts-Geschenken, fragt sich so mancher. © Jörg Heckenkamp (A)
Weihnachtsgeschenke von Amazon

Verdi-Streik bei Amazon Werne – Sorge um die Weihnachts-Geschenke

Seit Montag und bis einschließlich Heiligabend bestreikt die Gewerkschaft Verdi das Amazon-Lager in Werne. Kunden sorgen sich – kommen meine Bestellungen noch rechtzeitig an? Das sagt Amazon dazu.

Seit Jahren bestreikt die Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi mehrmals im Jahr den Online-Riesen Amazon, der ein großes Lager im Gewerbegebiet Wahrbrink-West in Werne betreibt. Für dieses Lager rief Verdi nun zwei Mal binnen Monatsfrist zum Ausstand auf. Dieses Mal soll er von Montag, 21. Dezember, bis Heiligabend, 24. 12. 2020, dauern. Mancher Kunde sorgt sich um die pünktliche Lieferung seiner Weihnachts-Geschenke.

Doch Grund zur Sorge bestehe auf keinen Fall, sagt Thorsten Schwindhammer, Pressesprecher von Amazon, auf Anfrage der Redaktion. Wer den Premium-Versand wählt beziehungsweise Prime-Kunde bei Amazon ist „kann am 23. Dezember noch bestellten und bekommt am 24. Dezember das noch geliefert.“

Amazon spricht von geringer Beteiligung

Die sogenannt Next-Day-Lieferung (Zustellung am nächsten Tag) gelte für eine Fülle aus Millionen verfügbarer Artikel. Das Lieferdatum finde sich auf der jeweiligen Artikelseite. Daran ändere auch der Streik nichts. „Die Beteiligung ist gering, wir sehen die Streikaktivitäten gelassen, Auswirkungen gibt es keine“, sagt Schwindhammer.

Weihnachten komme ja nicht überraschend, meint Schwindhammer. „Wie üblich haben wir auch in Werne mehrere Hundert Saisonkräfte eingestellt.“ Sie und die Stammbelegschaft sorgten dafür, dass die Bestellungen pünktlich bei den Kunden ankämen.

Zum am Montag, 21. Dezember, gestarteten, viertägigen Verdi-Streik meint der Amazon-Sprecher: „Wie jeden Tag konzentrieren sich auch heute unsere Teams darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen. Auswirkungen auf Kundenlieferungen haben die Aktionen nicht, der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal.“

Verdi will Tarifvertrag des Einzelhandels

Verdi hat an verschiedenen Standorten zu Streiks aufgerufen. In Nordrhein-Westfalen sind es die Lager in Werne und in Rheinsberg. Ziel sei die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie der Abschluss eines Tarifvertrages für gute und gesunde Arbeit.

Amazon hält diesen seit Jahren erhobenen Forderungen ebenfalls seit Jahren entgegen, dass die Mitarbeiter „bereits von exzellenten Löhne, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen“ profitierten. In Werne liege der Einstiegslohn bei 11,76 brutto pro Stunde, „das gilt auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns jetzt als Saisonkräfte unterstützen“, sagt der Firmensprecher.

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Jörg Heckenkamp

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