Verein plant innovatives Wohnprojekt in Werne

Am Becklohhof

Wenn es nach dem Verein "Neues Wohnen in Werne" geht, dann ist die Lippestadt bald um ein innovatives Bauprojekt reicher. 2019 soll es auf einem Grundstück am Becklohhof eingeweiht werden. Dort plant der Verein ein Wohnprojekt, das eine ziemlich bunte Zielgruppe hat und besondere Anforderungen an die Bewohner stellt.

WERNE

, 20.12.2016, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf diesem Grundstück möchte der Verein "Neues Wohnen in Werne" sein Mehrgenerationenhaus bauen.

Auf diesem Grundstück möchte der Verein "Neues Wohnen in Werne" sein Mehrgenerationenhaus bauen.

Für Alt und Jung, behindert und nicht behindert, Arbeiter und Rentner. Jeder hilft jedem dabei, zunächst den gemeinsamen Traum vom Wohnen zu verwirklichen und dann den Alltag zu bewältigen – das, was Marianne Wellershoff „gefühlte Superlative“ nennt. Ein Grundstück für das von Marianne Wellershoff und Andreas Drohmann geplante Wohnprojekt gibt es schon. Die Vorsitzenden des Vereins "Neues Wohnen in Werne" haben eine Fläche auf Erbpacht am Becklohhof, Ecke Tenhagenstraße, für das Projekt ausgewählt. Und da ein Architekt mit im Boot ist, liegen erste Entwürfe vor. Die will Drohmann aber ungern präsentieren: „Da kann sich noch so viel ändern.“

Jeder muss sich einbringen

Damit weist er auf den entscheidenden Teil des Projekts hin: „Wer bei uns mitmachen möchte, sollte willens sein, sich in die Gemeinschaft einzubringen und eine gewisse Offenheit an den Tag zu legen.“ Das bedeute nicht, dass die Wohnungstür permanent offen stehe: „Wer sich zurückziehen will, der soll das auch tun können.“ Aber die aktive Teilnahme sei allein schon deshalb empfehlenswert, „weil man auf alles Einfluss nehmen und das Leben mitgestalten kann“.

Die Gemeinschaft entscheidet schon jetzt, wenn es zum Beispiel um die Auswahl der Architekten und der Entwürfe geht, aber eben auch später, wenn Themen wie die Reinigung des Treppenhauses, das Bepflanzen der Gartenbeete oder die Ausrüstung des Spielplatzes auf der Tagesordnung stehen. Womit auch klar wird, dass sich das Projekt nicht nur an Senioren, sondern auch an Familien, junge Paare oder Alleinerziehende richtet: „An jeden, der sich für die Idee begeistern kann.“

Das Geld steht nicht an erster Stelle

Dass die Idee nicht billig ist, liegt auf der Hand: Drohmann und Giese rechnen mit Baukosten zwischen 2200 und 2500 Euro pro Quadratmeter. „Trotzdem sehe ich Geld erst an zweiter Stelle“, so der Vorsitzende. Fünf Einheiten sollen als Sozialwohnungen gefördert werden – für die weitere Finanzierung muss die Gruppe ein passendes Modell finden. Denn: „Wir wollen ohne Investoren bauen.“

Es wird stattdessen eine Eigentümergesellschaft geben, außerdem wollen die Pioniere um Drohmann und Giese eine Genossenschaft gründen. „Dafür brauchen wir 20 Prozent der Bausumme – mindestens 250.000 Euro.“ Die könnten auch durch ein Sozialmodell zusammenkommen – in dem Mitglieder, die über mehr Geld verfügen, auch mehr einzahlen. Aber auch hier gilt: „Das entscheidet die Gemeinschaft.“

Mehr Infos zum Projekt:
Eine Mitgliedschaft bei „Neues Wohnen in Werne“ kostet 25 Euro im Jahr.
Der Verein will sich nicht auf ein Projekt festlegen – Mitglieder können auch eigene Wohnformen entwickeln und umsetzen.
Mehr Infos geben die Mitglieder bei einem ersten Treffen auf „ihrem“ Grundstück am Becklohhof/Ecke Tenhagenstraße am Samstag, 21. Januar, von 11 bis 13 Uhr.
Kontakt: Andreas Drohmann, Tel. 536203, oder Werner Giese, Tel. (02389) 8522.

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